Hormonfreie Verhütung mit Kupfer Kupferspirale, Kupferkette oder Kupferball: Das sind die Unterschiede

Hormonfreie Verhütungsmittel mit Kupfer sind gefragter denn je. Doch wie funktionieren eigentlich Kupferkette, Kupferspirale sowie Kupferball und was sind die Unterschiede?

Kupferspirale-unsplash

Immer mehr Frauen entscheiden sich gegen die Antibabypille und möchten auf eine hormonfreie Verhütung umsteigen. Besonders sichere und beliebte Alternativen sind Verhütungsmittel mit Kupfer wie die Kupferkette, die Kupferspirale oder der Kupferball. Sie werden vom Gynäkologen in die Gebärmutter eingesetzt und geben dort in ständigen, kleinen Mengen Kupfer ab, was die Spermien oder auch eine befruchtete Eizelle abtöten lässt. Das Kupfer nimmt ebenfalls Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut und löst eine Entzündungsreaktion aus, die eine Einnistung der Eizelle verhindert. Ein Verhütungsmittel mit Kupfer kann drei bis zehn Jahre in der Gebärmutter bleiben. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht bzw. nur bei Frauen unter 22.
 

Das Einsetzen: Schnell, aber nicht immer schmerzfrei

Die Kupferspirale, -kette oder -ball werden während der Periode eingesetzt, da zu diesem Zeitpunkt der Muttermund leicht geöffnet und der Gebärmutterhals geweitet ist. Das Einsetzen dauert keine fünf Minuten, wird meist als eher unangenehm bis schmerzhaft empfunden. Ein Schmerzmittel wie eine Ibuprofen kann eine Stunde vorher genommen werden und zur Linderung beitragen. Nach dem Einsetzen kann es in den ersten Tagen zu Unterleibsschmerzen kommen. In den ersten Wochen und Monaten kann es zudem zu Zwischenblutungen kommen. Ebenfalls besteht am Anfang ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Doch worin differenzieren sich nun Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball? Die Wirkungsweise ist bei allen drei gleich – jedoch unterscheiden sich die drei hormonfreien Verhütungsmethoden in ihrer Art der Befestigung innerhalb der Gebärmutter.
 

Die Kupferspirale

Die Kupferspirale hat einen mit Kupferdraht umwickelten Körper und Seitenarme, die mittels eines kleinen Plastikröhrchens in die Gebärmutterhöhle eingehakt werden. Ein Rückholfaden lässt sich in der Scheide ertasten. So kann sichergestellt werden, dass die Kupferspirale nach dem Geschlechtsverkehr oder der Periode nicht unbemerkt herausgerutscht ist. Alle sechs Monate sollte der Sitz der Spirale vom Frauenarzt kontrolliert werden. Die Periode kann durch die Kupferspirale stärker sein und länger andauern. Menstruationsbeschwerden können ebenfalls zunehmen. Aus diesem Grund ist die Kupferspirale nicht für Frauen zu empfehlen, die bereits vorher unter starken Regelschmerzen leiden.
Pearl-Index: 0,3 bis 0,8
Kosten: Je nach Modell zwischen 120 und 300 Euro.
 

Die Kupferkette

Die Kupferkette ist eine Weiterentwicklung der Spirale und ist im Vergleich zu ihr flexibler und kleiner, da sie sich der individuellen Form der Gebärmutter besser anpasst. Auf dem festen Kunststoff-Faden stecken Kupferhülsen oder -perlen. Dieser wird mit einem Knoten in der Gebärmutterwand eingesetzt. Auch hier schaut ein Rückholfaden leicht aus dem Muttermund heraus und ist ertastbar. Nach einem Monat wird mit einem Ultraschall der Sitz der Kette kontrolliert, da es in den ersten Wochen zu Verschiebungen kommen kann. Da ihre Größe variabel ist, ist die Kupferkette gerade für eine kleine Gebärmutter geeignet. Die Monatsblutung soll im Vergleich zur Kupferspirale schwächer und weniger schmerzhaft sein.
Pearl-Index: 0,1 bis 0,5
Kosten: Zwischen 200 und 300 Euro.
 

Der Kupferball

Der Kupferball ist noch relativ neu und wird erst seit 2014 eingesetzt. Er ist aus einem chirurgischen Faden geformt, auf dem 17 Kupferperlen aufgefädelt sind. Der Kupferball liegt im Vergleich zur Spirale und Kette frei in der Gebärmutterhöhle. Seine Kugelform reizt die Gebärmutterschleimhaut weniger als die beiden anderen Kupferverhütungsmittel und soll von Frauen weniger wahrgenommen werden. Einmal eingesetzt, kann der Ball bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben. Die Lage des Kupferballs wird einmal im Jahr per Ultraschall kontrolliert, da eine Ausstoßung prinzipiell möglich und gerade bei einer kleineren Gebärmutter höher ist. Ähnlich wie bei der Kupferspirale kann der Kupferball eine stärkere Regelblutung verursachen.
Pearl-Index: 0,3 bis 0,8
Kosten: Zwischen 300 und 500 Euro

Egal für welches hormonfreie Verhütungsmittel mit Kupfer Sie sich entscheiden, klären Sie vorher ab, ob Sie eine Kupferallergie haben und lassen sich von Ihrem Gynäkologen beraten, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

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Datum: 16.11.2020
Autorin: Kristina Regentrop