Hodenkrebs erkennen: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Hodenkrebs erkennen: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Hodenkrebs ist die häufigste Krebsneuerkrankung bei Männern zwischen 25 und 45. Durch Selbstabtastungen können Sie Tumore frühzeitig selbst erkennen.

Hodenkrebs ist im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen zwar eher selten, bei Männern zwischen 25 und 45 Jahren ist es aber die häufigste Krebsneuerkrankung. Mit regelmäßigen Check-ups zu Hause können Sie Anzeichen von Hodenkrebs leicht selbst erkennen. Wir erklären, wie Männer Hodentumore erkennen und ihre Hoden richtig abtasten können.

Hodenkrebs erkennen: Informationen und Zahlen zur Erkrankung

Die guten Nachrichten vorweg: Hodenkrebs lässt sich gut behandeln, die Heilungschancen stehen so gut wie bei kaum einer anderen Krebserkrankung. Im Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert Koch-Institut heißt es etwa, dass Hodenkrebs zu den prognostisch günstigen bösartigen Neubildungen gehört. Etwa 97 Prozent der Patienten werden geheilt. Jedes Jahr erkranken ungefähr 4.000 Männer an Hodenkrebs. Besonders häufig treten Tumore an den Hoden zwischen dem 25 und 45 Lebensjahr auf. Im Durchschnitt sind Patient mit Hodenkrebs 37 Jahre alt.

Die Heilungschancen stehen umso besser, je früher die Tumore an den Hoden erkannt werden. Für junge Männer gibt es allerdings keine Früherkennungsuntersuchung. Erst ab 45 Jahren können Männer Früherkennungsuntersuchungen für Prostatakrebs über die Kostenstelle ihrer gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen. Bei Hausärzten können Männer ab 35 Jahren bereits alle zwei Jahre einen Rundum-Check erhalten. Mit Blick auf Hodenkrebs, der vor allem in jüngerem Alter auftritt, bedeutet das für Männer: do it yourself. Regelmäßige Selbstuntersuchungen des Hodensacks und der Hoden sind das beste Mittel, um Hodenkrebs zu erkennen und schnell behandeln zu können.

Hodenkrebs erkennen: Symptome und häufige Anzeichen

1. Harte, spürbare Knoten und Verhärtungen

Eines der häufigsten Anzeichen für Hodenkrebs sind ertastbare Knoten und erhabene Verhärtungen am Hoden. Solche Knoten haben oft die Größe von Erbsen oder Reiskörnern und müssen nicht immer Schmerzen verursachen. Durch regelmäßiges Abtasten der eigenen Hoden oder der Hoden Ihres Partners können Sie Tumore und Oberflächenveränderungen an den Hoden leicht feststellen. Tasten Sie jeden Hoden einzeln ab. Nutzen Sie dazu den Daumen und Zeigefinger einer Hand. Betasten Sie auch den Nebenhoden, der oben und seitlich entlang des Hodens liegt. Im Nebenhoden werden Spermien gespeichert, die der Hoden produziert hat. Sie sollten die Hoden regelmäßig abtasten, um Auffälligkeiten und auch kleinste Veränderungen frühestmöglich zu erkennen. Sie können das Abtasten ganz einfach während der täglichen Dusche durchführen.

2. Schwellung und Größenveränderung eines Hodens

Teil einer gründlichen Tastroutine sollte auch das Erfühlen des Gewichts der Hoden sein. Hodenkrebs kann sich durch Vergrößerungen eines Hodens bemerkbar machen. Erscheint ein Hoden angeschwollen oder ist schwerer als der andere? Lassen Sie dies von einer Urologin oder einem Urologen abchecken. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie groß und schwer Ihre Hoden sind, legen Sie den Hodensack vorsichtig in eine Handfläche. Heben Sie die Hand leicht an und senken sie wieder ab. So können Sie erfühlen, ob ein Hoden möglicherweise größer und schwerer als der andere ist. Männer sollten bei der Tastroutine natürlich auch den Hodensack optisch auf Veränderungen untersuchen. Heben Sie den Hodensack an, versuchen Sie einen Blick auf die Unterseite zu werfen. Möglicherweise gibt es Entzündungen oder auffällige Leberflecken, die von Urologen oder Hautärzten gegengecheckt werden sollten?

