24. März 2021
Sterilisation: Wie funktioniert sie bei der Frau?

Sterilisation: Wie funktioniert sie bei der Frau?

Wenn die Kinderplanung bereits abgeschlossen ist, kann die Sterilisation der Frau eine mögliche Verhütungsmethode sein. Aber was wird bei der sogenannten Tubenligatur genau gemacht und für wen kommt sie infrage? Wir erklären, wie eine Sterilisation bei der Frau funktioniert.

Die Pille, Hormon- oder Kupferspirale, Diaphragma – es gibt viele verschiedene Verhütungsmethoden für Frauen. Wenn die Kinderplanung bereits abgeschlossen ist, besteht auch die Möglichkeit sich sterilisieren zu lassen. Die Sterilisation der Frau wird als Tubenligatur bezeichnet und ihr Pearl-Index liegt laut WHO bei 0,5. Der Pearl-Index bezeichnet die Anzahl der Frauen, die trotz Verhütungsmittel schwanger werden. Das bedeutet, dass trotz Sterilisation höchstens 5 von 1000 Frauen schwanger werden – die Methode gilt also als sehr sicher. Die Entscheidung für einen solchen Eingriff sollte jedoch wohlüberlegt sein.

Sterilisation: Wie funktioniert sie bei der Frau?

Die Sterilisation der Frau ist ein operativer Eingriff, der darin besteht, die Eileiter (Tuben) undurchgängig zu machen. Der Eingriff wird über einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke durchgeführt, durch den spezielle Instrumente sowie eine kleine Kamera in den Bauchraum eingeführt werden können. Um das Zusammentreffen von Spermium und Eizelle zu verhindern, können entweder Teile jedes Eileiters entfernt, die Eileiter mithilfe von Hitze verödet oder die Eileiter mit einem Clip abgetrennt werden. Die Sterilisation kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Nach der Operation können die Eizellen lediglich bis zur jeweiligen Unterbrechung wandern, bevor sie sich auflösen.

Für wen kommt eine Sterilisation infrage?

Die Tubenligatur birgt, wie jeder operative Eingriff, gewisse Risiken. Dazu zählen unter anderem Verletzungen der inneren Organe wie zum Beispiel des Darms, Verwachsungen im Bauchraum sowie Wundheilungsstörungen. Der Eingriff hat keinen Einfluss auf das Lustempfinden oder die Hormonproduktion und auch der normale Zyklus bleibt bestehen. Trotzdem sollte eine Sterilisation unter dem 30. Lebensjahr nur aus medizinischen Gründen durchgeführt werden, da sich die Lebensumstände ändern können. Laut Pro Familia bereuen rund 5 bis 10 Prozent der Frauen und Männer die Entscheidung nach dem Eingriff – das kann für Betroffene eine große psychische Belastung darstellen. Zwar kann eine Sterilisation rückgängig gemacht werden, allerdings werden nur wenige Frauen nach der sogenannten Refertilisierung schwanger. Folgenden Gründe können dennoch für eine Sterilisation sprechen:

  • Ihre Familienplanung ist bereits abgeschlossen
  • Sie haben bereits alternative Verhütungsmethoden ausprobiert
  • Sie können aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen
  • Die Sterilisation war Ihre eigene Idee
  • Sie sind über 30 Jahre alt

Fazit: Da nicht garantiert ist, dass die Sterilisation rückgängig gemacht werden kann, sollten Sie die Entscheidung gut überdenken. Lassen Sie sich von niemandem zu dieser Entscheidung drängen.

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