5. Oktober 2021
Ständig müde: Müdigkeit als Anzeichen von Krankheiten

Ständig müde: Wann Müdigkeit ein Anzeichen für Krankheiten ist

Gähnen, brennende Augen, Schläfrigkeit – abhängig vom persönlichen Lebensstil überkommt jeden hin und wieder mal ein Gefühl der Müdigkeit. Aber ist es auch normal, wenn man ständig müde ist? Wir erklären, wann Müdigkeit ein Anzeichen für Krankheiten ist.

Körperliche Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit – die Symptome von Müdigkeit sind wohl jedem bekannt. Müdigkeit selber ist jedoch keine Krankheit, sondern ein Zustand unseres Körpers, der uns signalisiert, dass wir Ruhe brauchen. Schlafen wir beispielsweise nicht genug, bildet sich im Gehirn immer mehr Adenosin – ein Stoff, der die Schlaf- und Wachzentren des Gehirns beeinflusst und für das Müdigkeitsgefühl verantwortlich ist.

Ursachen für Müdigkeit

Verschiedene Faktoren führen dazu, dass wir müde sind, allen voran ein Schlafmangel. Aber auch ein Bewegungsmangel, eine ungesunde Ernährung, Übergewicht, Stress, Blutarmut, Nährstoffmängel, Alkoholkonsum, Infekte oder die Einnahme bestimmter Medikamente können uns müde machen. Wer jedoch so müde ist, dass er tagsüber ungewollt einschläft oder seinem Alltag durch die Müdigkeit nicht mehr wie gewohnt nachgehen kann, kann es sich auch um das Symptom einer Krankheit handeln.

Ständig müde: Wann Müdigkeit ein Anzeichen für Krankheiten ist 

Müdigkeit bei Schilddrüsenunterfunktion

Bei Betroffenen mit einer Schilddrüsenunterfunktion bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone. Dadurch, dass Schilddrüsenhormone sich auf verschiedene Organe sowie auf unsere Psyche auswirken, geht ein Mangel mit unterschiedlichen körperlichen Beschwerden einher. Dazu zählen neben Müdigkeit auch ein erhöhter Schlafbedarf, depressive Verstimmungen, Konzentrationsprobleme, eine Gewichtszunahme sowie Haarausfall.

Müdigkeit bei psychischen Erkrankungen

Anhaltende Müdigkeit ohne eine körperliche Ursache kann auf psychische Erkrankungen wie Depressionen zurückzuführen sein. Belastende Lebensereignisse, erbliche Veranlagung oder auch Stoffwechsel- oder Funktionsstörungen im Gehirn können Depressionen hervorrufen. Neben Müdigkeit zählen Antriebs- und Lustlosigkeit zu ausgeprägten Symptomen bei einer Depression. 

Müdigkeit bei Diabetes Typ 2

Ständige Müdigkeit, ein Schwächegefühl sowie Konzentrationsprobleme zählen zu den Symptomen, die zu Beginn einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung auftreten können. Bei Diabetes Typ 2 handelt es sich um eine Diabetes-Form, die erst im Erwachsenenalter auftritt und die durch bestimmte Faktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel verursacht werden kann. Bei Betroffenen kann die benötigte Menge Glukose nicht aus dem Blut in die Zellen gelangen, wodurch ein Energiemangel entsteht, der Symptome wie Müdigkeit hervorruft. 

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Müdigkeit bei Krebserkrankungen

In seltenen Fällen kann die ständige Müdigkeit auch durch eine Krebserkrankung ausgelöst werden, insbesondere bei Leukämie, Lymphdrüsen- oder Brustkrebs. Wenn Sie also unter weiteren Symptomen wie Erschöpfung, Nachtschweiß oder geschwollenen Lymphknoten leiden, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Die Müdigkeit kann sowohl das Symptom der Erkrankung selbst als auch eine Begleiterscheinung der Krebstherapie sein. 

Müdigkeit bei Schlafapnoe

Wer ständig müde ist, obwohl er eigentlich ausreichend Schlaf bekommt, könnte auch unter der sogenannten Schlafapnoe leiden. Schnarchen selbst ist zwar lästig, aber ungefährlich. Wenn jedoch Atemaussetzer (Apnoe) hinzukommen, spricht man von einer Schlafapnoe. Betroffene schnarchen in der Regel laut, haben während des Schlafens eine flache Atmung sowie Atemaussetzer, die länger als 10 Sekunden andauern. Weitere Symptome, die auf die Erkrankung hinweisen, sind neben Müdigkeit auch Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, ein trockener Mund beim Aufwachen, nächtliches Schwitzen sowie plötzliches nächtliches Erwachen, bei dem Herzrasen und Atemnot auftreten können. Da durch die Schlafapnoe das Risiko für verschiedene andere Erkrankungen steigen kann, sollten Sie mögliche Symptome von einem Arzt abklären lassen.

Ständige Müdigkeit: Wann zum Arzt?

Wenn Sie sich über einen längeren Zeitraum ständig müde und erschöpft fühlen, ohne, dass es eine erklärbare Ursache gibt, oder, wenn weitere körperliche oder psychische Symptome hinzukommen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um dem Auslöser auf den Grund zu gehen und ernste Erkrankungen als Ursache auszuschließen. Dies gilt besonders, wenn sich die Müdigkeit nicht durch Schlaf, Erholung, Entspannung oder Bewegung an der frischen Luft bessert. 

Video: Tipps für einen erholsamen Schlaf

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