5. November 2017
Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe

Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe

Magen-Darm-Beschwerden klingen meist schon nach einigen Tagen wieder ab. Medikamente aus der Apotheke sind dabei nur selten notwendig. Wir verraten euch aber einige Hausmittel, um die Beschwerden auf natürliche Weise zu lindern.

Frau fühlt sich unwohl und liegt auf dem Bett.
© AndreyPopov/iStock
Frau fühlt sich unwohl und liegt auf dem Bett.

Eine Magen-Darm-Grippe, auch Gastroenteritis genannt, hat fast jeden schon einmal heimgesucht. Die unangenehmen Symptome reichen von Durchfall und Bauchschmerzen hin zu Übelkeit und Erbrechen. Und auch wenn der Betroffene unter den drei bis vier Tagen der Erkrankung stark leidet, ist eine medikamentöse Behandlung meist nicht vonnöten.

Die Magen-Darm-Grippe ist eine Entzündung des Magen-Darm-Trakts, welche durch Erreger wie Viren und Bakterien hervorgerufen wird. Der Betroffene hat sich also im Vorfeld mit einem Virus infiziert, welcher sich im Darm vermehrt, bevor er wieder ausgeschieden wird. Die Folgen sind daraufhin Übelkeit und Erbrechen, welche von Durchfall abgelöst werden. Von Durchfall wird bei mehr als drei weichen bis wässrigen Stuhlgängen am Tag gesprochen. Bei Durchfall ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr ein Muss, um den Körper vor dem Dehydrieren zu schützen.

Der häufigste Ansteckungsweg bei einer Magen-Darm-Grippe verläuft fäkal-oral. Krankheitserreger aus dem Stuhl oder dem Erbrochenen eines Erkrankten gelangen in den Mund eines Gesunden, wodurch sich dieser ansteckt.

Wenn ihr euch mit einer Magen-Darm-Grippe infiziert habt, ist es wichtig euren Hausarzt aufzusuchen, um andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Wenn sich Blut im Stuhl befindet oder ihr vor kurzem im Ausland ward, ist es wichtig den genauen Erreger zu bestimmen, um die Behandlung daran anzupassen.

Wenn eine unkomplizierte Magen-Darm-Grippe vorliegt, sollte die Erkrankung nach etwa drei bis vier Tagen überstanden sein. Durch Hausmittel kann die Krankheitsdauer zwar nicht verkürzt werden, aber sie können helfen, die Symptome zu lindern. Wir haben euch ein paar Hausmittel zusammen gestellt, die euer Leiden erträglicher machen.

Magen-Darm-Grippe vorbeugen

Hygiene beachten:

Eine Infektion lässt sich nur dann verhindern, wenn man den Umgang mit Erkrankten meidet und auf eine sehr gründliche Hygiene achtet. Das wichtigste hierbei ist gründliches Händewaschen, um die Erreger abzutöten. Besonders Erbrochenes und der Stuhlgang von Erkrankten ist hoch infektiös. Die Toilette ist somit der Ort mit der höchsten Ansteckungsgefahr. Falls ihr die Toilette mit einem Betroffenen teilen müsst, ist es wichtig, sie vor jeder Benutzung zu desinfizieren und sich anschließend die Hände zu waschen. Ebenso sollte enger Körperkontakt gemieden werden.

Zu Hause bleiben:

Sobald ihr Anzeichen einer Magen-Darm-Grippe aufweist, solltet ihr auf keinen Fall das Haus verlassen. Sonst würde sich der Erreger weiterverbreiten und andere Personen infizieren.

Aufmerksamkeit beim Reisen:

Reisebedingte Infektionen lassen sich durch eine einfache Regel weitestgehend vermeiden. Bestellt euch nur Lebensmittel, die gekocht oder geschält sind. Auch Trinkwasser sollte immer abgekocht werden. Verzichtet somit auf Eiswürfel in euren Getränken. Ebenso solltet ihr auf rohe Lebensmittel wie zum Beispiel Fisch und halbgegartes Fleisch verzichten.

