Schädliche Toxine Schimmel gegessen? Das gibt es zu beachten!

Einmal nicht aufgepasst und schon einen Happs vom schimmligen Brot abgebissen. Doch was passiert im Körper, wenn wir Schimmel gegessen haben? Und was sollte man jetzt tun?

Schimmel

Manchmal geht es schnell, eine Scheibe Brot ist geschmiert und plötzlich spürt man etwas Pelziges auf der Zunge. Schimmel, manchmal kaum sichtbar oder schon als flauschiger Belag erkennbar, sind mal mehr mal weniger in der Luft nachweisbar und suchen sich, z. B. Brot oder frisches Obst bzw. Gemüse, um sich dort abzulassen und zu wachsen. Stimmt der Feuchtigkeitsgehalt und pH-Wert bzw. setzt die Fäulnis ein, bildet sich früher oder später Schimmel. Bei Brot kann es z. B. passieren, dass in der Brottüte die untere Scheibe schimmelt, ein paar Scheiben darüber aber noch kaum sichtbaren Schimmel ausweist. Schnell ist von dieser Scheibe abgebissen. Doch, was sollte man tun, wenn man doch mal Schimmel gegessen hat?

Schimmel gegessen? Was tun?

  • Ein bisschen Schimmel schadet tatsächlich nicht, solange das Immunsystem ordnungsgemäß funktioniert. Der Körper wird schnell darauf reagieren, sodass oftmals keine oder nur sehr wenige Symptome sichtbar werden. Im optimalen Fall werden die Lebensmittel einfach verdaut. Es kann jedoch auch zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen.
     
  • Bei größeren Mengen Schimmel können sich die Giftstoffe jedoch im Körper bemerkbar machen. Um dem vorzubeugen, können Sie Kohletabletten einnehmen. Diese binden Giftstoffe im Körper. Kohletabletten gibt es in Apotheken und Drogeriemärkten.
     
  • Sollte es jedoch zu stärkeren Beschwerden wie Durchfall oder Erbrechen kommen, können ebenfalls Kohletabletten und viel Trinken helfen. 
     
  • Kinder, Schwangere und Personen mit einem geschwächten Immunsystem sollten hingegen schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Über eine Blutprobe können Folgeschäden ausgeschlossen werden. Gegebenenfalls wird ein Darmeinlauf durchgeführt, um die Giftstoffe aus dem Darm zu spülen.

Vergiftung durch Toxine

Schimmel enthält sogenannte Aflatoxine, die über einen längeren Zeitraum gesundheitsschädlich sein können. Bei häufigerem Schimmelverzehr kann es zu Leberschäden, Nierenschäden, Allergien und Schäden am Immunsystem kommen. Außerdem kann bei längerem Verzehr der Schimmel krebserregend wirken.

Schimmel wegschneiden - welche Lebensmittel kann man noch essen?

Auch wenn noch kein Schimmel sichtbar ist, kann er schon im Lebensmittel sein. Das gilt besonders für wasserhaltiges Obst und Gemüse sowie für Brot. Dort reicht es nicht, die betroffenen Stellen wegzuschneiden, sondern das gesamte Lebensmittel zu entsorgen. Selbiges gilt für:

  • sämtliche Backwaren
  • gekochte Speisen
  • Joghurt und andere Milchprodukte
  • Fleisch- und Fischprodukte
  • Nüsse
Wichtig: Ist z. B. nur ein Apfel im Netz leicht verschimmelt oder eine Erdbeere, brauchen Sie nicht das gesamte Obst zu entsorgen. Es ist vollkommen ausreichend, das schimmelige Stück zu entsorgen und die anderen Früchte gut abzuwaschen.
 
Trockene Lebensmittel wie Hartkäse, Salami-Stangen und festen Obst und Gemüse wie Kohl oder Karotten müssen nicht gleich entsorgt werden. Es reicht, die betroffenen Stellen großzügig abzuschneiden. Das gilt auch für Marmelade: Einfach mit einem Löffel die schimmelige Stelle abnehmen. Der restliche Aufstrich ist noch genießbar.

Schimmelbefall vorbeugen

Lagern Sie Obst und Gemüse in einer sauberen und kühlen Umgebung. Heimische Früchte mögen es kühl und dunkel, z. B. im Kühlschrank oder Keller, Südfrüchte können hingegen längere Zeit bei Zimmertemperatur gelagert werden. Das gilt auch für Tomaten, die im Kühlschrank sonst ihren Geschmack verlieren. Auch Brot gehört nicht in den Kühlschrank, da es sonst Feuchtigkeit zieht und schneller schimmelt. Stattdessen sollte es in trocken, z. B. in einer luftdurchlässigen Dose aufbewahrt werden.

Datum: 07.02.2020

Autor: Christina Liersch