3. Kurzatmigkeit und Erschöpfung

Tumore zehren an Ihren Energiereserven. Ihr Immunsystem ist ständig im aktiven Abwehrdienst. Das kostet Kraft. Patienten mit Hodenkrebs berichten oft von körperlicher Erschöpfung und einem merklichen Leistungsabfall beim Sport, noch bevor Hodenkarzinome und Krebserkrankungen überhaupt diagnostiziert wurden. Bleibt ein Hodentumor lange unentdeckt – denn nicht immer verursacht Hodenkrebs Schmerzen oder spür- und sichtbare Veränderungen am Hoden – können sich Metastasen in der Lunge bilden. Diese Metastasen machen sich durch Kurzatmigkeit und Atemnot bemerkbar. In einigen Fällen wird Hodenkrebs erst dann erkannt, wenn Patienten mit Lungenbeschwerden ärztlich durchgecheckt werden. Haben Metastasen bereits bis in die Lunge gestreut, wird die Behandlung der Krebserkrankung wesentlich komplizierter. Strahlentherapie und Chemotherapie werden dann wahrscheinlicher. 

4. Schmerzende Brüste

Hodenkrebs geht oft auch mit Schwellungen einer oder beider Brustdrüsen einher. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Brustwarzen und die umliegenden Areale schmerzen oder über einen längeren Zeitraum immer wieder druckempfindlich und sensibel sind, sollten Sie Ihren Hausarzt oder einen Urologen aufsuchen. Erkrankungen der primären Sexualorgane bedingen oft auch merkliche Auswirkungen und Veränerungen an den sekundären Geschlechtsorganen.

Video: Ein Urologe erklärt, wie Sie Ihre Hoden ganz einfach selbst abtasten und Hodenkrebs frühzeitig erkennen können

Risikofaktoren für Hodenkrebs

Mittlerweile gilt als gesicherter Risikofaktor für Hodenkrebs ein sogenannter Hodenhochstand. Der Hodenhochstand ist eine angeborene Falschlage eines oder beider Hoden. Dabei sitzen die Hoden nicht im Hodensack, sondern sind im Leistenkanal oder gar der Bauchhöhle. Hodenhochstand kann nicht nur Tumore bedingen, sondern unbehandelt auch zur Unfruchtbarkeit führen. Der angeborene Hodenhochstand wird daher in den meisten Fällen bereits während des ersten Lebensjahres operativ korrigiert.

Neben dem Hodenhochstand tragen Männer, die bereits einmal Hodenkrebs hatten, ein wesentlich größeres Risiko, erneut an Hodenkrebs zu erkranken. Regelmäßige Selbstuntersuchungen der Hoden sind für Männer mit Krebserkrankungen in der Familie oder einer persönlichen Historie mit Krebserkrankungen unverzichtbar.

Hodenkrebs erkennen: Welche Krebsarten gibt es?

Hodenkrebs ist nicht gleich Hodenkrebs. Die Krebsarten unterscheiden sich entsprechend der Zellen, aus denen die Tumore hervorgehen. Keimzellentumore werden als Seminome bezeichnet. Ein Großteil der bösartigen Hodenkarzinome entstehen als Keimzellentumore, sind also Seminome. Nicht-Seminome Tumore bilden sich aus Zellen des Bindegewebes im Hodensack. Diese Hodentumore sind allerdings selten.

Hodenkrebs behandeln: Was passiert?

Beim überwiegenden Großteil der Betroffenen von Hodenkrebs verläuft die Behandlung erfolgreich. Etwa 97 Prozent der Patienten können komplett geheilt werden. Dabei ist die frühzeitige Erkennung des Krebses und die Tumorart wichtig.

In der Regel wird Hodenkrebs im ersten Schritt operativ behandelt, indem der betroffene Hoden entfernt wird. Bei der Hodenentfernung entnehmen die Chirurgen und Chirurginnen den kompletten Hoden mitsamt Nebenhoden und Samenstrang. Je nachdem, um was für einen Hodentumor – Seminome oder Nicht-Seminome – es sich handelt und wie weit der Hodenkrebs vorangeschritten ist, folgt anschließend oft eine Chemotherapie. Bei der Chemotherapie sollen mögliche Ableger und Metastasen des Hodentumors im Körper vernichtet werden. Mitunter und abhängig von der Tumorart kann nach der Hodenentfernung auch eine Strahlentherapie angewendet werden.

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