4. März 2021
HPV-Impfung: Krebsvorsorge für Kinder und Jugendliche

HPV-Impfung – wichtiger Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Humane Papillomviren (HPV) können verschiedene Krebsarten verursachen, u.a. Gebärmutterhalskrebs. Kinder und Jugendliche sollten bereits vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden, um eine Infektion zu verhindern. Hier erfahren Sie alles über die HPV-Impfung.

Wovor schützt die HPV-Impfung?

Die HPV-Impfung wird oft als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) angesehen. Aber auch junge Männer können von dieser Impfung profitieren. Diese Impfung senkt das Risiko für Penis- und Analkrebs. All diese Erkrankungen werden durch HP-Viren ausgelöst. Es sind über 200 verschiedene Typen von HP-Viren bekannt. Davon können etwa 40 Typen Infektionen auslösen. Die Infektionen können über die Haut- und Schleimhautstellen von einem Menschen auf den anderen übertragen werden.

Infektionen mit HP-Viren verursachen erstmal keine Beschwerden und heilen in der Regel auch von selbst aus. Aber es gibt die seltene Ausnahme, dass diese Infektionen nach Jahren oder Jahrzehnten zu Krebserkrankungen führen. Dann besteht die HPV-Infektion als chronischer "Hochrisiko-Typ" dauerhaft fort – und kann im Erwachsenenalter die Entstehung von Krebs begünstigen. Da ca. 90 Prozent der jungen Mädchen, die schon sexuell aktiv sind, dieses Virus bekommen, ist eine Impfung, die vor diesen Infektionen schützt, in jungen Jahren empfehlenswert.

Dirk Meyer von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betont in diesem Zusammenhang, wie wichtig die Impfung ist: "Die HPV-Impfung wird für Mädchen seit dem Jahr 2007 empfohlen, seit 2018 auch für Jungen. Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern kann auch zukünftig Sexualpartnerinnen und -partner nicht mehr anstecken." Der Experte leitet bei der BZgA das Referat "Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen".

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Wer sollte sich impfen lassen?

Die Impfung sollte bei Jugendlichen vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Denn die Impfung kann zwar vor Infektionen schützen, allerdings können bestehende Infektionen nicht durch die Impfung geheilt oder aufgehalten werden. Jugendliche sollten daher, idealerweise, zwischen dem neunten und vierzehnten Lebensjahr geimpft werden. Sicher kann man die Impfung auch bis zum 18. Geburtstag nachholen. Sollte der Jugendliche zu diesem Zeitpunkt allerdings schon sexuell aktiv sein, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion hoch. Wer sich für die HPV-Impfung entscheidet, sollte sich so bald wie möglich impfen lassen.

Zahlen Krankenkassen die HPV-Impfung?

Da die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) die HPV-Impfung für alle 9- bis 14-Jährigen empfiehlt, übernehmen auch die Krankenversicherungen die Kosten hierfür. Auch Jugendliche bis 17 Jahren können sich noch kostenlos nachimpfen lassen. 

Wie findet die Impfung statt?

Die Impfung findet im Oberarm statt und wird muskulär gespritzt. Außer einem kleinen Pik merkt man hier nichts. Da der Impfstoff keine vermehrungsfähigen Viren enthält, kann er keine Infektion auslösen. Der Impfstoff enthält Eiweißstoffe, die der Virushülle entsprechen. Diese lösen eine Abwehrreaktion aus und die schützenden Antikörper werden gebildet. Eine HPV-Impfung sollte im Abstand von fünf Monaten wiederholt werden. Dies gilt dann, wenn die oder der Jugendliche bei der Impfung nicht älter als 14 Jahre ist. Nach dem 14. Lebensjahr muss die Impfung noch zweimal wiederholt werden.

Ist die Impfung denn wirksam?

Hier gibt es natürlich schon viele Studien zur Wirksamkeit der Impfung. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Impfung sehr gut vor Infektionen mit HP-Viren schützt. Dies bedeutet, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sinkt. Ohne HPV-Impfung erkranken ca. 30 von 100 Frauen in ihrem Leben an Gebärmutterhalskrebs. Mit einer HPV-Impfung erkranken lediglich 10 von 100 Frauen an dieser Form des Krebses.

In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 4.000 Frauen daran. Die verfügbaren Impfstoffe schützen zu 70 bis 90 Prozent vor der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs.

Dirk Meyer von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Auch wenn Gebärmutterhalskrebs heute schon gut behandelbar ist, bedeutet der Krebs doch fast immer eine Entfernung der Gebärmutter. Diese Operation ist für die meisten Frauen eine enorme seelische wie auch körperliche Belastung. Außerdem treten durch die HPV-Impfung deutlich weniger Feigwarzen auf.

Wann muss die Impfung wiederholt werden?

Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren bekommen zwei Einzelimpfungen im Abstand von fünf bis 13 Monaten. Für Jugendliche ab dem Alter von 15 Jahren gelten drei Einzelimpfungen, welche in einem Zeitraum von insgesamt sechs Monaten stattfinden.

Wie sieht es denn mit Nebenwirkungen aus?

Diese sind, nach heutigen Erkenntnissen, als eher gering einzustufen. Sicher kann es nach der Impfung zu Hautreaktionen an der Einstichstelle kommen. Dann sind Schmerzen, aber auch Rötungen oder Schwellungen nicht ungewöhnlich. Selten kommt es zu Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen oder auch Müdigkeit. Als Vorsichtsmaßnahme sollte die oder der Jugendliche nach Verabreichung der Impfung noch eine viertel Stunde in der Arztpraxis bleiben. Manche Jugendliche verlieren nach der Impfung kurz das Bewusstsein. Warum dies geschieht, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Sicher kann es bei dieser Impfung, wie bei allen anderen Impfungen auch, zu allergischen Reaktionen kommen. Dann sollte die zweite Spritze nicht mehr gegeben werden.

Fazit

Ob sich Jugendliche impfen lassen möchten, sollte immer zusammen mit dem Arzt und natürlich den Eltern besprochen werden. Die Impfung ist eine gute Ergänzung zu den Vorsorgeuntersuchungen, die natürlich nicht außer Acht gelassen werden sollten. In den letzten Jahren hat sich die HPV-Impfung immer mehr als Mittel zur Vorbeugung von Krebs und Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, aber auch weiteren Krebsarten, bewiesen.

Video: Viel weniger Krebs durch HPV-Impfung

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