Beckenringverbindung Symphysen-Beschwerden – Was steckt hinter Schambeinschmerzen?

Wenn die Schambeinfuge schmerzt, kann das sehr unangenehm werden. Wir erklären, was hinter Symphysen-Beschwerden steckt und wie Sie die Beschwerden schnell wieder loswerden.

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Was ist die Symphyse?

Eine Symphyse ist die Verbindung zweier Knochen durch Faserknorpel. Die bekanntesten Symphysen sind z. B. die Bandscheiben oder auch die Schambeinfuge (Symphysis pubica), die zu den drei Beckenringverbindungen gehört. Diese Verbindungen, wie auch das Kreuz-Darmbein-Gelenk, erlauben eine gewisse Beweglichkeit im Becken. Ohne diese Beweglichkeit wäre Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen nicht möglich. 
 

Symphysenschmerzen – wie entstehen sie?

Wenn sich die Symphyse als vordere Verbindung der beiden Beckenhälften lockert, kann das zu Schmerzen führen. Eine Symphysenlockerung kann z. B. durch Ausrutschen, Stolpern oder bei Überlastung bestehen. Auch sind Fahrradfahrer oder Reiter, die regelmäßig Druck auf die Symphyse ausüben bzw. sie fehl- und/oder überlasten, häufig betroffen.
Während einer Schwangerschaft kann es ebenfalls zu Symphysenschmerzen kommen. Dadurch, dass sich das Körpergewicht erhöht, der Körperschwerpunkt sich verlagert und auch die Hormone dafür sorgen, dass sich Bänder und Sehnen dehnen, kann es passieren, dass sich die Schambeinfuge ebenfalls auseinanderzieht. Es kommt zu einem Ziehen im Schambein, welches Schwangeren im Alltag häufig sehr einschränken. Nach der Geburt verschwinden die Schmerzen hingegen in der Regel von selbst.
Bei einer Symphysensprengung kann es z. B. durch einen Unfall ebenfalls zu einer Überdehnung oder gar einem Riss kommen. 

Einschränkung der Mobilität

Als Folge von Symphysenschmerzen treten häufig Einschränkungen in der Mobilität auf. So sind die Bewegungen beim Treppensteigen und Bücken besonders spürbar, da bei Bewegung Zugkräfte an der Knochenhaut entstehen. Dabei können die Schmerzen auch bis in die Beine und Hüfte ausstrahlen. Ist zusätzlich das Kreuz-Darmbein-Gelenk betroffen, äußert sich dies durch Rückenschmerzen.

 

Behandlung von Symphysenschmerzen

Wichtig ist zunächst, dass der Beckenring stabilisiert wird und sich Patienten schonen. Vermieden werden sollten ruckartige Bewegungen, sowie das Hüpfen und das Abspreizen und Anheben des gestreckten Beines. 

Weitere Therapiemöglichkeiten:
  • spezielle Wärmebehandlungen
  • Langwellenbehandlung
  • sanftes Rückentraining 
  • Beckenbodenübungen
  • Iontophores mit Diclofenac-Gel (Mithilfe schwachen elektrischen Gleitstromes werden medizinische Wirkstoffe über die Haut aufgenommen)

Therapie in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sollte ebenfalls die Beckenbodenmuskulatur gestärkt werden. Dadurch nimmt die Stabilität im Becken zu, sodass die Symphyse entlastet wird. Kam es zu einem Symphysenriss, muss sichergestellt werden, dass dieser wieder zusammenwächst. Bettruhe und ein Becken- bzw. Symphysengurt helfen, damit der Knorpel wieder zusammenwächst. Nur sehr selten muss eine operative Stabilisierung erfolgen.
 
Datum: 10.11.2020
Autorin: Christina Liersch