15. Januar 2021
Angst vor der Schwangerschaft: Ursachen von Tokophobie

Angst vor der Schwangerschaft: Das sind die Ursachen von Tokophobie

Sorgen und Bedenken in Bezug auf eine Schwangerschaft und Geburt sind vollkommen normal. In manchen Fällen kann die Angst vor der Schwangerschaft aber auch krankhaft sein. Hier erfahren Sie, welche Ursachen Tokophobie haben kann.

Im Jahr 2000 wurde die erste große Studie zum Thema Tokophobie in der Psychiatrischen Klinik Queen Elizabeth in England durchgeführt. Im Rahmen der Studie wurden 1200 Schwangere untersucht – jede sechste von ihnen hatte eine Angststörung in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt.

Was ist Tokophobie?

Unter Tokophobie versteht man die panische Angst vor einer Schwangerschaft und Geburt. Diese Form der Angststörung wird auch Schwangerschaftsphobie genannt. Gewisse Ängste und Bedenken in Bezug auf eine Schwangerschaft oder Geburt sind vollkommen natürlich, aber bei einer Tokophobie nimmt diese Angst krankhafte Ausmaße an. Die Angststörung kann sogar so weit gehen, dass Betroffene versuchen ihr Kind selber durch Drogen, Alkohol oder Tritte in den Bauch abzutreiben. Man unterscheidet zwischen drei verschiedenen Formen:

  1. Primäre Tokophobie: Dabei handelt es sich um eine lebenslange Angststörung, die nicht durch einen bestimmten Auslöser hervorgerufen wird. Bei dieser Form kann die Phobie beispielsweise durch Angst vor Komplikationen bei der Geburt, Zweifel daran, die Aufgaben als Mutter erfüllen zu können oder der Angst vor Ärztefehlern entstehen.
  2. Sekundäre Tokophobie: Diese Form der Tokophobie wird durch eine bestimmte Ursache wie zum Beispiel ein traumatisches Erlebnis ausgelöst. Das kann eine problematische Geburt oder eine traumatische Kindheitserinnerung sein.
  3. Postnatale Depression: Der Baby Blues, der die psychische Empfindlichkeit von Frauen kurz nach der Geburt beschreibt, kann sich in einigen Fällen auch zu einer Depression entwickeln. Aus dieser entwickelt sich unter Umständen auch eine Tokophobie.

Angst vor der Geburt: Das sind die Ursachen

  • Vererbung
  • Angst vor den Schmerzen bei der Geburt
  • Traumatische Geburtserfahrungen wie eine Totgeburt
  • Sexueller Missbrauch
  • Sexuelle Gewalt
  • Angst, die Kontrolle über den Körper zu verlieren
  • Traumatische Kindheitserinnerungen
  • Angst zu versagen
  • Andere psychische Störungen wie Zwangsstörungen

Tokophobie: Das sind die Symptome

Bedenken während der Schwangerschaft, Sorgen, ob man der neuen Aufgabe gewachsen ist und ein gewisses Angstgefühl vor der Geburt sind normal. Wenn die Angst Sie aber in Ihrem Leben einschränkt oder Sie eine Schwangerschaft aufgrund Ihrer Ängste vermeiden, dann könnte es sich um eine Tokophobie handeln.

Die Symptome einer Tokophobie ähneln den Symptomen anderer Angststörungen. So kann die Phobie beispielsweise mit Schweißausbrüchen, Herzrasen, Atemproblemen, Verspannungen und sogar Panikattacken einhergehen. Die Krankheit findet gesellschaftlich kaum Anerkennung, weshalb viele Frauen sie für sich behalten und deshalb nicht überwinden können.

Tokophobie kann therapeutisch behandelt werden

Natürlich kann jede Frau selber entscheiden, ob sie schwanger werden und ein Kind bekommen möchte oder nicht. Wenn jedoch ein Kinderwunsch besteht, aber die Angststörung Sie daran hindert, dann sollten Sie sich professionelle Hilfe holen. In vielen Fällen kann eine Therapie helfen die Angst zu überwinden. Wichtig ist auch, über die Probleme zu sprechen. Vertrauen Sie sich Ihrem Partner, ihrer Familie oder Ihrer Gynäkologin an.

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