Kühlen Kopf bewahren Fieber: Richtig reagieren bei erhöhten Temperaturen

Gerade zur kälteren Jahreszeit und bei nasskaltem Wetter werden viele Menschen von Fieber heimgesucht. Wir erläutern die Symptome, wie ihr selber mit einfachen Hausmitteln etwas dagegen tun könnt und ab wann ihr lieber einen Arzt aufsuchen solltet.

Hilfe-bei-Fieber

Betroffene haben eine erhöhte Temperatur und trotzdem laufen ihnen kalte Schauer über den Rücken. Fieber ist die natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf schädliche Einflüsse. Entzündungen, die zum Beispiel durch Bakterien, Viren oder Parasiten hervorgerufen werden, bekämpft der menschliche Körper unter anderem mit der Erhöhung der Körpertemperatur. Bei dieser Aktivierung des Abwehrsystems werden verschiedene Stoffe freigesetzt, um dem schädlichen Einfluss der Bakterien entgegenzuwirken. Am häufigsten tritt das Symptom Fieber als eine Begleiterscheinung einer Infektion wie einer Grippe oder Erkältung auf. Es kann aber auch andere Ursachen wie zum Beispiel eine Lungenentzündung oder Rheuma haben. Lasst deshalb länger anhaltendes, hohes Fieber von einem Arzt untersuchen. Für die schnelle Hilfe gegen Fieber haben wir euch ein paar Hausmittel zusammengestellt. 

Anzeichen von Fieber

Fieber tritt meist mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl aufgrund einer Infektion auf. Die Symptome reichen von Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen hin zu Appetitlosigkeit. Eindeutiger dem Fieber zuzuschreiben sind Anzeichen wie trockene aber heiße Haut, glänzende Augen, Durstgefühl sowie starkes Schwitzen, Frösteln bis hin zu Schüttelfrost und Verdauungsbeschwerden, die mit Appetitlosigkeit, Durchfall oder Erbrechen einhergehen können. 


Um sich sicher zu sein, empfiehlt es sich, die Körpertemperatur zu messen. Die normale Temperatur schwankt allerdings nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern ist auch abhängig von der Tageszeit. Normal sind Temperaturwerte zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius. Mit unterschiedlichen Messmethoden erhaltet ihr jedoch auch unterschiedliche Ergebnisse. Die rektale Messung mit einem Thermometer ist die genaueste, bei einer Messung im Mundraum sollten 0,3 Grad dem Ergebnis zugerechnet werden. Die Temperatur unter der Achsel zu messen, ist die ungenaueste Methode. Haltet hierfür das Thermometer zehn Minuten unter die Achsel und addiert 0,5 Grad Celsius.


Ab 37,5 bis 38 Grad Celsius spricht man von erhöhter Temperatur. Ab einer Temperatur von 38 Grad ist von Fieber die Rede, und bei Körpertemperaturen von über 40 Grad Celsius wird von hohem Fieber gesprochen. Hier besteht akuter Handlungsbedarf und ein Besuch beim Arzt ist unabdingbar. 
 

Hilfe bei einer Erkältung

Behandlungsmethoden bei Fieber

Da Fieber eine Abwehrreaktion des Körpers gegen Infektionen ist, sollte nicht direkt zu fiebersenkenden Mitteln gegriffen werden, da sonst die Ursache nicht bekämpft werden kann. Die erhöhte Körpertemperatur führt dazu, das Krankheitserreger absterben und so die Genesung bei beispielsweise einer Erkältung schneller eintritt. 
Bei sehr hohem Fieber ist es jedoch sinnvoll, fiebersenkende Maßnahmen einzuleiten, um die Temperatur zu regulieren und den Körper zu stärken.


Wenn die nachfolgenden Hausmittel auch am zweiten Tag keine Besserung des Fiebers oder der erhöhten Temperatur bewirken sollten, ist es sinnvoll einen Arzt aufzusuchen. Genauso bei ohne erkennbaren Grund auftretendem Fieber oder bei Beschwerden wie Benommenheit, Verwirrtheit und Fieberkrämpfen. 
Während bei Erwachsenen erst bei Körpertemperaturen von über 39 Grad Celsius ein Arztbesuch empfehlenswert ist, besteht bei Kindern schon ab 38 Grad Handlungsbedarf. Bei Kleinkindern, die jünger als ein halbes Jahr sind, ist bei jeglichen Fiebererscheinungen ein Arzt aufzusuchen. Der Arzt kann dann die Ursache für die erhöhte Temperatur feststellen und gegebenenfalls Medikamente verschreiben.

