Dickdarmentzündung: Symptome, Ursachen und Behandlung

Dickdarmentzündung: Symptome, Ursachen und Behandlung

Eine Dickdarmentzündung (Kolitis) kann Schmerzen und Durchfall auslösen. Die Symptome sind genauso vielfältig wie die Ursachen. Wir stellen die häufigsten Formen der Dickdarmentzündung vor und verraten alles über Behandlungsmöglichkeiten und die wichtige Rolle einer gesunden Ernährung.

Was versteht man unter Dickdarmentzündung?

Der Dickdarm ist der letzte Teil des menschlichen Verdauungssystems. Direkt an den Dünndarm anschließend nimmt der Dickdarm den vorverdauten Nährstoffbrei auf. Seine wesentliche Aufgabe ist es, dem Nährstoffbrei Wasser zu entziehen. So wird aus dem Brei Stuhl, welcher durch die verschiedenen Abschnitte des Dickdarms transportiert wird, bis er über den After ausgeschieden wird. Eindicken, Transport und Speicherung des Stuhls stellen die wichtigsten Funktionen des Dickdarms dar. Der Dickdarm wird in fünf Abschnitte eingeteilt:

  1. aufsteigender Dickdarm (Colon ascendens)
  2. querverlaufender Dickdarm (Colon transversum)
  3. absteigender Dickdarm (Colon descendens)
  4. Sigmadarm oder Sigmaschlinge (Colon sigmoideum)
  5. Mastdarm

Dickdarmentzündungen werden medizinisch auch als Kolitis bezeichnet. Es gibt viele verschiedene Entzündungen, die die Schleimhäute des Dickdarms betreffen können. Einige Entzündungen werden durch Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen ausgelöst, andere Dickdarmentzündungen sind chronischer Natur und bezeichnen dauerhafte Entzündungszustände, die mitunter genetisch bedingt sind.

Dickdarmentzündungen haben unterschiedliche Ursachen. Auch Allergien oder Durchblutungsstörungen können für entzündliche Prozesse in den Schleimhäuten des Kolons verantwortlich sein. Bekannte Formen der Dickdarmentzündung sind etwa die Colitis ulcerosa oder die Divertikulitis. Die Colitis ulcerosa beschreibt eine chronische, schubweise verlaufende Dickdarmentzündung mit Durchfällen, die mitunter schleimig und blutig sein können. Bei der Divertikulitis sorgen Ausstülpungen an der Darminnenwand für schmerzhafte Entzündungen, die zu dumpfen Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen führen können.

Symptome einer Dickdarmentzündung

Dickdarmentzündungen sind vielfältig. Die Symptome hängen immer von der jeweiligen Form der Entzündung ab und können entsprechend der Schwere der Erkrankung unterschiedlich stark ausfallen. Akute, infektiöse Entzündungen des Dickdarms können etwa schwere Symptome auslösen, während chronische Erkrankungen mitunter nur schubweise auftreten und auch symptomfreie Zeiträume möglich sind. Da der Dickdarm aber der Hauptsitz des menschlichen Darmbioms ist und damit die Zentrale unseres Immunsystems, machen sich Dickdarmentzündungen in der Regel durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Schleim im Stuhl
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • häufiger Stuhldrang auch ohne Entleerung
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit

Charakteristisch für die meisten Dickdarmentzündungen sind Durchfall und Bauchschmerzen. Sind nämlich die Zellen der Schleimhaut des Dickdarms entzündet, können sie dem Stuhl kein Wasser entziehen. Wird der Stuhl nicht vernünftig eingedickt, passiert er den Dickdarm schneller, was zu häufigem Stuhldrang und Durchfällen führt. Passiert Stuhl die entzündeten Schleimhäute, reagieren die gereizten Schmerzrezeptoren. Bauchschmerzen sind bei Dickdarmentzündungen also häufig dann besonders akut, wenn Darmentleerungen bevorstehen. Die Symptome legen sich nach dem Stuhlgang oft wieder.

