30. März 2021
Gründe für Schmerzen in den Eierstöcken

Gründe für Schmerzen in den Eierstöcken

Schmerzen an den Eierstöcken sind unangenehm oder tun im schlimmsten Fall sogar enorm weh. Ursachen gibt es dafür viele. Wir erklären, woher die Beschwerden kommen und welche Erkrankungen dahinterstecken können.

Schmerzen im Unterleib kennt so gut wie jede Frau. Doch manchmal treten Schmerzen ungewohnt stark oder jenseits von Menstruationsbeschwerden auf. Als Ursache können meist die Eierstöcke dahinterstecken. Folgende Gründe sind daher:

  • Mittelschmerz beim Eisprung
  • Entzündung der Eierstöcke
  • Gewebewucherungen
  • Stieldrehung
  • Schwangerschaft
  • Ovarialthrombose
  • Krebs

Mittelschmerz beim Eisprung

In der Zyklusmitte spüren etwa ein Drittel der Frauen ein unangenehmes Ziehen im Unterleib. Hierbei handelt es sich um den Mittelschmerz rund um den Eisprung. Dieser entsteht, wenn das Gewebe rund um die wachsende Eizelle sich spannt, die Eibläschen platzen oder sich die Eileiter nach dem Eisprung zusammenziehen, um das Ei zur Gebärmutter zu transportieren. Ruhe, Wärme und Entspannung lindern das schmerzhafte Ziehen. Bei sehr starken Schmerzen sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen. 

Entzündung der Eierstöcke

Bei einer Eierstockentzündung (Adnexitis) treten akut starke Schmerzen auf, die durch Krankheitserreger, häufig Chlamydien, verursacht werden. Die Entzündung kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten. Weitere körperlichen Anzeichen für eine Entzündung an den Eierstöcken sind ein schweres Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit sowie Erbrechen, und eventuell riechender Scheidenausfluss. Eine Entzündung sollte immer vom Arzt abgeklärt werden, da diese sich sonst zu einer chronischen Entzündung entwickeln kann. Schmerzen im Rücken und Unterbauch, sowie während der Regelblutung und des Geschlechtsverkehrs kehren immer wieder. Behandelt wird eine Eierstockentzündung mit Antibiotika. Bei größeren Komplikationen muss operativ therapiert werden.

Gewebewucherungen

Wuchert Gebärmutterschleimhaut, wie bei der Endometriose, in anderen Organen und auch in den Eierstöcken, kann das krampfartige und starke Schmerzen verursachen. Sollten Sie sehr starke Menstruationsbeschwerden haben, sollten Sie sich auf Endometriose untersuchen lassen. Der Arzt wird eine entsprechende Therapie besprechen.
Ebenso können auch Zysten an und in den Eierstöcken Schmerzen verursachen. Die Zyste ist ein mit Flüssigkeit oder Blut gefüllter Hohlraum, die sich jedoch in den meisten Fällen wieder von alleine zurückbildet. Nur selten werden sie sehr groß, sodass sie operativ entfernt werden müssen.

Stieldrehung

Eine Stieldrehung entsteht oft gemeinsam mit einer Zyste, die sowohl gutartig und hormonell bedingt sein kann als auch tumorös sein kann. Durch eine ungünstige und schnelle Bewegung im Alltag kann sich die Zyste an ihrer Aufhängung drehen und den Eierstock abschnüren, sodass dieser nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt wird. Eine Stieldrehung äußert sich durch heftige Schmerzen. Hierbei handelt es sich um einen akuten Notfall, von daher ist schnelles Handeln gefragt. Mithilfe einer Operation wird die Zyste entfernt und der Eierstock wiederhergestellt. Es besteht jedoch die Gefahr, dass der Eierstock seine Funktion verliert und abstirbt, wodurch eine einseitige Unfruchtbarkeit entsteht.

Eileiter-/Schwangerschaft

Manche Frauen spüren während der Schwangerschaft ein Ziehen in den Eierstöcken. Dies wird durch den Druck des Babys auf die Beckenorgane hervorgerufen.
Besteht jedoch keine bekannte Schwangerschaft, können Schmerzen auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. Dabei nistet sich die befruchtete Eizelle statt in der Gebärmutter im Eileiter ein. Gefährlich wird es, wenn der Embryo zu groß wird und der Eileiter reißt. Daher sollte bei Schmerzen schnell gehandelt werden.

Ovarialthrombose

Bei einer Ovarialthrombose ist die versorgende Vene des Eierstocks durch ein Blutgerinnsel verschlossen. Es entsteht ein Blutmangel, welcher sich durch starke und plötzlich auftretende Schmerzen äußert. Die Schmerzen sind einseitig. Manchmal kommt es auch zusätzlich zu hohem Fieber. Mittels einer Computertomografie (CT) und Laboruntersuchungen wird die Thrombose diagnostiziert. Die Behandlung erfolgt durch Gerinnungshemmer und Antibiotika.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Während Eierstockkrebs im Frühstadium keine Beschwerden verursacht, kann er im fortgeschrittenen Stadium Schmerzen an Becken und Bauchhöhle verursachen. Weitere körperliche Anzeichen, die auf Eierstockkrebs deuten, sind Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, häufiges Wasserlassen, zunehmender Bauchumfang und eine unklare Gewichtsabnahme. Da dies Beschwerden sind, die auch auf harmlosere Erkrankungen hinweisen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden immer wieder oder über einen längeren Zeitraum bestehen.
 

Schmerzen an den Eierstöcken: Wann zum Arzt?

Dauern Ihre Beschwerden über mehrere Tage an, sind wiederkehrend oder treten noch weitere Symptome wie ein starkes Krankheitsgefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, riechender Scheidenausfluss oder Fieber auf, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Video: Eierstockkrebs – welche Symptome jede Frau kennen sollte

Lade weitere Inhalte ...