Hausmittel bei Fieber

Wenn die Körpertemperatur auf über 39 Grad Celsius gestiegen ist, können einige Hausmittel das Fieber senken. 

  • Viel Trinken: Die erhöhte Temperatur führt zu warmer Haut und erhöhtem Schwitzen. Deshalb sollten Betroffene ihren Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgen. Am besten trinkt ihr viel Wasser, ungesüßte Tees und frischgepresste Säfte, um eurem Körper zusätzlich Vitamine zu verabreichen.
  • Bettruhe: Wer sich am Anfang einer Fieberphase nicht ausreichend schont, verlängert damit die Krankheitsdauer. Bleibt deshalb bei ersten Anzeichen im Bett liegen und gönnt eurem Körper Ruhe.
  • Waschlappen: Eine Begleiterscheinung von Fieber ist häufig ein schwerer Kopf. Hilfreich bei Kopfschmerzen ist ein kühler Waschlappen auf der Stirn.
  • Sorgsame Ernährung: Auch wenn das Hungergefühl bei Fieber oft nachlässt, solltet ihr darauf achten, etwas zu euch zu nehmen. Am besten geeignet ist leichtes und proteinreiches Essen, wie eine Hühnersuppe oder Reis mit Gemüse.
  • Kleine Wundermittel: Himbeeren, Preiselbeeren und Ingwer haben eine fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung. Entweder könnt ihr die Beeren und Knollen frisch essen oder als Tee zubereiten. 
  • Kalte Wadenwickel: Das klassische Hausmittel. Für diese Methode wickelt ihr ein feuchtes, aber nicht nasses, dünnes Baumwolltuch um eure Waden und schlagt ein weiteres Handtuch darum. Achtet darauf, dass der restliche Körper warm gehalten wird und keine Zugluft herrscht. Die Wadenwickel können mehrfach wiederholt werden, sobald das Tuch die eigene Körpertemperatur angenommen hat, ihr solltet die Wickel aber nicht länger als eine halbe Stunde am Stück verwenden. Außerdem sollten Wadenwickel nur angewandt werden, wenn die Beine vor der Behandlung warm sind.
  • Essigstrümpfe: Der kleine Bruder der Wadenwickel. Hierfür wird ein Teil Apfelessig mit fünf Teilen Wasser vermengt. In diese Flüssigkeit werden ein Paar Baumwollstrümpfe getaucht, im Anschluss ausgewrungen und bis möglichst über die Waden angezogen. Der Patient sollte gut zugedeckt ruhen und nach der Behandlung die Füße sorgfältig trocknen.
  • Waschungen: Um die Temperatur langsam zu senken und Schweißrückstände zu entfernen, bietet sich das Hausmittel der Waschung an. Hierzu nehmt ihr einen feuchten Waschlappen, der maximal zehn Grad kühler als die Körpertemperatur ist, und reibt euch von oben nach unten damit ab. Im Anschluss ist es wichtig, sich direkt zuzudecken und dem Körper eine halbe Stunde Ruhe zu geben. Die Waschung kann variiert werden, indem ein paar Tropfen Pfefferminzöl der Flüssigkeit beigemengt werden. Dies hat einen zusätzlich kühlenden Effekt und senkt ebenso das Fieber.  
  • Vollbad: Füllt die Badewanne mit warmen Wasser, welches eurer Körpertemperatur entspricht. Nach dem Reinlegen wird das Wasser nach und nach mit kühlem Wasser gefüllt, so dass nach 10-15 Minuten die Temperatur bei ca. 25 Grad Celsius liegt. Nachdem ihr euch ordentlich abgetrocknet habt, ist Bettruhe wichtig. Wer für ein Vollbad zu schwach ist, kann auch ein Fußbad vornehmen. 
  • Heilpflanzen und Tees: Lindenblüten- sowie Holunderblütentee, Gardenienbaum, Hagebutte und Kamille wirken schweißtreibend und fiebersenkend. Die Tees aus dem Supermarkt haben allerdings nur eine geringe Wirkung. Trinkt lieber medizinische Tees aus der Apotheke oder dem Reformhaus. 

Autor: Emilia Uhlendorf

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