20. Dezember 2021
Sport nach Corona-Impfung: Wie lange sollte ich warten?

Sport nach der Corona-Impfung? Das sagt ein Sportmediziner

Darf man nach der Corona-Impfung trainieren oder drohen gesundheitliche Risiken? Ein Sportmediziner verrät es uns. So lange sollten Sie nach Ihrer Impfung oder Booster-Impfung mit dem Sport warten.

Bereits 70 Prozent der Menschen in Deutschland haben sich vollständig gegen das Coronavirus impfen lassen. Allerdings steht nun bei vielen die Booster-Impfung an. Erfahren Sie hier, wie Sie sich nach Ihrem (Booster-)Impftermin am besten verhalten, um Ihr Immunsystem zu schonen und Ihren Körper während seiner natürlichen Impfreaktion nicht übermäßig zu belasten. Das sollten Sie im Hinblick auf sportliche Aktivität nach Ihrer Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung gegen Covid-19 beachten.

Sport nach Corona-Impfung: Wie lange sollte ich warten?

Muss ich nach einer Corona-Impfung besonders lange mit dem Sport warten? Auf welche Zeichen meines Körpers muss ich achten? Welche Sportarten sind erstmal tabu? Zu all diesen Fragen liefert uns Prof. Dr. med. Axel Preßler, Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin und Sportmedizin in München, die passenden Antworten.

Wie nach jeder Impfung fragen Sie sich sicherlich auch, wann Ihr Körper nach einer Corona-Impfung wieder vollständig einsatzbereit ist und Sie ihn ohne Bedenken belasten dürfen. Prof. Dr. med Axel Preßler rät hierbei zu folgendem Vorgehen: "Gönnen Sie sich am Tag der Corona-Impfung eine Pause, damit die Einstichstelle optimal verheilen kann. Fühlen Sie sich gut und bleiben mögliche Nebenwirkungen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Erschöpfung oder Fieber aus, spricht nichts dagegen, am nächsten Tag wieder Sport zu machen." Gegen leichte körperliche Anstrengung spricht somit nichts, solange Sie es nicht übertreiben.

Sollte es allerdings zu stärkeren Nebenwirkungen infolge der Impfung kommen, sollten Sie mindestens eine Woche pausieren, z.B. wenn Fieber, Schüttelfrost oder andere starke Symptome auftreten. Ein geschwächter Körper ist sowieso nicht in der Lage seine Leistung zu steigern, weswegen ein Training in der Situation sinnlos wäre. "Vermeiden Sie (...) starke körperliche Belastungen, da sehr intensiver Sport das Immunsystem schwächen und es dadurch eher zu Impfreaktionen kommen kann", mahnt der Experte. Dafür, dass die Impfung an sich längerfristig die Leistungsfähigkeit schmälern könnte, gibt es jedoch keine Belege. 

Tipp: Geben Sie Ihrem Körper die Pause, die er benötigt, um die Impfung zu verarbeiten. Schonen Sie besonders den geimpften Arm.

Ist Sport nach der Booster-Impfung erlaubt?

Da der Schutz vor dem Coronavirus in den Monaten nach der vollständigen Impfung langsam nachlässt, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) seit dem 18. November 2021 allen Erwachsenen dazu, sich erneut impfen zu lassen: „Die Auffrischimpfungen soll in der Regel im Abstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf 5 Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden“. Die Booster-Impfungen sollen ausschließlich mit mRNA-Impfstoffen durchgeführt werden, also jenen von Biontech/Pfizer und Moderna.

Impfreaktionen und Nebenwirkungen treten aktuellen Daten zufolge in ähnlicher Weise und Häufigkeit wie bei den ersten zwei verabreichten Impfdosen auf. Daher sollten Sie Ihr Immunsystem auch vor und nach der Booster-Impfung in gleicher Weise wie nach den ersten beiden Impfungen schonen. Vermeiden Sie extreme körperliche Belastungen, z.B. Wettkämpfe, Marathons oder intensives Krafttraining, in den Tagen rund um die Booster-Impfung und gönnen Sie Ihrem Körper die Auszeit und Energie, die er zum Aufbau neuer Antikörper benötigt. Gegen lockeres Training bei niedrigen Intensitäten, z.B. Fahrradfahren, Joggen oder mildes Krafttraining, spricht jedoch nichts.

