Gebrochener Zeh: Was Sie jetzt tun und wissen müssen

Gebrochener Zeh: Was Sie jetzt tun und wissen müssen

Oft reicht ein unvorsichtiger Schritt, ein unbeabsichtigter Tritt oder ein Gegenstand, der auf unsere Füße fällt und schon ist einer unserer empfindlichen Zehen gebrochen. Ob im Haushalt, beim Sport oder auf der Arbeit, mit unseren Zehen ecken wir leicht an, die Schmerzen sind dann aber umso größer. Was Sie tun können, wenn Sie sich einen Zeh gebrochen haben, wie lange die Heilung dauert und ob Sie einen Arzt oder Ärztin aufsuchen müssen, erfahren Sie hier.

Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Wahrscheinlich auch deswegen, weil wir uns in unserem eigenen Heim sicher, geborgen und vertraut fühlen. Hier kennen wir jede Ecke, jeden Türrahmen und die genaue Position jedes Möbelstücks. Diese Vertrautheit mit der Umgebung und das Gefühl absoluter Sicherheit lassen uns auch unvorsichtig werden. Viele Bewegungen in den eigenen vier Wänden laufen routiniert und im Autopiloten ab. Und genau in solchen Situationen kommt es oft zu kleinen aber enorm schmerzhaften Unfällen.

Wer kennt es nicht? Eine unachtsame Bewegung und schon stößt ein Zeh schmerzhaft gegen ein Stuhlbein, oder der kleine Zeh bleibt beim nächtlichen Gang zur Toilette am Türrahmen hängen, oder der große Zeh prallt mit voller Wucht gegen den Bettkasten, oder … Es gibt viele scheußliche Möglichkeiten, wie wir uns die Zehe brechen können. Auch beim Sport können unsere Zehen in Mitleidenschaft gezogen werden. Und das Schlimmste: Aufgrund der vielen Nervenenden in unseren Zehen schmerzen Verletzungen dort auch besonders doll.

Auch spannend: Darum tut es so schrecklich weh, wenn wir uns den Zeh stoßen > >

Und was, wenn das Unglück passiert ist? Was Sie mit einem gebrochenen Zeh machen sollten, welche Maßnahmen jetzt helfen und ob Sie zum Arzt oder zur Ärztin humpeln sollten, verraten wir Ihnen hier.

Wie erkenne ich einen gebrochenen Zeh? Das sind die offensichtlichen Symptome

Typische Symptome für Knochenbrüche, Prellungen und Verstauchungen sind zunächst einmal starke Schmerzen. Da unsere Zehen aber besonders empfindlich sind, müssen starke Schmerzen hier nicht sofort auf einen Bruch oder ähnliches hindeuten. Erst in Kombination mit anderen Symptomen können Sie einigermaßen sichergehen, ob Ihr Zeh gebrochen ist oder nicht. An diesen Anzeichen erkennen Sie einen gebrochenen Zeh:

  • sichtbare Fehlstellung des Zehs
  • starke, pochende Schmerzen
  • sofortige starke Schwellung des Zehs
  • Bluterguss im Zeh führt zu bläulich-schwarzer Verfärbung
  • der Zeh lässt sich nicht mehr bewegen (oder Bewegung ist stark eingeschränkt)

Im Video: So beugen Sie Knochenbrüchen durch Osteoporose vor


Gebrochen oder nur Prellung? Wie können Sie einen gebrochenen Zeh von einem geprellten Zeh unterscheiden? In den meisten Fällen lassen sich Zehenbruch und Prellung leider gar nicht auseinanderhalten. Denn auch bei einer Prellung schwillt die extrem schmerzempfindliche Knochenhaut an. Es kommt zu Blutungen im Gewebe und starken Schmerzen. Nur bei einem Arzt oder einer Ärztin können Sie zweifelsfrei herausfinden, ob Ihr Zeh gebrochen oder geprellt ist.


Mit gebrochenem Zeh zum Arzt: Wann Sie Hilfe suchen sollten

Je nach Art des Unfalls kann ein Zeh aber auch brechen, ohne dass sich eine deutliche Fehlstellung zeigt. Ist einer der Zehenknochen sauber gebrochen, erscheint der betroffene Zeh bis auf Schwellung, Bewegungsbeeinträchtigung und Verfärbung normal. Auch Trümmerbrüche, etwa nachdem ein schwerer Gegenstand auf einen Zeh gefallen ist, müssen nicht unbedingt mit offensichtlichen Fehlstellungen einhergehen. Verletzungen an den Füßen und Zehen durch schwere Gegenstände führen aber in der Regel auch zu Weichteilschäden, bei denen das Gewebe gequetscht und verletzt wurde. Blutungen, Platzwunden und zerstörte Zehennägel sind bei solchen Unfällen nicht selten. Dies sind Verletzungen, mit denen Sie unbedingt zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen sollten.

