Lungenentzündung beim Kind: Symptome, Hausmittel, Verlauf

Lungenentzündung beim Kind: Was Eltern jetzt wissen sollten

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) bei einem Kind kommt häufig vor. Denn: Das Immunsystem der Kleinen ist noch nicht ausgereift. Was Eltern über die Infektion wissen sollten, welche Symptome auftreten können und wie es um Hausmittel bei einer Lungenentzündung steht, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Bei einer Lungenentzündung, in der Fachsprache auch Pneumonie genannt, handelt es sich um eine Atemwegserkrankung. Im Kindesalter kommt die akute Entzündung besonders häufig vor. Häufigster Auslöser einer Pneumonie sind Pneumokokken. Die Bakterien können neben einer Entzündung der Lunge auch etwa eine Mittelohrentzündung verursachen.

>> Pneumonien bei Erwachsenen

Wie ansteckend ist eine Lungenentzündung bei Kindern?

Kinder mit dieser Erkrankung sind potenziell ansteckend und können den Infektionserreger durch Husten leicht weitergeben. Vor allem andere Kinder stecken sich über das Husten und Niesen gegenseitig an, etwa in Schulen, Kindergärten, Heimen oder auf Spielplätzen.

Durch die Tröpfcheninfektion gelangen die Erreger in die Luft und werden dann von anderen Kindern eingeatmet. Auch eine direkte Übertragung über die Schleimhäute ist möglich, etwa mittels Kuss. Bei Kindern und Babys ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, da sich ihr Immunsystem noch im Aufbau befindet.

Auch Menschen über 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für eine Lungenentzündung. Jedoch: Nicht jeder, der mit dem Erreger in Kontakt kommt, erkrankt. 

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Symptome: Hat mein Kind eine Lungenentzündung? 

Sie vermuten eine Lungenentzündung bei Ihrem Kind? Folgende Anzeichen können auf die Infektion hindeuten:

  • Bauchschmerzen
  • Husten
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • schmerzende Atmung
  • Desorientierung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verweigerung des Trinkens (v.a. bei Säuglingen)
  • erhöhter Herzschlag
  • Atemnot mit sogenanntem Nasenflügeln (schnelle Bewegung der kindlichen Nasenflügel beim Atmen)

Wichtig: Die Symptome einer Lungenentzündung beim Kind können im Einzelfall stark differieren.

Verlauf und Dauer der Infektion

Wie lange die Infektion bei Ihrem Kind andauert, hängt vom individuellen Gesundheitszustand und dem spezifischen Erregertyp ab. In der Regel sind die meisten Lungenentzündungen bei Kindern nach etwa sieben bis zehn Tagen wieder abgeklungen. Vorausgesetzt, es treten keine Komplikationen auf. Eine bakterielle Lungenentzündung geht dabei oft mit hohem Fieber einer (> 39 °C).

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So wird der Infekt diagnostiziert

Die Diagnostik einer Lungenentzündung ist bei Kinder und Erwachsenen ähnlich. Nach einem Anamnesegespräch hört der Arzt die Lunge des Kindes mittels Stethoskop ab. Spezifische Atemgeräusche geben Aufschluss darüber, ob eine Lungenentzündung vorliegt. Außerdem können folgende Untersuchungsmethoden für die Diagnose herangezogen werden: 

  • Blutanalyse
  • Röntgenuntersuchung des Thorax (Brustkorb)
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Lungenspiegelung (Bronchoskopie)

Wie gefährlich ist eine Pneumonie bei Kindern? 

Nehmen Sie die Infektion in jedem Fall ernst – insbesondere bei Kleinkindern und Babys. Denn: Weltweit lassen sich 20 Prozent aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren auf Atemwegsinfektionen zurückführen. Das geht aus Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. Vor allem Kinder in ärmeren Länder seien betroffen.

Welche Hausmittel können helfen?

Durch Bakterien ausgelöste Lungenentzündungen werden meist mit entsprechenden Antibiotika behandelt. Dieser kann Ihnen beispielsweise Ihr Hausarzt verschreiben. Wenn Viren an der Erkrankung der Lunge schuld sind, verschreibt ein Arzt sogenannte Virostatika. 

Zusätzlich können Hausmittel bei der Behandlung der schwerwiegenden Erkrankung unterstützen – bei Kindern wie auch bei Erwachsenen. Die Symptome mindern können zum Beispiel: 

Kräutertees

Grundsätzlich ist es sehr wichtig, dass Ihr Kind genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Das sorgt für feuchte Schleimhäute und schützt vorm Dehydrieren. Vor allem Kräutertees, etwa mit Oregano, Kamille oder Thymian eignen sich. Bei Bedarf können Sie den Tee mit einem Löffel Honig versüßen. Das wirkt zusätzlich entzündungshemmend.

Feuchte Luft

Gegen trockene Schleimhäute hilft es außerdem, wenn Sie die Luft im Kinderzimmer befeuchten. Das gelingt beispielsweise mit feuchten Tücher, die Sie über der warmen Heizung platzieren. Ihr Kind kann besser husten, den Schleim loswerden und die Erreger so besser bekämpfen.

Wadenwickel

Ein Klassiker unter den Hausmitteln bei Fieber. Lauwarme Wadenwickel entziehen dem Körper Hitze und können somit fiebersenkend wirken. Erneuern Sie die Wickel bei Ihrem Kind regelmäßig etwa alle 30 bis 60 Minuten.

Wichtig: Kinder mit einer Lungenentzündung sollten sich schonen und viel Bettruhe halten.

Inhalieren

Inhalieren kann bei einer Pneumonie Linderung verschaffen und die Atemwege vom Schleim befreien – auch bei Kindern. Denn: Feuchte Schleimhäute können Bakterien besser bekämpfen. Bringen Sie Ihrem Kind das Inhalieren Schritt für Schritt bei und machen Sie es gegebenenfalls vor. Als Zugabe können Sie beispielsweise Kochsalz, Kamille oder Thymian verwenden. Auch ätherische Öle, etwa Eukalyptusöl, sind dabei hilfreich. Bei Babys und Kleinkindern kann der Hausarzt mittels Inhalationsmaske unterstützen. Säuglinge sollten am besten im Schlaf inhalieren. 

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