Unterbrechung der Darmpassage Darmverschluss

Die Verarbeitung in unserem Magen-Darm-Trakt findet in der Regel gänzlich unbemerkt statt — kommt es genau dort aber zu einer Verstopfung, ist ein lebensgefährlicher Darmverschluss, oder auch Ileus genannt die Folge. Wir klären Euch über Symptome, Behandlung und Ursachen auf.

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Was ist ein Darmverschluss?

Unter Darmverschluss versteht man die Unterbrechung der lebenswichtigen Darmpassage. Durch ein Verstopfung kann der Inhalt des Darms nicht mehr weiter transportiert werden. Heißt: Der Nahrungsbrei wird nicht mehr verwertet, sonder staut sich an einer bestimmten Stelle. Dieser Verschluss kann grundsätzlich in verschiedenen Teilen des Darmes entstehen. Man unterscheidet zwischen Dickdarm- und Dünndarmileus. Solltet Ihr Symptome bei Euch erkennen, ist eine sofortige Behandlung beim Arzt oder Krankenhaus nötig. Denn ein Ileus ist akut und kann schwere Folgen haben. Zum einen kann durch die Verstopfung eine starke Vermehrung der Darmbakterien auftreten, welche eine massive Belastung der Darmwände durch Stau und Gasbildung zu Folge hat. Zum anderen wird der Blutkreislauf verändert, was ein Verdursten des Betroffenen zur Folge haben kann. Weitere Komplikationen können durch die mangelnde Durchblutung des Darmes entstehen. Folgen können das Absterben verschiedener Regionen des Darmes sein. Daher erfordert ein Darmverschluss eine sofortige Behandlung.

Ursachen für einen Darmverschluss?

Die möglichen Auslöser für einen Ileus sind sehr vielfältig. Am häufigsten wird der Ileus durch eine mechanische Ursache ausgelöst. Der Darm ist entweder durch äußere Einflüsse gestört oder ein Hindernis (zum Beispiel eine Verwachsung) blockiert die Darmpassage. Dies tritt häufig nach einer Operation am Darm auf. In 60 Prozent der Fälle ist die Ursache der Verstopfung ein Tumor am Dickdarm. Grundsätzlich kann zwischen mechanischer Ursache (mechanischer Ileus) und funktioneller Ursache (paralytischer Ileus) unterschieden werden.

Mechanischer Ileus: Dazu zählt die Verstopfung eines Teils des Darmes durch einen Kotballen, ein Mekonium oder schlicht durch einen Fremdkörper. Besteht eine Erkrankung der Gallenblase, kann auch ein großer Gallenstein zum Verschluss führen. Entsteht im Darm eine Verengungen, die zum Beispiel auf einen Darmtumor oder eine Morbus-Crohn-Erkrankung zurückzuführen ist, kann auch diese einen Ileus auslösen. Sehr oft ist als mechanischer Ileus eine Verlegung oder Abklemmung zu erkennen. Die Ursache dafür sind Verwachsungen, Abknicken, Verdrehen, Einstülpungen oder zum Beispiel ein eingeklemmter Eingeweidebruch.

Paralytischer Ileus: Hier sind vor allem Entzündungen der Bauchhöhle, zum Beispiel nach einer Darmperforation oder einer Operation denkbar. Weitere Ursachen sind Vergiftungen (z.B. durch Opiate) oder Durchblutungsstörungen des Darmtraktes. Natürlich kann auch eine Kolik im Darm oder beispielsweise

 der Nieren zum Ileus führen. 

Einen Darmverschluss rechtzeitig erkennen

Die Symptome der Krankheit sind leider nicht in allen Fällen eindeutig. Als Betroffener ist man möglicherweise wochenlang relativ beschwerdefrei, obwohl sich bereits ein Ileus im Bauch entwickelt. In vielen Fällen gehen wechselnd starke Übelkeit und Erbrechen mit dem Darmverschluss einher. Ist der Darmverschluss mechanisch bedingt, entsteht meist ein schubartiger, wellenförmiger Schmerz. Dieser ist kolikartig, wodurch er dem Betroffenen sehr unangenehm sein kann. Ein mechanischer Ileus dagegen kann meist sofort vom Patienten erkannt werden, sodass der Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen kann. Beim paralytischen Ileus ist die Bestimmung leider nicht so einfach. In der Regel ist der Krankheitsverlauf sehr langsam und schleppend. Die auftretenden Schmerzen sind weit weniger stark und treten dauerhaft, aber sehr diffus auf. Dadurch kann der Betroffene meist nicht den Darm als Ursache erkennen. Es treten kaum noch Darmgeräusche auf und die Übelkeit ist meist nicht auf Darmbeschwerden rückführbar. Im späteren Krankheitsverlauf jedoch zeigen sich eine starke Blähung des Bauches und Erbrechen von Darminhalt. Die Diagnose wird durch den Arzt meist nur anhand der Schilderungen des Patienten über seinen Krankheitsverlauf und durch Abhorchen mit einem Stethoskop gestellt. Unterstützend werden oft auch Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen durchgeführt.

Behandlung: Die richtige Ernährung bei und nach einem Darmverschluss

Wenn Ihr einen Darmverschluss habt oder hattet, wird Eure Lust auf Essen wohl eher gering sein, denn in der Regel treten bereits kurz nach der Nahrungsaufnahme starke Schmerzen auf. Bereits die Gefahr eines Darmverschlusses kann durch entsprechende Ernährung eingeschränkt werden. Die Darmtätigkeit sollte über eine entsprechend ballaststoffreiche Ernährung angeregt werden. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte erwirken durch ihre Volumenzunahme im Darm eine erhöhte Tätigkeit. Zusätzlich solltet Ihr ausreichend Wasser am Tag trinken. Darüber hinaus kann auch regelmäßige sportliche Betätigung das Risiko eines Darmverschlusses verringern.

Wann solltet Ihr zum Arzt gehen? 

Bei einem Darmverschluss als möglicher Ursache der auftretenden Beschwerden sollte man auf keinen Fall auf den Gang zum Arzt verzichten. Eine Selbstdiagnose oder gar eine eigene Therapie kann sicherlich eine Milderung der Symptome erwirken. Die möglichen Folgen eines Darmverschlusses reichen aber bis hin zu einer Vergiftung des Bauchinnenraums, wenn es zu einem Durchbruch kommen sollte. Ein Darmverschluss ist in vielen Fällen lebensbedrohlich und sollte daher nicht unterschätzt werden. Meist ist eine Heilung ohne Operation nicht möglich. Daher sollte bei anhaltenden Beschwerden und einer unklaren Ursache für die beschriebenen Symptome unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.