29. Juni 2021
Agavendicksaft – ein gesunder Zuckerersatz?

Agavendicksaft – ein gesunder Zuckerersatz?

Agavendicksaft wird von vielen Menschen als Zuckerersatz genutzt. Doch wie sinnvoll ist er als Alternative zu herkömmlichem Zucker und ist der Agavensirup wirklich kalorienärmer und gesünder? Wir erklären Ihnen die Vor- und Nachteile von Agavendicksaft.

Agavendicksaft gilt als gesunde Alternative zu Zucker und wird vor allem beim Süßen von Getränken oder flüssigen Gerichten verwendet. Auch zum Backen eignet sich der Zuckerersatz. So sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): "Das natürliche Süßungsmittel kann aber auch beim Backen den normalen Haushaltszucker ersetzen, da durch die höhere Süßkraft geringere Menge ausreichen."

Da Haushaltszucker immer mehr in Verruf gerät, sind viele Menschen auf der Suche nach Zuckeralternativen. Neben Agavendicksaft gibt es noch Süßungsmittel wie Stevia, Ahornsirup, Kokosblütenzucker, Aspartam, Erythrit, Xylit und Honig, die sich als Zuckerersatz eignen. Wir erklären, welche Vor- und Nachteile Agavendicksaft als Zuckerersatz mit sich bringt und wie er sich gegenüber den anderen Süßungsmitteln schlägt.

Agavendicksaft: Die wichtigsten Fakten

Glykämischer Index: 20

Kalorien: 310 kcal pro 100 g

Verwendung: Süßen von Speisen und Getränken, Backen

Was ist Agavendicksaft? 

Der Zuckerersatz wird aus dem Saft der Agave gewonnen, die hauptsächlich in warmen und trockenen Regionen, beispielsweise in Mexiko, wächst. Um Agavendicksaft herzustellen, wird der Kern der Agave zunächst zerkleinert und dann entsaftet. Der gewonnene Saft wird eingekocht, bis ein heller Sirup entsteht. Durch das Einkochen verliert der Saft Wasser, wodurch er länger haltbar ist. Da Agavendicksaft ein rein natürliches Produkt ist, werden bei der Herstellung keinerlei künstliche Zusätze oder Süßungsmittel verwendet. Auch eignet er sich wie Reissirup oder Ahornsirup für die vegane Ernährung.

Was ist der Unterschied zwischen Agavensirup und Agavendicksaft?

Die Begriffe Agavendicksaft und Agavensirup bezeichnen ein und dasselbe Lebensmittel und können daher beide verwendet werden. Die Bezeichnung Agavendicksaft ist jedoch gebräuchlicher.

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Kann man Zucker durch Agavendicksaft ersetzen?

Agavendicksaft ähnelt dem Honig, er enthält eine starke Süßkraft, zugleich aber auch einen relativ neutralen und milden Geschmack, sodass bei seiner Verwendung des Lebensmittels andere Aromen nicht verfälscht, sondern intensiviert werden. Agavendicksaft hat einen recht hohen Fructoseanteil, welcher bei größeren aufgenommenen Mengen zu Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen führen kann. Zu große Mengen können auch eine Fettleber begünstigen, da die Leber es nicht mehr schafft, den Zucker abzubauen und ihn stattdessen als Fett einlagert. Für gesunde Menschen und in normalen Mengen ist Fruchtzucker jedoch nicht schädlich.

Normalerweise verfügt der Dicksaft über keine Farbe und neigt eher dazu, transparent zu sein – wenn er aber eine goldene bis braune Farbe besitzt, wurde der Sirup so lange eingekocht, bis er eine leichte Karamellnote enthält. Der Süßstoff ist gut löslich und kann daher sehr gut in Lebensmitteln, wie Joghurt oder Smoothies verwendet werden. Aufgrund der intensiven Süße benötigt man weniger als vom Haushaltszucker. 

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Agavendicksaft zum Backen

Wer auf herkömmlichen Zucker verzichten möchte, kann zum Backen Agavendicksaft nutzen. Aufgrund seiner höheren Süßkraft kann 100 Gramm Zucker durch 75 Gramm Agavendicksaft ersetzt werden. Da Zucker in manchen Back-Rezepten auch einen Teil zur Konsistenz beiträgt, eignet sich der Agavendicksaft jedoch nicht immer als Ersatz.

Ist Agavendicksaft gesünder als Zucker?

