Selbstreinigung Autophagie: Die körpereigene Zellreinigung anregen

Die Autophagie bezeichnet einen körpereigenen und lebenswichtigen Prozess, der auch als "körpereigene Müllabfuhr" bezeichnet wird. Dieser Prozess lässt sich durch bestimmte Lebensgewohnheiten beeinflussen, wodurch z. B. das Immunsystem gestärkt und die Lebensspanne verlängert werden. Wir erklären, wie Autophagie funktioniert.

Recycling

Autophagie setzt sich aus dem Griechischen "auto" für "selbst" und "phagein" für "essen" zusammen und bedeutet wörtlich übersetzt "sich selbst essen". Dieser natürliche Vorgang sorgt im Körper dafür, dass sich die Zellen selbst reinigen und schädliche Stoffe, unbrauchbare Eiweiße und alte Zellorganellen abtransportiert werden. Die Zelle hält sich jung und aktiv, indem sie ihre Schadstoffe ganz einfach recycelt. Besonders im Fastenzustand aktiviert der Körper die Autophagie, um z. B. bei einer Erkältung infizierte und tote Zellen sowie Krankheitserreger zu beseitigen. Das ist ein Grund, wieso das Hungergefühl bei einer Erkältung oder Grippe herabgesetzt wird. Doch die Autophagie kann noch viel mehr!

Die Vorteile von Autophagie

Stärkung des Immunsystems
Durch Autophagie werden die Fresszellen des Immunsystems aktiviert. Diese beseitigen infizierte und tote Zellen. Ebenso erkennen sie Krankheitserreger und bekämpfen diese.

Entzündungshemmung im Körper
Entzündliche Prozesse sind maßgebliche Ursachen für chronische Erkrankungen wie Gicht oder Alzheimer. Die Autophagie, die durch Fasten verstärkt wird, kann als Möglichkeit zur Behandlung und Vorbeugung solch chronisch-entzündlicher Krankheiten sein.

Vorbeugung von Depressionen
Regelmäßiges Fasten kann dafür sorgen, dass Depressionen vorgebeugt werden. Gleichzeitig dient die Autophagie als Methode zur Behandlung von Depressionen.

Verlängerung der Lebenserwartung
Zahlreiche Studien an Würmern und Mäusen haben bisher gezeigt, dass eine aktive Autophagie die Lebensspanne verlängern kann. Die Studienergebnisse lassen sich auf den Menschen übertragen. So leben Menschen, die häufiger fasten länger, da sich der Körper regeneriert und sich selbst jung hält.

Die Folgen einer eingeschränkten Autophagie

Bei einer langfristig eingeschränkten Zellreinigung können bestimmte Erkrankungen entstehen. Krankheiten, die im Zusammenhang mit einer verminderten Autophagie auftreten sind:

  • Gicht
  • Nierensteine
  • Gallensteine
  • Arteriosklerose
  • Alzheimer-Demenz
  • Myopathie
  • Autoimmunerkrankungen wie Lupus Erythematodes, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose

Die Autophagie aktivieren und beschleunigen

Durch bestimmte Maßnahmen können Sie Ihre Autophagie ganz einfach selbst beeinflussen und steuern. Besonders diese Methoden haben sich bewährt:

  1. Fasten
    Zu den stärksten Aktivatoren der Autophagie gehört das Fasten. Ab 12 Stunden ohne Nahrung verstärkt der Körper seine Zellreinigung. Nach ca. zwei bis drei Tagen erreicht sie ihren Höhepunkt. Wer solange nicht fasten kann oder möchte, kann intermittierendes Fasten ausprobieren: Dabei wird 12 bis 16 Stunden nichts gegessen, wodurch Zellreinigungsprozesse und auch Wachstumshormone aktiviert werden.
     
  2. Sport
    Ausdauer- und Kraftsport, z. B. Ballsport, Krafttraining oder CrossFit, sowie hoch intensives Training (HIIT) aktivieren die Autophagie. Mehrmals pro Woche ausgeführt, sorgt Sport dafür, dass sich die Zellen reinigen und erneuern und der Körper jung und aktiv bleibt.
     
  3. Angepasstes Essverhalten
    Wer sich bis zu einem Grad von 80 Prozent satt isst, kann die Autophagie aktivieren und beschleunigen. Auch ein Kaloriendefizit, wie es beim Abnehmen benötigt wird, unterstützt diesen Prozess.
     
  4. Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe
    Bestimmte Lebensmittel, Inhaltsstoffe und auch Medikamente aktivieren die Autophagie im Körper. Dazu gehören:
    Lebensmittel Inhaltsstoffe Medikamente
    Kaffee Vitamin D

    Die Diabetesmedikamente:

    • Metformin
    • Rapamycin
    Ingwer Curcumin
    Grüner Tee Resveratrol (in roten Trauben)
    Reishi (fernöstlicher Heilpilz) Spermidin (Nahrungsergänzungsmittel)
    Brokkoli Melatonin (Schlafhormon)
     

Datum: 24.02.2020

Autor: Christina Liersch