Ursachen für einen entzündeten Dickdarm

Dickdarmerkrankungen lassen sich nicht oder nur selten auf eine exakte Ursache zurückführen. Einige Formen der Kolitis haben bis heute keine vollständig geklärte Ursache. Dickdarmentzündungen werden aber in der Regel nach folgenden Ursachen unterschieden:

  • genetische Veranlagung (etwa bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa)
  • Stress
  • Durchblutungsstörungen im Darm
  • Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen
  • Allergien (etwa bei Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit)
  • Medikamente

Einige Medikamente scheinen Dickdarmentzündungen fördern zu können. Antibiotika, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, schädigen nicht nur Krankheitserreger, sondern auch die Mikroorganismen der Darmflora. Ohne deren Immunschutz können Entzündungen des Kolons leichter entstehen. Auch Ibuprofen kann die Entstehung einer Kolitis fördern.

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Dickdarmentzündung: Behandlung

Die genauen Ursachen einer Dickdarmentzündung müssen von einem Arzt oder einer Ärztin untersucht werden. Entsprechend der Diagnose und der Schwere der Symptome stehen verschiedene Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Akute Entzündungen wie eine Blinddarmentzündung werden in der Regel operativ behandelt. Der entzündete Wurmfortsatz wird dabei chirurgisch entfernt. Andere Formen der Kolitis können mit Medikamenten behandelt werden. Bei Colitis ulcerosa oder anderen chronischen Dickdarmentzündungen können entzündungshemmende Medikamente als Therapie gegen die Schübe wirken. Betroffene von chronischen Darmerkrankungen können aber auch mit einer gezielten Ernährung einen wichtigen Beitrag zur Linderung der Symptome und Gesundheit des eigenen Darms leisten.

Im Video: Leben mit der chronischen Darmentzündung Morbus Crohn

Richtige Ernährung bei Colitis

Bei Dickdarmentzündungen sollten Betroffene schwer verdauliche und entzündungsfördernde Lebensmittel meiden. Verzichten Sie daher vor allem auf

  • Käse
  • Wurst
  • Zucker
  • Fett
  • Hülsenfrüchte
  • Alkohol

Dickdarmerkrankungen, die zu starkem Durchfall führen, erfordern eine besonders achtsame Ernährung. Da der Körper viel Flüssigkeit verliert, müssen Sie genügend Wasser und Mineralstoffe zu sich nehmen, um Mangelerscheinungen und Dehydration zu vermeiden. Auch Tees mit beruhigenden Wirkungen und wichtigen Nährstoffen wie Fencheltee oder Kamillentee können helfen.

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Besonders wichtig für die Gesundheit des Darms sind aber Vitamine und Ballaststoffe. Grünes Blattgemüse und farbenfrohe Obst- und Gemüsesorten gehören auf den Speiseplan. Ballaststoffe als faserige Pflanzenstoffe vergrößern das Stuhlvolumen und dienen den Bakterien der Darmflora als willkommene Nahrung. Die Verdauung wird mit ballaststoffreicher Ernährung geregelter. Es kommt seltener zu Durchfällen und anderen Beschwerden im Zusammenhang mit Darmerkrankungen.

Chronische Darmentzündungen im Alter

Oft werden Darmentzündungen wie die Colitis ulcerosa nicht korrekt diagnostiziert. Menschen, die bereits im Jugendalter unter regelmäßigem Durchfall leiden und Schübe von Bauchkrämpfen und anderen Beschwerden ertragen, gewöhnen sich im Laufe der Zeit oft an ihren "sensiblen Darm". Doch wer sich nicht ärztlich untersuchen lässt, kann auch nicht korrekt behandelt werden. Gezielte Behandlungen setzen korrekte Diagnosen voraus.

Chronische Darmentzündungen, von denen die Colitis ulcerosa ein der häufigsten ist, können im fortschreitenden Alter aber mitunter zu Folgeerkrankungen führen. Dauerhafte Entzündungen des Darms und Schübe von Durchfall und Koliken reizen die ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogene Schleimhaut im Verdauungstrakt. Es können sich Geschwüre im Darm bilden. Auch das Risiko für Krebs im Darm und am After steigen mit der Zeit.

Im Alter nimmt außerdem die Muskelkraft ab. Dies hat auch Auswirkungen auf den Schließmuskel. Chronische Darmerkrankungen mit regelmäßigem Durchfall können dann mitunter auch Inkontinenz zur Folge haben.

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