Diese Sportarten sollten Sie nach der Impfung meiden

Um den Arm, der die Impfdosis abbekommen hat, nicht zu überlasten, sollten Sie ihn weder mit Krafttraining, noch mit Ausdauertraining belasten. Von den folgenden sportlichen Aktivitäten ist daher in den ersten Tagen nach der Impfung abzuraten – insbesondere dann, wenn Sie Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit oder Erkältungssymptome an sich feststellen:

  • Krafttraining für die Arme,
  • Rudern,
  • Schwimmen,
  • Geräteturnen,
  • intensives Krafttraining,
  • HIIT und andere intensive Trainingsarten,
  • Wettkämpfe wie Marathons oder ein Fußballspiel.

Prof. Dr. med Axel Preßler sagt: „Warten Sie am besten zwei bis drei Tage nach der Impfung ab, bevor Sie mit dem Krafttraining starten und stemmen Sie am Anfang keine zu schweren Gewichte. Gegen leichte körperliche Betätigung wie Joggen ist nichts einzuwenden“. Ein moderates Training, in welchem nur die Beine zum Einsatz kommen, sollte in den Tagen nach der Impfung somit kein Problem sein. 

    Dr. Riedl klärt auf: Corona-Impfung und Sport

    Ernährungsdoc @drmatthiasriedl war auf Instagram live bei @vital_magazin und hat uns darüber aufgeklärt, mit welcher Ernährung Sie sich am besten vor dem Coronavirus schützen und wie Sie sich rund um die Impfung verhalten sollten. Ab Minute 21:31 spricht Dr. Riedl darüber, warum Sport am Tag der Impfung absolut tabu ist.

      Impfschutz durch Sport wohl nicht beeinträchtigt

      Die Wirkung des Impfstoffes und die daraus resultierende Impfreaktion soll Sport laut Barmer Krankenkasse allerdings nicht schmälern: „Der Impferfolg wird durch die sportliche Aktivität oder durch Saunagänge nicht herabgesetzt. Es geht vielmehr darum, den Körper zu schonen. Denn wer mit Fieber in die Sauna geht, kann im schlimmsten Fall mit einem Kreislaufkollaps reagieren.“ Gehen Sie daher keine unnötigen Risiken ein und verzichten Sie auf anstrengende Tätigkeiten oder Situationen. Denn der sogenannte Open-Window-Effekt sorgt nach einer intensiven Sporteinheit dafür, dass Ihr Immunsystem anfälliger ist. So sinkt nach intensiver körperlicher Betätigung die Menge Ihrer Immunzellen ab, wodurch Sie wenige Stunden nach einer intensiven Sporteinheit geschwächt und anfällig für Krankheitserreger sind.
      Wichtig: Auf lange Sicht stärken Ausdauer- und Kraftsport Ihre Immunabwehr.

      Sport nach BioNTech oder AstraZeneca: Spielt der Impfstoff eine Rolle?

      Derzeit werden in Deutschland vor allem die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und AstraZeneca verimpft. Bei dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer führt bei der Mehrzahl der Geimpften die zweite Impfdosis zu stärkeren Nebenwirkungen bzw. Impfreaktionen. Sie sollten zwar auch nach der ersten Impfung schonend mit Ihrem Körper umgehen, aber besondere Vorsicht gilt nach der zweiten Dosis. Geben Sie Ihrem Immunsystem die Zeit und Ruhe, die es benötigt, um Antikörper und einen effektiven Impfschutz aufzubauen. Bei dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca kommen besonders nach der ersten Impfdosis häufigere und stärkere Nebenwirkungen vor. Die zweite Impfung mit AstraZeneca verläuft bei der Mehrzahl der Geimpften sanfter oder sogar komplett symptomlos. Treiben Sie dennoch am Tag der Impfung keinen Sport und schonen Sie den geimpften Arm mindestens drei Tage lang.

      Sport nach Corona-Impfung: Das Wichtigste in Kürze

      • Tag der Impfung: Pause
      • Tage 1 bis 3 nach der Impfung: Lockeres (Ausdauer-)Training erlaubt
      • Ab Tag 4: Vorsichtige Rückkehr zum normalen Training
      • Bei Symptomen jeglicher Art das Training vorerst pausieren!

      Video: Die wichtigsten Fragen zur Corona-Impfung – das müssen Sie wissen

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