Vaskuläre Demenz: Ursachen, Symptome und Behandlung

Vaskuläre Demenz: Ursachen, Symptome und Behandlung

Nach Alzheimer ist die vaskuläre Demenz die zweithäufigste demenzielle Erkrankung. Sie wird durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht und ist nicht heilbar. Alles, was Sie über die Erkrankung wissen müssen, erfahren Sie hier.

Demenz ist nicht gleich Demenz: Unterschiedliche Formen im Überblick

Das Krankheitsbild der Demenz ist geläufig und hinlänglich bekannt. Wer an Demenz denkt oder über die Krankheit spricht, benutzt in der Regel vordefinierte Bilder und Annahmen. Demenz wird gleichgesetzt mit Begriffen wie Senilität, Gedächtnisverlust und sogar Alzheimer. Doch Demenz ist nicht gleich Demenz. Es gibt viele verschiedene Formen der Erkrankung, verschiedene Ursachen und Ausprägungen und weit mehr Symptome als der gemeinhin bekannte Gedächtnisverlust.

Der Oberbegriff „Demenz“ bezeichnet fortschreitende Beeinträchtigungen der Hirnleistung mit Auswirkungen nicht nur auf die Gedächtnisfähigkeit, sondern auch auf das Denken an sich. Das hat durchaus und je nach Schwere der Erkrankung auch Auswirkungen auf die eigenständige Handlungsfähigkeit von Betroffenen. Wesensveränderungen sind nicht selten.

Medizinisch wird zwischen zwei Gruppen der Demenzerkrankungen unterschieden: der primären Demenz und der sekundären. Primäre Demenzen haben ihren Ursprung im Gehirn und werden als eigenständige Krankheiten beschrieben. Die häufigste und bekannteste Form der primären Demenz ist Alzheimer. Sekundäre Demenzen sind demenzähnliche Folgeerscheinungen von anderen Krankheiten. So können vor allem starke Alkoholsucht oder Hormonstoffwechselerkrankungen sekundäre Demenzen auslösen. Nur etwa jede zehnte Demenz ist sekundärer Natur. Der überwiegende Teil demenzieller Erkrankungen entstehen direkt im Gehirn.

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener primärer Demenzerkrankungen. Neben der häufigsten Form des Alzheimers werden auch weitere Erkrankungen beobachtet, wie:

  • vaskuläre Demenz
  • Lewy-Body-Demenz
  • Frontotemporale Demenz
  • Mischformen

Vaskuläre Demenz: Definition der Erkrankung

Die vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Form der primären Demenzen. Mindestens zehn Prozent aller Demenzbetroffenen leiden unter einer Form der vaskulären Demenz. Diese wird durch Durchblutungsstörungen des Gehirns ausgelöst. Infolge von Mangeldurchblutung eines oder mehrerer Gehirnareale kommt es dort zu Schädigungen der Gewebezellen. Sterben Hirnzellen aufgrund der gestörten Blutversorgung ab, können klassische Demenzanzeichen auftreten. Schäden, die durch Durchblutungsstörungen im Hirngewebe entstanden, sind irreversibel, können also nicht wieder repariert werden. Die vaskuläre Demenz ist eine anhaltende, in den meisten Fällen allerdings fortschreitende demenzielle Erkrankung.

Mit welchen Symptomen und in welcher Schwere vaskuläre Demenz auftritt, ist sehr individuell. Je nachdem in welchem Teil des Gehirns Durchblutungsstörungen auftreten und wie viele Areale von den Störungen betroffen sind, können sich die Anzeichen unterscheiden.

Symptome der vaskulären Demenz

Je nachdem, welche und wie viele Nervenzellen im Gehirn durch die Mangeldurchblutung abgestorben sind, können die Symptome der vaskulären Demenz sehr unterschiedlich sein. Klassischerweise treten die Symptome plötzlich auf und verschlechtern sich schrittweise, wenn keine verlangsamenden Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden. Zwar sind die kognitiven Fähigkeiten bei Betroffenen von vaskulärer Demenz mitunter auch betroffen, der vom Alzheimer bekannte Gedächtnisverlust kommt aber nur in geringem Ausmaß vor. Das sind die bekanntesten Symptome:

  • Sprachstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • geistige Beeinträchtigung
  • Orientierungslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Gangstörungen

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Behandlungsmöglichkeiten und Therapie der vaskulären Demenz

Primäre Demenzen wie die vaskuläre Demenz sind nicht heilbar. Die durch Schlaganfälle oder Hirnblutungen entstandenen Schäden im Gehirn sind irreversibel. Ärzte und Ärztinnen können daher lediglich versuchen, die Symptome zu lindern. Um weitere Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen zu verhindern, können etwa Medikamente verabreicht werden. Blutdrucksenkende Mittel oder blutfettregulierende Medikamente kommen dann etwa infrage.

Je nachdem, welche Ausprägung die vaskuläre Demenz bei Betroffenen annimmt, können Physiotherapie, Ergotherapie oder Gehtraining helfen, Störungen der motorischen Fähigkeiten zu lindern. Kognitive Trainings sind sinnvoll, wenn Sprach-, Orientierungs- oder Konzentrationsstörungen behandelt werden müssen.

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