Agavendicksaft ist etwas süßer als normaler Zucker und besitzt dennoch weniger Kalorien, nämlich nur 310 pro 100 Gramm, während Zucker etwa 400 kcal pro 100 Gramm enthält. Das bedeutet, dass bei gleicher Süße weniger des Sirups verwendet werden muss, was Kalorien spart. Im Zuckerersatz sind ebenfalls verschiedene Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Spurenelemente enthalten. Für einen gesundheitlichen Effekt müsste aber viel Agavensirup gegessen werden. Die Nährstoffe sind daher eher ein kleiner Nebeneffekt.

Ein weiterer Vorteil ist der sehr geringe Glykämische Index von ca. 20 Prozent. Normaler Haushaltszucker hat hingegen einen Index von ca. 70 Prozent. Dadurch steigt und fällt der Blutzuckerspiegel deutlich langsamer, sodass Heißhunger keine Chance hat. Besonders für Diabetiker sind diese Eigenschaften von Vorteil, da bei konstantem Blutzuckerspiegel kein Insulin zugeführt werden muss. Der Agavensirup besteht nämlich zum Großteil aus Fruktose, also Fruchtzucker, welcher über die Leber abgebaut wird. Auch hier gilt: alles in Maßen.

Übrigens: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nicht mehr als sechs Löffel – etwa 25 Gramm – zugesetzten Zucker täglich zu sich zu nehmen. Da Agavensirup letztendlich auch Zucker ist, fällt er in diese Richtlinie mit ein. Hilfreich kann sein, dass auf Zuckeralternativen und Süßstoffe wie Stevia, Aspartam oder Erythrit zu setzen.

Ahornsirup, Reissirup oder Agavendicksaft: Was süßt besser?

Weitere beliebte Zuckeralternativen sind Ahornsirup und Reissirup. Reissirup wird aus Reismehl, Wasser und einem Enzym, das die Stärke in Zucker umwandelt, hergestellt. Der Unterschied zu Agavendicksaft ist jedoch, dass Reissirup keine Fructose, jedoch Glucose und Mehrfachzucker enthält. Letztere lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, die Fructose im Agavendicksaft jedoch gar nicht. Ebenso ist die Süßkraft von Reissirup geringer als die von herkömmlichem Haushaltszucker oder Agavendicksaft. Ahornsirup hat einen sehr eigenen Geschmack und ist daher nicht für jedes Gericht geeignet. Auf Pancakes oder im Müsli macht er sich geschmacklich besonders gut. Allerdings besteht Ahornsirup zum größten Teil aus Saccharose, welche den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lässt.

Jede Zuckeralternative hat daher ihre Daseinsberechtigung und eignet sich für unterschiedliche Gerichte. Mit seiner im Vergleich zu herkömmlichem Zucker stärkeren Süßkraft trotz geringerer Kaloriendichte eignet sich der Sirup der Agave durchaus zum Süßen. In einer gesunden Ernährung sollte er jedoch auch nur in Maßen vorkommen.

Agavendicksaft ist schlecht für die Umwelt

Um das Süßungsmittel herzustellen, werden in Mexiko riesige Plantagen nur mit Agaven gepflanzt. Monokulturen sorgen jedoch für ein Ungleichgewicht der Nährstoffe im Boden, sodass die Böden nach einiger Zeit unbrauchbar werden. Der ökologische Fußabdruck erhöht sich durch den Wasser- und Energieverbrauch sowie durch den Import aus Übersee, da die Schifffahrt viel CO2 ausstößt. Daher ist es sinnvoll, stattdessen beispielsweise auf klimafreundlichen, regionalen Honig zu setzen, um Bienenvölker zu stärken und zu unterstützen.

Regionale Alternativen zu Agavendicksaft

Ebenso wie Honig von lokalen Bienenvölkern können Sie Agavendicksaft auch mit Dicksäften aus heimischen Früchten ersetzen. So gibt es zum Beispiel Dicksaft aus Äpfeln oder Birnen zu kaufen. Da hierbei keine mexikanischen Monokulturen entstehen und aufgrund des kürzeren Transports viel weniger CO2 ausgestoßen wird, sind solche heimischen Dicksäfte deutlich besser für die Umwelt. Gesund sind sie dennoch nicht und sollten, wie Zucker und andere kalorienreiche Süßungsmittel, nur in Maßen eingesetzt werden.

Video: 4 Anzeichen dafür, dass Sie zu viel Zucker konsumieren

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