26. März 2021
Geschlechtsverkehr: So stärkt Sex das Immunsystem

So stärken Sex und Zärtlichkeit unser Immunsystem

Geschlechtsverkehr und Immunsystem – da denkt man schnell an Geschlechtskrankheiten. Doch Sex sowie Orgasmen durch Selbstbefriedigung haben zahlreiche positive Effekte. Wir verraten Ihnen, warum Sie täglich jemanden umarmen sollten und wie Sex das Immunsystem stärkt.

Umarmen und massieren: Wieso wir uns mehr berühren sollten

Wenn sich zwei Körper berühren, passiert nicht nur auf emotionaler Ebene viel Gutes, sondern auch auf rein körperlicher: Ob wir uns massieren, knuddeln oder Geschlechtsverkehr haben: Beim Berühren wird das "Kuschelhormon" Oxytocin aktiviert.

Spezifische Nervenbahnen, die nur auf zärtliche, langsame Berührungen reagieren, signalisieren unserem Gehirn, dass Oxytocin ausgeschüttet werden darf: Dieser Tausendsassa baut Stresshormone ab, senkt Puls und Blutdruck, lindert Schmerzen, schafft Vertrauen und reduziert Aggressionen. Insbesondere der stresssenkende Effekt tut unserem Immunsystem gut. Weniger Dauerstress wirkt sich immer stärkend auf unsere Abwehrkräfte aus. Leben Sie also getreu dem Motto: A hug a day keeps the doctor away.

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Küssen erwünscht: Wie wir Abwehrkräfte austauschen

Beim Küssen werden nicht nur Gefühle ausgetauscht, sondern auch Körperflüssigkeiten. Über den Speichel wechseln Millionen von Bakterien den Körper. Was nicht besonders romantisch klingt, ist jedoch äußerst förderlich für unsere Immunabwehr: Bei gesunden Menschen regen Mikroorganismen das Immunsystem dazu an, sich weiter zu verbessern. Es lernt dabei neue Bakterientypen kennen und produziert Antikörper, die uns vor Eindringlingen schützen. Damit ist Küssen ein natürlicher Immunbooster, der auch noch Spaß macht.

Küssen setzt außerdem Endorphine im Körper frei, welche nicht nur Glücksgefühle hervorrufen, sondern auch Stress reduzieren und somit unser Immunsystem entlasten. Die Hormone Adrenalin und Dopamin werden gleichzeitig ausgeschüttet. Sie wirken schmerzlindernd, wundheilend und blockieren das Stresshormon Cortisol. Ein wunderbar nützlicher Liebescocktail also, der Sie im stressigen Alltag davor schützt, krank zu werden.

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So stärkt Sex das Immunsystem

Dass Geschlechtsverkehr positiv für unsere Stimmung und unseren Stresslevel ist, ist klar. Aber welche positiven Effekte hat er auf unser Immunsystem? Dieser Frage gingen amerikanische Wissenschaftler rund um Dr. Tierney Lorenz im Jahr 2015 nach: Sie untersuchten 32 prämenopausale Frauen, von denen 15 regelmäßig Geschlechtsverkehr hatten und 17 komplett abstinent waren. Im Blut der sexuell aktiven Probandinnen fanden sie deutlich höhere Konzentrationen des Immunglobulin G, einem Antikörper, der vor Viren und Bakterien schützt.

Daraus schlussfolgerten die Wissenschaftler: Sexuell aktive Frauen wehren Krankheitserreger besser ab als abstinente Frauen. Zusätzlich zu der Funktion als Immunbooster hat Geschlechtsverkehr natürlich noch weitere positive Effekte auf uns: Sex hilft beim Abbau von Alltagsstress, fördert die Durchblutung des gesamten Körpers und je nach Stellung können Sie einige Kalorien dabei verbrennen. Ein Orgasmus fühlt sich folglich nicht nur gut an, er schützt uns auch vor Infekten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hält uns fit.

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