Lutealinsuffizienz Gelbkörperschwäche - warum es an Progesteron mangelt

Ist die zweite Zyklushälfte verkürzt und tritt statt der Menstruation nur eine Schmierblutung auf, ist das meist das erste Anzeichen, dass es Ihnen an Progesteron mangelt. Wie Sie Ihren Zyklus wieder ins Lot bringen, lesen Sie hier!

Frau_Menstruationskalender

Im Normalfall sorgen das Ansteigen und Absinken der weiblichen Hormone Monat für Monat dafür, dass wir unsere Periode bekommen. Nach der Pubertät hat sich der Zyklus meistens auch eingestellt, sodass ein kurzer Blick auf das Datum genügt, damit wir wissen, wann es wieder soweit ist. Bei manchen Frauen hingegen bleibt jedoch die Periode aus. Bei einer Schwangerschaft kann es durch einen Progesteronmangel zu Fehlgeburten kommen.

Was ist Progesteron?

Progesteron ist eines der wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone, welches in den Eierstöcken im Follikel, später dann im Gelbkörper, produziert wird. Während einer Schwangerschaft wird Progesteron im Mutterkuchen (Plazenta) und in einem geringen Anteil in der Nebennierenrinde gebildet. 
Progesteron baut die Gebärmutterschleimhaut auf und bereitet sie auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Ebenso spielt es für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft eine entscheidene Rolle. Dort sorgt es auch dafür, dass sich die Brustdrüsen verdichten, um sie auf die Milchbildung vorzubereiten. Das Hormon ist zudem dafür verantwortlich, dass der Körper vor der Periode Wasser einlagert.

Gelbkörperschwäche - Symptome

Das Hauptmerkmal einer Gelbkörperschwäche bzw. eines Progesteronmangels ist die verkürzte zweite Zyklushälfte. Normalerweise dauert diese 14 Tage. Bei einem Mangel kann sie sich jedoch auf 12 Tage und weniger verkürzen. Gleichzeitig treten in der zweiten Zyklushälfte Schmierblutungen auf und die Menstruation bleibt eher aus, da durch den Mangel gar keine Schleimhaut aufgebaut werden konnte. Ebenso können starke PMS (prämenstruelles Syndrom), Muskel- und Gelenkschmerzen, Geschwülste der Gebärmutter, Zysten oder Blasenschwäche ein Anzeichen für einen Progesteronmangel sein. In der Schwangerschaft führt ein Progesteronmangel zu Fehlgeburten, da die Schleimhaut die Eizelle nicht halten kann. 

Ursachen eines Progesteronmangels

Die Ursachen für einen Progesteronmangel sind vielfältig. Häufig hängt er mit dem Absetzen der Antibabypille zusammen, da sich der Hormonhaushalt erst wieder regenerieren und regulieren muss. Das dauert unterschiedlich lange. Tatsächlich können bis zu sieben Zyklen mit einem Progesteronmangel vorkommen. Suchen Sie im Zweifel aber immer Ihren Arzt auf, da es sich auch um das PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovarialsyndrom) handeln kann. Möglich sind auch Störungen der Nebennieren, Schilddrüse, des Darms oder der Bauchspeicheldrüse. Auch durch Infekte kann es zu Schäden an den Eierstöcken kommen sein, wodurch ein Mangel entstand. Bei älteren Frauen ist der Beginn der Wechseljahre durch einen Progesteronmangel gekennzeichnet.

Behandlung des Mangels

Der Arzt kann einen Progesteronmangel anhand einer Blut- oder Speicheluntersuchung feststellen. Besteht ein Mangel, wird dieser häufig mit Präparaten, wie z.B. Clomifen, behandelt. Diese enthalten niedrig dosiertes Östrogen, welches nur wenige Nebenwirkungen mit sich bringt. Möglich ist auch die Anwendung einer Progesteroncreme, welche verschiedene Hormone miteinander kombiniert.
Als natürliche Medizin soll sich Mönchspfeffer als wirksam erweisen, da in mehreren kleinen Studien belegen werden konnte, dass die Einnahme dieser Pflanze den Hormonhaushalt regulieren kann. In der Schwangerschaft und wenn Sie Medikamente einnehmen, die auf den körpereigenen Stoff Dopamin wirken, sollten Sie keinen Mönchspfeffer einnehmen bzw. vorher Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Autor: Christina Liersch