10. Juni 2021
Sport nach Corona-Impfung: Wie lange soll man warten?

So lange sollten Sie nach der Corona-Impfung mit dem Sport warten

Wie lange sollte ich nach der Corona-Impfung mit dem Training warten und gibt es dabei gesundheitliche Risiken? Ein Sportmediziner liefert uns die Antworten. So lange sollten Sie nach der Corona-Impfung mit dem Sport warten.

Die Impfkampagne nimmt in Deutschland immer mehr Fahrt auf und nach der Aufhebung der Priorisierung kann sich mittlerweile jede Person um eine Corona-Impfung bemühen. Wie Sie sich nach der Impfung am besten verhalten, um Ihr Immunsystem zu schonen und Ihren Körper während seiner natürlichen Impfreaktion nicht übermäßig zu belasten, erfahren Sie im Folgenden.

Sport nach Corona-Impfung: Wie lange sollte man warten?

Muss ich nach einer Corona-Impfung besonders lange mit dem Sport warten? Auf welche Zeichen meines Körpers muss ich achten? Welche Sportarten sind erstmal tabu? Zu all diesen Fragen liefert uns Prof. Dr. med. Axel Preßler, Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin und Sportmedizin in München, die passenden Antworten.

So lange sollten Sie nach der Impfung mit dem Sport warten

Wie nach jeder Impfung fragen Sie sich sicherlich auch, wann Ihr Körper nach einer Corona-Impfung wieder vollständig einsatzbereit ist und Sie ihn ohne Bedenken belasten dürfen. Prof. Dr. med Axel Preßler rät hierbei zu folgendem Vorgehen: "Gönnen Sie sich am Tag der Corona-Impfung eine Pause, damit die Einstichstelle optimal verheilen kann. Fühlen Sie sich gut und bleiben mögliche Nebenwirkungen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Erschöpfung oder Fieber aus, spricht nichts dagegen, am nächsten Tag wieder Sport zu machen." Gegen leichte körperliche Anstrengung spricht somit nichts, solange Sie es nicht übertreiben.

Sollte es allerdings zu stärkeren Nebenwirkungen infolge der Impfung kommen, sollten Sie mindestens eine Woche pausieren, z.B. wenn Fieber, Schüttelfrost oder andere starke Symptome auftreten. Ein geschwächter Körper ist sowieso nicht in der Lage seine Leistung zu steigern, weswegen ein Training in der Situation sinnlos wäre. "Vermeiden Sie (...) starke körperliche Belastungen, da sehr intensiver Sport das Immunsystem schwächen und es dadurch eher zu Impfreaktionen kommen kann", mahnt der Experte. Dafür, dass die Impfung an sich längerfristig die Leistungsfähigkeit schmälern könnte, gibt es jedoch keine Belege. 

Tipp: Geben Sie Ihrem Körper die Pause, die er benötigt, um die Impfung zu verarbeiten. Schonen Sie besonders den geimpften Arm.

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    Dr. Riedl klärt auf: Corona-Impfung und Sport

    Ernährungsdoc @drmatthiasriedl war auf Instagram live bei @vital_magazin und hat uns darüber aufgeklärt, mit welcher Ernährung Sie sich am besten vor dem Coronavirus schützen und wie Sie sich rund um die Impfung verhalten sollten. Ab Minute 21:31 spricht Dr. Riedl darüber, warum Sport am Tag der Impfung absolut tabu ist.

    Diese Sportarten sollten Sie nach der Corona-Impfung meiden

    Um den Arm, der die Impfdosis abbekommen hat, nicht zu überlasten, sollten Sie ihn weder mit Krafttraining, noch mit Ausdauertraining belasten. "Warten Sie am besten zwei bis drei Tage nach der Impfung ab, bevor Sie mit dem Krafttraining starten und stemmen Sie am Anfang keine zu schweren Gewichte. Gegen leichte körperliche Betätigung wie Joggen ist nichts einzuwenden.", sagte Prof. Dr. med Axel Preßler im Interview mit ELEMENTS Fitness und Wellness. Ein moderates Training, in welchem nur die Beine zum Einsatz kommen, sollte in den Tagen nach der Impfung somit kein Problem sein. 

    An intensiveres Krafttraining, HIIT und Wettkämpfe sollten Sie nach einer Impfung jedoch nicht denken: "Bereiten Sie sich zum Beispiel auf einen Marathon vor, ist von einer Impfung kurz vor dem Wettkampf (...) abzuraten. Planen Sie genügend Zeit für Ihre Trainingspause ein", sagt Prof. Preßler. 

    Tipp: Vermeiden Sie Belastungen, die Ihren Arm fordern, sowie hochintensive Trainingseinheiten oder Wettkämpfe wenige Tage nach einer Impfung.

