Sekundäres Ertrinken: Anzeichen, Gefahren und Behandlung

Sekundäres Ertrinken: Anzeichen, Gefahren und Behandlung

Wenn jemand Stunden oder gar Tage nach einem Bade- oder Ertrinkungsunfall an den Folgen des Wasseratmens verstirbt, wird dies als sekundäres Ertrinken bezeichnet. Kinder sind besonders gefährdet. Doch wie können wir unsere Kleinen und uns selbst schützen? Wir nennen Anzeichen, Gefahren und Behandlung bei sekundärem Ertrinken. 

Jedes Jahr sterben rund 500 Menschen in Deutschland durch Ertrinken – dabei führt das Eintauchen in eine Flüssigkeit zum Ersticken oder verhindert das Atmen. Demnach bedeutet ertrinken also eigentlich ersticken. Doch auch scheinbar harmlose Badeunfälle, bei denen ein Kind nur kurz unter Wasser taucht und anschließend wieder herausgezogen wird, können tödlich enden. 

Wie kommt es zum sekundären Ertrinken?

Im Sommer sehnen wir uns nach Erfrischung und fahren gerne mit der ganzen Familie ans Meer, den Badesee oder das Schwimmbad. Doch so schön ein solcher Familienausflug auch sein kann, birgt er auch Gefahren. Das sogenannte sekundäre Ertrinken kann bis zu 24 Stunden nach dem Aufenthalt im Wasser auftreten. Dabei wird Wasser eingeatmet, welches in der Lunge Entzündungen und Schwellungen hervorruft, die wiederum einen Sauerstoffmangel verursachen können. Wenn dieser nicht behandelt wird, führt er zum Tod. 

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Was ist trockenes Ertrinken?

Da das sekundäre Ertrinken nicht im Wasser geschieht, wird der Begriff häufig mit dem trockenen Ertrinken verwechselt. Allerdings handelt es sich bei beiden um unterschiedliche Phänomene: Wie bereits erklärt, wird das sekundäre Ertrinken durch eingeatmetes Wasser hervorgerufen, im Gegensatz dazu findet das trockene Ertrinken im Wasser statt. Sobald Wasser in die Atemwege gelangt, kann sich die Stimmritze in unserem Kehlkopf verkrampfen. Bei diesem sogenannten Stimmritzenkrampf handelt es sich eigentlich um einen Schutzreflex unseres Körpers, der verhindert, dass Wasser in die Lunge gelangt.

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Sekundäres Ertrinken bei Kindern

Kinder sind besonders gefährdet, still zu ertrinken, da bei ihrem kleinen Körper schon kleine Wassermengen ausreichen, um Komplikationen hervorzurufen. Aus diesem Grund sollten sie niemals unbeaufsichtigt im Wasser spielen. 

Behalten Sie Ihre Kinder zudem besonders nach einem Badeunfall im Auge – dazu zählen alle Vorfälle im Wasser, bei denen sie versehentlich Wasser einatmen. Das kann beispielsweise passieren, wenn das Kind von einer Welle unter Wasser gezogen wird, aber auch bei einem Sprung ins kalte Wasser, wenn der Körper noch nicht an die Temperatur gewöhnt ist. Wichtig ist jedoch auch anzumerken, dass das sekundäre Ertrinken nur sehr selten auftritt.

Sekundäres Ertrinken: Das sind die Symptome

Unmittelbar nach dem Einatmen von Wasser treten in der Regel keine Symptome auf. In den Stunden nach einem Badeunfall und sogar bis zu zwei Tage später können Symptome bei Ihrem Kind Symptome auftreten, die auf ein sekundäres Ertrinken hinweisen. Suchen Sie bei folgenden Beschwerden schnellstmöglich einen Arzt auf. 

  • Müdigkeit
  • Teilnahmslosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall
  • Schmerzen im Brustkorb
  • Husten 
  • schnelle Atmung
  • Atemnot
  • bläulich verfärbte Lippen

Vorbeugen können Sie einem Badeunfall, wenn Ihre Kinder möglichst früh schwimmen lernen. Auch Hilfsmittel wie Schwimmringe oder Schwimmwesten können verhindern, dass Kinder ungewollt unter Wasser geraten und dieses einatmen. 

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Können Erwachsene sekundär ertrinken?

Obwohl das tückische Phänomen des sekundären Ertrinkens häufiger bei Kindern auftritt, können auch Erwachsene betroffen sein. Dasselbe gilt für das trockene Ertrinken – diesem Schutzreflex können sowohl groß als auch klein jedoch vorbeugen, indem Eltern mit ihren Kindern üben, bei kaltem Wasser nicht die Luft anzuhalten.

Eine größere Gefahr für Erwachsene stellt der Sprung ins kalte Wasser dar. So verlockend es auch ist, überhitzt nach einem Sonnenbad ins kühle Nass zu hopsen – wenn unser Körper sich noch nicht an die Temperatur gewöhnt hat, verengen sich schlagartig unsere Adern, wodurch der Blutdruck enorm ansteigt. Im schlimmsten Fall führt diese Reaktion zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

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