Öko-Test 2022: Diese 5 kernigen Haferflocken sind Testsieger

Öko-Test 2022: Diese 5 kernigen Haferflocken sind Testsieger

Haferflocken sind gesund und sollten Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Neben wichtigen Nährstoffen liefern die leckeren Flocken uns auch jede Menge Ballaststoffe. Öko-Test hat kürzlich kernige Vollkorn-Haferflocken untersucht. Einige der Testsieger – aber auch ein paar Testverlierer – finden Sie hier.

Schüssel mit kernigen Haferflocken
© iStock/carlosgaw
Kernige Haferflocken bestehen aus dem ganzen Haferkern.

Kernige, zarte oder Schmelzflocken? So unterschiedlich sind Haferflocken

Haferflocken sind nicht gleich Haferflocken. Für jeden Geschmack sind unterschiedlich verarbeitete Haferkerne erhältlich, die sich durch Quellfähigkeit, Bissfestigkeit oder ihren zarten Schmelz auszeichnen. Die Unterschiede stellen wir Ihnen hier kurz vor.

  • Kernige Haferflocken: Wie der Name es schon sagt, sind die kernigen Flocken sehr bissfest. Sie bestehen aus den ganzen Haferkernen, die bei der Herstellung im Trommelschäler von den Spelzen getrennt werden. Danach werden sie nicht weiter bearbeitet oder zerkleinert. Kernige Haferflocken werden daher auch als Großblattflocken bezeichnet. Sie quellen nur langsam auf, verleihen Müslis oder Haferflocken-Frikadellen aber einen herrlichen Biss.
  • Zarte Haferflocken: Im weiteren Herstellungsprozess werden einige Großblattflocken zerkleinert und anschließend auf einem Flockierstuhl plattgewalzt. Diese zerkleinerten und gewalzten Haferkerne werden als zarte Haferflocken vertrieben und quellen viel schneller auf als kernige Haferflocken.
  • Schmelzflocken: Schmelzflocken werden aus Hafermehl hergestellt. Das bei der Haferverarbeitung gewonnene Mehl wird gewalzt und hat als feines Haferpulver optisch mit Haferflocken nichts mehr gemeinsam. Die Schmelzflocken stecken trotzdem voller gesunder Nährstoffe und eignen sich als Babynahrung perfekt. Sie lösen sich schnell in Milch oder Wasser auf und sind Grundlage nahrhafter Breispeisen.
  • Haferkleie: Um Haferkleie herzustellen, werden in speziellen Trenn- und Mühlverfahren die äußeren Randschichten des Mehlkörpers des Haferkorns und die Keimlinge verarbeitet. Haferkleie hat eine fein-schrotige Textur.

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Im Video: Diese Haferflocken fallen beim Öko-Test durch

Diese 5 kernigen Haferflocken sind laut Öko-Test „sehr gut“

Schimmelpilzgifte, Pestizide und Mineralöl: Diese kernigen Haferflocken sind durchgefallen

Öko-Test nahm sich für die Untersuchung insgesamt 29 Produkte vor. Davon konnten 18 kernige Haferflocken mit „sehr gut“ überzeugen, drei liefen mit einer „guten“ Bewertung ein. In einigen Produkten fanden die Verbraucherschützer vom Öko-Test allerdings stark erhöhte Werte von Pestiziden und Schimmelpilzgiften. Spuren von Glyphosat und Schimmelpilzgiften etwa wurden in den Flocken von

  • Aldi (Knusperone Kernige Haferflocken)
  • Rewe (Ja! Kernige Haferflocken)
  • Norma (Golden Breakfast Haferflocken)

gefunden. Zwar seien die nachgewiesenen Belastungen nicht akut gesundheitsgefährdend, bedenklich sind sie aber nichtsdestotrotz, denn als gesund wahrgenommene und vermarktete Lebensmittel wie Haferflocken sollten im besten Falle eben gar keine Verunreinigungen und Belastungen aufweisen. Erfreulich ist allerdings, dass die Supermarktkette Norma sofort auf das „ungenügende“ Testergebnis des eigenen Produkts reagierte und es aus dem Verkauf zurückzog.

Das bedeuten die gefundenen Belastungen

Glyphosat: Glyphosat ist ein Herbizid, wird in der Landwirtschaft also als Unkrautvernichter eingesetzt. Weltweit ist es das am häufigsten angewendete Herbizid. In Deutschland kommt der Unkrautvernichter auf etwa 40 Prozent der Ackerflächen zum Einsatz. Das Problem mit dem Unkrautvernichter: Das Mittel wirkt beim Menschen "wahrscheinlich krebserregend", so urteilt zumindest die Weltgesundheitsorganisation WHO. Das Herbizid scheint ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt zu haben.

MOSH/MOAH: Hinter den Abkürzungen verbergen sich "gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe" und "aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe". Diese Nebenprodukte der Mineralölherstellung können bei industriellen Verarbeitungsprozessen auch auf Lebensmittel übergehen. Konsumieren wir regelmäßig Mineralölbestandteile mit unserer Nahrung, können langfristig wahrscheinlich negative Effekte auf unsere Gesundheit erwartet werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, dass am besten gar kein Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden sollte. MOSH/MOAH stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.

Schimmelpilzgifte: Sogenannte Mykotoxine sind Giftstoffe, die von Schimmelpilzen produziert werden. Befallen Schimmelpilze etwa Getreide auf den Äckern, kann nicht nur der Ernteertrag zurückgehen, sondern auch Pilzgift auf die Getreide übergehen, die wir später verzehren. Beim Haferflockentest stellte Öko-Test etwa erhöhte Mengen des Schimmelpilzgifts T-2 und HT-2 fest. Solche Gifte können unser Immunsystem stark belasten und uns anfälliger für Erkrankungen machen.

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