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    Impfschutz durch Sport wohl nicht beeinträchtigt

    Die Wirkung des Impfstoffes und die daraus resultierende Impfreaktion soll Sport laut Barmer Krankenkasse allerdings nicht schmälern: „Der Impferfolg wird durch die sportliche Aktivität oder durch Saunagänge nicht herabgesetzt. Es geht vielmehr darum, den Körper zu schonen. Denn wer mit Fieber in die Sauna geht, kann im schlimmsten Fall mit einem Kreislaufkollaps reagieren.“ Gehen Sie daher keine unnötigen Risiken ein und verzichten Sie auf anstrengende Tätigkeiten oder Situationen.

    Open-Window-Effekt: Darum schwächt Sport kurzzeitig Ihr Immunsystem

    Der Open-Window-Effekt nach dem Sport hat nichts mit einem echten Fenster zu tun, sondern mit der Menge Ihrer Immunzellen nach intensiver körperlicher Betätigung. Während eines anstrengenden Trainings steigen in Ihrem Körper die Konzentrationen an weißen Blutkörperchen und natürlichen Killerzellen. Diese sind für die Immunabwehr zuständig und ihre Konzentration nimmt nach der Belastung wieder ab – sogar so stark, dass sie unter das Ausgangsniveau fällt. Dadurch ist Ihr Immunsystem wenige Stunden nach einer intensiven Sporteinheit geschwächt und bietet ein offenes Fenster für Krankheitserreger. Auf lange Sicht stärken Ausdauer- und Kraftsport zwar Ihre Immunabwehr – in den Stunden nach einer Einheit sind Sie jedoch geschwächt, weswegen Schonung angebracht ist.

    Sport nach BioNTech oder AstraZeneca: Spielt der Impfstoff eine Rolle?

    Derzeit werden in Deutschland vor allem die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und AstraZeneca verimpft. Bei dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer führt bei der Mehrzahl der Geimpften die zweite Impfdosis zu stärkeren Nebenwirkungen bzw. Impfreaktionen. Sie sollten zwar auch nach der ersten Impfung schonend mit Ihrem Körper umgehen, aber besondere Vorsicht gilt nach der zweiten Dosis. Geben Sie Ihrem Immunsystem die Zeit und Ruhe, die es benötigt, um Antikörper und einen effektiven Impfschutz aufzubauen. Bei dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca kommen besonders nach der ersten Impfdosis häufigere und stärkere Nebenwirkungen vor. Die zweite Impfung mit AstraZeneca verläuft bei der Mehrzahl der Geimpften sanfter oder sogar komplett symptomlos. Treiben Sie dennoch am Tag der Impfung keinen Sport und schonen Sie den geimpften Arm mindestens drei Tage lang.

    Fazit: Schonen Sie Ihren Körper nach der Impfung

    • Gönnen Sie sich am Tag der Corona-Impfung eine Pause.
    • Treten Nebenwirkungen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ungewöhnliche Müdigkeit auf, ist Sport absolut tabu!
    • An den ersten drei Tagen nach der Impfung ist leichtes Ausdauertraining in Ordnung.
    • Mit dem Krafttraining der Arme sollten Sie drei Tage lang warten, damit die Einstichstelle sich erholen kann.
    • Mit Wettkämpfen, Sprints und intensivem Intervalltraining sollten Sie warten, bis sich Ihr Körper vollständig von der Corona-Impfung erholt hat.
     

    Sport nach Covid-19-Erkrankung

    Wenn Sie bereits Corona hatten und daher eine längere Sportpause eingelegt haben, sollten Sie Ihren gesundheitlichen Zustand ärztlich überprüfen lassen. Für Leistungs- und Profisportler ist das ein absolutes Muss – doch auch als Hobbysportler können Sie mit einem Belastungstest auf Nummer sicher gehen, dass Sie Ihrem Körper mit einem Wiedereinstieg ins Training nichts Schlechtes tun. Der Experte rät dazu, jegliche Symptome erst vollständig abklingen zu lassen. "Um ganz sicher zu gehen, hängen Sie noch drei bis fünf ‚Sicherheitstage‘ dran. Starten Sie Ihr Sportprogramm zunächst vor allem im Grundlagenbereich, um das Immunsystem nicht zu stark zu beanspruchen und den Körper langsam an die körperliche Anstrengung zu gewöhnen", sagt der Sportmediziner Prof. Dr. med. Axel Preßler.

    Tipp: Nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus ist es empfehlenswert, sich zur Sicherheit sportmedizinisch untersuchen lassen und alle Symptome vollständig abklingen zu lassen.

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    Video: Die wichtigsten Fragen zur Corona-Impfung – das müssen Sie wissen

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