22. Februar 2021
So gefährlich ist starkes Pressen beim Stuhlgang

Gesundheitsgefahr: So gefährlich ist starkes Pressen beim Stuhlgang

Verstopfungen und harter Stuhlgang sind unangenehm und gehen mit einer Reihe von Begleiterscheinungen einher. Dazu gehört auch starkes Drücken beim Toilettengang – doch das kann gesundheitliche Folgen haben. Hier erfahren Sie, wie gefährlich starkes Pressen auf der Toilette ist.

Die falsche Ernährung, eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder ein Bewegungsmangel – es gibt viele Faktoren, die harten Stuhlgang bis hin zu Verstopfungen verursachen können. Die Folgen sind eine unregelmäßige Stuhlentleerung, Bauchschmerzen und ein allgemeines Unwohlsein. Um den Stuhl auszuscheiden, ist oft ein starkes Pressen erforderlich. Doch genau dieses Pressen kann gesundheitliche Folgen haben.

Starkes Pressen beim Stuhlgang: Das sind die Folgen

  • Analfissuren: Durch starkes Drücken beim Stuhlgang kann es zu Rissen in der empfindlichen Haut am After kommen und sich dort ein längliches Geschwür bilden. Das Einreißen der Haut kann sehr schmerzhaft sein und Jucken, Brennen sowie Blutungen verursachen.
     
  • Hämorrhoiden: Regelmäßiges Pressen und Nachpressen beim Toilettengang erhöhen das Risiko für Hämorrhoiden. Dadurch, dass ein starker Druck auf die Gefäße und das Gewebe im Bauchraum und Darmbereich ausgeübt wird, kann es zu einer erhöhten Füllung der Hämorridalgefäße kommen. Als Folge kann Blut schlechter abfließen und die Adern werden gedehnt und leiern aus. Vergrößerte oder hängende Hämorridalgefäße können Symptome wie Juckreiz, Blutungen und Stuhlschmieren hervorrufen.
     
  • Darmvorfall: Infolge von Verstopfungen und hartem Stuhlgang können durch übermäßig starkes Herausdrücken des Stuhls Teile des Darms heraustreten. Wenn Teile des Enddarms aus dem After herausgedrückt werden, spricht man von einem Darmvorfall. In manchen Fällen kann sich der Enddarm dadurch sogar von innen nach außen stülpen.
     
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko: Durch starkes Pressen steigt der Druck im Kopf und somit auch das Risiko für einen Schlaganfall. Durch den Druck kann im Gehirn ein Blutgerinnsel entstehen oder ein Blutgefäß platzen (Hirnblutung) – beides kann einen Schlaganfall verursachen. Ein besonders hohes Risiko besteht bei Bluthochdruckpatienten, da bei ihnen das Blut ohnehin schon einen Druck auf die Gefäße ausübt.

Auch beim Urinieren kann starkes Pressen gefährlich sein

Doch nicht nur beim Stuhlgang kann zu starkes Pressen gesundheitliche Folgen haben. Dasselbe gilt beim Wasserlassen. Bei Frauen kann das Drücken eine Blasenentzündung begünstigen. Wenn Sie ihre Blase mit starkem Pressen entleeren, entsteht ein Unterdruck. Dieser führt dazu, dass ein Rest Urin in der Blase bleiben kann. Der ist wiederum ein Nährboden für Bakterien und kann von einem Harnwegsinfekt bis hin zu einer Nierenbeckenentzündung führen.

Auch bei Männern, die eine vergrößerte Prostata haben, kann das Pressen gefährlich werden. Wenn die Prostata vergrößert ist, ist die Harnröhre oft verengt. Durch Druck beim Wasserlassen können in dem Fall die Blasenvenen platzen.

Wichtig: Die beste Möglichkeit, um zu starkem Pressen vorzubeugen, ist harten Stuhlgang und Verstopfungen zu vermeiden. Hier finden Sie Hausmittel, die bei Verstopfungen helfen. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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