Zuckerkrankheit Das sind körperliche Anzeichen von Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 ist eine Erkrankung, bei der das Insulin im Körper an den Zellen nicht mehr ausreichend wirkt. Der Zucker aus dem Blut kann in den Zellen nicht mehr zur Energiegewinnung bereitgestellt werden, sodass sich der Blutzuckerwert erhöht. Wir erklären die Anzeichen von Diabetes Typ 2.

Bauchumfang_messen

Bei Diabetes Typ 2 werden die Körperzellen gegenüber dem Hormon Insulin empfindlich (Insulinresistenz), sodass der Zucker aus dem Blut nicht mehr ausreichend in die Zellen gelangt. Früher galt die Krankheit als "Altersdiabetes", da sie hauptsächlich ältere Menschen bekamen. Verschiedene Risikofaktoren sorgen jedoch dafür, dass Diabetes Typ 2 immer verstärkter bei jüngeren Erwachsenen und auch bei Kindern auftritt. 

 

Wie entsteht Diabetes Typ 2?

Bei Diabetes Typ 2 spielt das Hormon Insulin eine wichtige Rolle. Es wird von den Betazellen in der Bauchspeicheldrüse produziert und bei Bedarf ans Blut abgegeben. Dort sorgt es dafür, dass der aufgenomme Zucker (Glukose) in die Körperzellen gelangt, um zur Energiegewinnung zur Verfügung zu stehen. Werden die Zellen, z. B. Muskel- oder Leberzellen dem Insulin gegenüber jedoch empfindlich und reagieren nicht mehr so gut auf das Hormon, spricht man von einer Insulinresistenz (Diabetes-Vorstufe oder auch relativer Insulinmangel). Die Insulinmenge reicht nicht mehr aus, um den Zucker in die Zellen zu befördern. Ein absoluter Insulinmangel entwickelt sich, wenn die Bauchspeicheldrüse durch Überlastung so weit erschöpft ist, dass die Insulinproduktion zurückgeht. 
 

Risikofaktoren von Diabetes Typ 2

Beeinflussbare Faktoren

Übergewicht
Eine der Hauptursachen für Diabetes Typ 2 ist Übergewicht. Auch wenn Übergewicht nicht der alleinige Auslöser ist, so wird angenommen, dass Fettzellen unterschiedliche Botenstoffe wie Hormone oder Entzündungsstoffe an das Blut abgeben, wodurch die Insulinempfindlichkeit nach und nach herabgesetzt wird. Besonders Bauchfett, sowohl im Erwachsenen- als auch im Kindesalter, spielt dabei eine Rolle. 

Bewegungsmangel
Übergewicht entsteht durch eine zu hohe Kalorienaufnahme und Bewegungsmangel. Der Körper verbrennt nicht genug Energie, sondern lagert diese als Fettdepots an. Ein Überschuss an Kalorien spiegelt sich in einem erhöhten Blutzuckerspiegel wieder.

Metabolisches Syndrom
Zum Metabolischen Syndrom gehört neben Übergewicht auch die bauchbetonte Fettsucht, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und eine Insulinresistenz. Das Syndrom gilt daher als wichtiger Risikofaktor für Diabetes Typ 2 sowie für Schlaganfall und Herzinfarkt.
 
Schlaflosigkeit
Ein schwedisches Forscherteam der Universität Uppsala und des Karolinka Instituts in Stockholm haben in einer Studie herausgefunden, dass Schlaflosigkeit die Entstehtung von Diabetes-Typ-2 begünstigt. Personen, die unter Schlaflosigkeit leiden, haben demnach ein 17 Prozent höheres Risiko an Diabetes zu erkranken. 
 

Nicht beeinflussbare Faktoren

Alter
Im zunehmenden Alter kann die Produktion von Insulin nachlassen. Die Bauchspeicheldrüse schüttet zum Ausgleich vermehrt Insulin aus, wodurch die Wirksamkeit auf die Zellen gemindert wird. 

Vererbung
Die Genetik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Töchter, deren Mütter an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, haben ein 50 prozentiges Risiko, ebenfalls zu erkranken. Sind beide Elternteile erkrankt, steigt das Risiko für die Kinder sogar auf 80 Prozent. 

Hormonelle Erkrankungen
Erkrankungen wie das PCO-Syndrom können ebenfalls das Risiko für Diabetes erhöhen.

Weitere Risikofaktoren für Diabetes Typ 2 sind:
  • Medikamente wie Verhütungspille, harntreibende Mittel (Diuretika), Blutdrucksenker und Antidepressiva
  • Rauchen
  • Depressionen
  • ballaststoffarme Ernährung
  • fett- und zuckerreiche Ernährung
  • hoher Koffeinkonsum
  • Zusammensetzung des Blutplasmas (z. B. Vorkommen mehrfach ungesättigter Fettsäuren, Aminosäuren etc.)

Diabetes Typ 2 Anzeichen

  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schwäche
  • schlecht heilende Wunden
  • Neigung zu Infektionen
  • trockene oder juckende Haut
  • vermehrter Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Infektionen im Genitalbereich, Harnwegsinfekte
  • Sehstörungen, wechselnde Sehstärke
  • Muskelkrämpfe
  • Durchblutungsstörungen
  • Nervenerkrankungen
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Menstruationsstörungen, verminderte Fruchtbarkeit
  • Potenzstörungen, Libidoverlust
  • Fuß- und Scheidenpilz
  • Bei Kindern: Wachstumsstörungen, Bettnässen und Gewichtsabnahme

Diagnose von Diabetes Typ 2

Mithilfe einer Blutuntersuchung und eines Glukosebelastungstests (OGTT) kann der Arzt recht einfach feststellen, ob Diabetes vorliegt. 
 
Diabetes gilt als nachgewiesen, wenn:
  • der Blutzuckerspiegel bei mindestens zwei unabhängigen Messungen nüchtern 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder höher beträgt.
  • der Blutzuckerspiegel (nüchtern oder nicht) bei zwei unabhängigen Messungen über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) beträgt.
  • der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c 6,5 Prozent (48 mmol/mol) oder höher beträgt.
Gesunde Menschen haben hingegen einen Nüchternblutzuckerwert von unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Ein Wert zwischen 100 und 125 mg/dl weisen auf die Diabetes-Vorstufe hin.
Bestehen Zweifel an den Testergebnissen, kann der Arzt einen oralen Glukosetoleranztest durchführen. Dabei trinkt der Patient eine genau festgelegte Glukoselösung. Bereits drei Tage vorher sollte der Patient kohlenhydratreich gegessen, vor dem Test aber 10 bis 16 Stunden nüchtern sein. Vor und zwei Stunden nach dem Test wird der Blutzucker gemessen. Steigt der Wert auf über 200 mg/dl (11,1 mmol/l), ist der Diabetes bestätigt.
 

Behandlung von Diabetes Typ 2

Wird Diabetes Typ 2 diagnostiziert, ist die Behandlung immer an den individuellen Lebensstil und möglichen Begleiterkrankungen angepasst. Zu den Therapiemaßnahmen zählen:

  • Abnehmen
  • Ernährungsumstellung
  • Bewegung und Sport
  • Medikamente
  • Gabe von Insulin

 

Datum: 15.09.2020
Autorin: Christina Liersch
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