Hausmittel bei einer Magen-Darm-Grippe

Adsorbentien:

Adsorbentien ist eine Gruppe von Wirkstoffen, welche Erreger bindet, und mit ihnen gemeinsam ausgeschieden wird. Dadurch kann sich der Darm erholen. Zu den Adsorbentien zählen Pektine, Heilerde und Aktivkohle.

Pektine finden sich vor allem in Äpfeln, Bananen, Karotten, Zitrusfrüchten und Aprikosen. Geriebener Apfel oder Bananenbrei sind die optimalen Mahlzeiten bei Durchfall. Die Karotten könnt ihr zum Beispiel zu einer Suppe verarbeiten, welche euch gleichzeitig mit Flüssigkeit versorgt.

Heilerde ist fein geriebener Sand, welcher aus verschiedenen Mineralien und Spurenelementen besteht. Die feinen Körner legen sich um Giftstoffe und machen diese so unschädlich. Außerdem binden sie überschüssige Flüssigkeit im Darm, und helfen so den Durchfall zu stoppen. Ein bis zwei Teelöffel Heilerde werden hierzu mit kaltem Wasser oder Tee vermengt und in kleinen Schlucken getrunken.

Die medizinische Aktivkohle bindet Bakteriengifte und verhindert so, dass diese über den Darm ins Blut aufgenommen werden können.

Quellstoffe:

Quellstoffe werden sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfungen eingesetzt. Sie binden Wasser im Darm und erhöhen so das Stuhlvolumen. So wird die Verdauungszeit im Darm in die Länge gezogen und der Stuhl kann sich etwas verfestigen. Der Stuhlgang umhüllt außerdem Viren und Giftstoffe, welche dann mit ausgeschieden werden. Bekannte Quellstoffe sind Flohsamenschalen und Leinsamen. Damit genug Flüssigkeit zum Quellen vorhanden ist, solltet ihr zu der Einnahme immer ein bis zwei Gläser Wasser trinken. Die perfekte Kombination aus Adsorbentien und Quellstoffen ist ein ausgewogenes Frühstück mit einem Müsli aus Haferflocken, Apfel, Banane und Leinsamen.

Magen-Darm-Tees:

In erster Linie ist es bei Durchfall wichtig, viel zu trinken. Der flüssige Stuhlgang sorgt dafür, dass die Krankheitserreger den Körper schnell verlassen. Dabei geht aber viel Flüssigkeit verloren. Zusätzliches Erbrechen führt auch zur Dehydrierung. Bei einer solchen Erkrankung ist es deshalb wichtig, bis zu drei Liter Wasser pro Tag zu trinken. Auch Suppen eignen sich hervorragend zur Flüssigkeitsaufnahme. Tees haben den Vorteil, dass sie zusätzlich beruhigend wirken. Fenchel-, Salbei- und Kamillentee wirken zudem entzündungshemmend. Heidelbeertee baut durch seine Eiweißstoffe sogar eine Schutzschicht vor neuen bakteriellen Angriffen auf. Wichtig ist allerdings, getrocknete Beeren zu nutzen. Frisch gepflückte bedingen wiederum den Durchfall. Die Tees lassen sich auch gut mit einer Scheibe Ingwer kombinieren. Die Scharfstoffe der Knolle wirken gegen Infektionen und helfen bei Übelkeit und Erbrechen.

Wärme:

Ein bekanntes Symptom bei Magen-Darm-Beschwerden sind starke Bauchkrämpfe. Hier hilft Wärme. Wohltuend sind zum Beispiel eine Wärmflasche oder Kirschkernkissen.

Bekömmliches:

Trotz Übelkeit ist es wichtig, den Körper mit Nahrung zu versorgen. Gut bekömmliche Lebensmittel sind zum Beispiel Weißbrot, Hafer, Zwieback und Kartoffeln. Wichtig hierbei ist es, die Lebensmittel lange zu kauen, damit der Magen nicht zusätzlich arbeiten muss. Auch Brühe ist ein wahres Wundermittel. Sie versorgt den Körper zusätzlich mit Flüssigkeit und wichtigen Mineralien. Verzichtet aber auf fettiges und scharf gewürztes Essen. Das überfordert euren Magen.

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