Ärztliche Hilfe sollten Sie bei Verdacht auf einen gebrochenen Zeh aber auch dann aufsuchen, wenn Ihr Zeh nach einem Unfall keine deutliche Fehlstellung aufzeigt. Nur die Profis können sichere Diagnosen stellen und zweifelsfrei aufklären, ob der Zeh gebrochen, geprellt oder verstaucht ist. Für gewöhnlich lassen Ärzte und Ärztinnen Röntgenaufnahmen anfertigen. Durch die Röntgenbilder kann zweifelsfrei gesehen werden, ob es sich um eine Fraktur handelt oder nicht.

Das können Sie jetzt tun

Gebrochene Zehen sind immer schmerzhaft aber nur in sehr seltenen Fällen müssen Ärzte und Ärztinnen chirurgisch eingreifen. Für Sie gilt es nun also vor allem, den Zeh so gut zu schonen wie möglich. Folgende Behandlungsmöglichkeiten haben Sie:

  • Fuß hochlegen
  • Zeh so wenig wie möglich bewegen
  • den gebrochenen Zeh kühlen
  • bei Bedarf mit Schmerzmitteln die Schmerzen lindern

In den ersten Tagen nach einem Zehenbruch wird Ihnen das Gehen ohnehin schwerfallen. Schmerzen und die frische Schwellung behindern die Bewegungsfähigkeit des gebrochenen Zehs. Ein normales Abrollen mit dem Fuß beim Gehen ist nicht möglich. Belasten Sie den Zeh im besten Fall nicht und sitzen oder liegen Sie. Wenn Sie trotz Zehenbruch unbedingt gehen müssen, achten Sie auf stabiles Schuhwerk mit weichen Sohlen. Ihr Zeh sollte für die nächsten Wochen so ruhig und stabil liegen, wie möglich.

Bei der Behandlung eines Zehenbruchs kommt es vor allem auf Stabilisation an. Für zusätzliche Stabilisation eignen sich auch Tapes. Mit medizinischen Tapes können Sie den gebrochenen Zeh einfach an einen seiner Nachbarn kleben. Fixieren Sie dien Zeh mit einigen Lagen Tape so, dass er sich beim Gehen nur minimal bewegt und nicht geknickt oder gebeugt wird. Das Tape sollten Sie täglich neu anlegen. Diese Behandlungsmethode wird aber nur für die kleineren Zehen empfohlen. Haben Sie sich den großen Zeh gebrochen, können Ärzte und Ärztinnen mitunter andere Methoden der Behandlung wählen. Die Knochen des großen Zehs sind dicker, Brüche heilen hier mitunter schwerer aus. Auch ist der große Zeh mitverantwortlich dafür, dass wir unser Gleichgewicht halten können. Ihm kommt eine wesentliche Funktion beim Gehen, Stehen und Bewegen zu. Einige Menschen müssen bei einem gebrochenen großen Zeh einen Gipsschuh tragen oder mit der Hilfe von Krücken gehen.

So lang dauert der Heilungsprozess

Als Faustregel kann gesagt werden, dass ein gebrochener Zeh nach etwa fünf bis sechs Wochen wieder vollständig geheilt ist. Dies hängt selbstverständlich davon ab, wie schwer die Verletzung war, welcher Zeh betroffen war und wie sehr der Zeh während der Behandlung geschont wurde. Wer einem gebrochenen Zeh nicht genügend Ruhe gönnt, zögert die Heilung hinaus und verschleppt Beschwerden mitunter mehrere Wochen.

Bei Kindern heilen gebrochene Zehen in der Regel schneller wieder ab. Schon nach drei Wochen können Frakturen wieder zusammengewachsen sein. Auch hier spielen Schonung, Kühlung und Ruhigstellung eine wichtige Rolle.

Gibt es Risiken bei einem gebrochenem Zeh?

Gebrochene Zehen sind selten gefährlich. Bestimmte Arten von Zehenbrüchen gehen aber mit Verletzungen einher, die unter Umständen zu Komplikationen führen können. Fällt ein schwerer Gegenstand auf einen Zeh, kann es zu Trümmerbrüchen kommen. Besonders komplizierte Trümmerbrüche müssen operativ behandelt werden und heilen nicht von selbst wieder ab.

Auch das sogenannte Kompartmentsyndrom kann für zusätzliche Risiken bei einer schlimmen Fraktur des Zehs sorgen. Dabei üben Blutungen und Schwellungen einen solchen Druck auf bestimmte Gewebeteile im Zeh aus, dass Nerven und Gefäße in dem Areal abgedrückt werden. Gelangt kein Blut mehr in das Gewebe, stirbt es ab.

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