Psychologie: 4 Sätze, an denen Sie toxisch positive Menschen erkennen

Psychologie: 4 Sätze, an denen Sie toxisch positive Menschen erkennen

"Sieh es doch einfach mal positiv" – Diesen Satz haben wir alle schon mal gehört. Oder sogar selbst gesagt. Doch Vorsicht: Der gut gemeinte Ratschlag kann manchmal mehr schaden als nutzen. Sogenannte "toxische Positivität" ist derzeit weit verbreitet. Was es damit auf sich hat, warum übertriebene Positivität gefährlich werden kann – und welche Sätze typisch für toxisch positive Menschen sind, verraten wir hier!

Gegen einen gesunden Optimismus ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Die positiven Gedanken verschönern unser Leben – und können es sogar verlängern. Übertriebene Positivität allerdings kann schnell toxisch werden.

Was ist toxische Positivität?

Toxische Positivität beschreibt ein Phänomen unserer Zeit, was insbesondere durch die sozialen Medien an Fahrt aufgenommen hat. Das ungesunde Extrem zwingt Menschen regelrecht dazu, alles in Ihrem Leben nur noch positiv zu sehen. So können sie das Gefühl bekommen, immer glücklich sein zu müssen. Und wenn sie es mal nicht sind, dann liegt es an ihrem "Mindset". Doch so einfach ist das Leben leider nicht.

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Warum ist Toxic Positivity gefährlich?

Negative Emotionen bekommen keinen Raum mehr. Der ständige Druck, glücklich zu sein, ist pures Gift für unsere Psyche – und kann Menschen kaputtmachen. Oder sie daran hindern, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn sie beispielsweise an Depressionen leiden.

Psychologie: 4 Sätze, an denen Sie toxisch positive Menschen erkennen

1. Good Vibes Only

Wir starten mit einem Klassiker unter den ungesunden Ratschlägen: Good Vibes Only, auf Deutsch etwa "Nur gute Stimmung erlaubt", steht gerne auf Plakaten, Pullovern oder Kaffeebechern. Doch das Mantra trieft nur so vor toxischer Positivität. Das kategorische Ausschließen von vermeintlich "schlechten" Gefühlen kann sehr ungesunde Folgen für die psychische Gesundheit eines Menschen haben. Denn: Emotionen wie Trauer, Angst, Wut oder Verzweiflung haben einen Zweck und gehören zum Leben dazu. Man sollte sie nicht ignorieren, sondern den Raum geben, den sie brauchen. Nur so kann das Wohlbefinden nachhaltig gestärkt werden. 

Good vibes Only
© Pexels/Anastasia Shuraeva
Good vibes Only

2. Glücklich sein ist eine Entscheidung

Eine leere Phrase, die insbesondere Menschen mit Traumata, depressiven Verstimmung oder handfesten Depressionen verhöhnt. Sie treffen nicht die Entscheidung, unglücklich zu sein. Und doch schämen sich manche Erkrankte für ihr psychisches Leiden. Auch wegen solcher gut gemeinten Ratschläge.

Dabei gilt: Es ist durchaus sinnvoll, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen – und diese bewusst wahrzunehmen. Das kann die schöne Blumenwiese sein, an der man mit dem Rad vorbeifährt, oder der Kaffee, der heute besonders gut schmeckt. Diese Dinge können jemanden in einem bestimmten Moment glücklich machen. 

Im Video: Toxische Menschen – Wie du sie erkennst & mit ihnen umgehst

toxische Positiviät
© iStock/npdesignde
Es ist in Ordnung, sich auch mal schlecht zu fühlen.

3. Was dich nicht umbringt, macht dich stärker

Der erzwungene Optimismus macht sich auch in dieser Phrase bemerkbar. Viele Menschen sind nach schlimmen Erlebnissen, Schicksalsschlägen oder Traumata nicht stärker – und müssen es auch nicht sein. Wie gut sie die Krise verarbeiten, und ob sie gestärkt oder nicht aus ihr hervorgehen, hängt von ihrer individuellen Resilienz ab. Das "Immunsystem der Seele" bestimmt, wie Menschen mit Problemen oder Veränderungen in ihrem Leben klarkommen. Es kann durchaus sein, dass sich eine Person nach einer Lebenskrise gestärkt fühlt. Doch auch das genaue Gegenteil kann eintreten.

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4. Alles passiert aus einem Grund

Der Glaube an eine höhere Macht, Schicksal und Karma ist so alt wie die Menschen selbst. Vielen schöpfen daraus Kraft und Hoffnung. Sie finden Halt in der Annahme, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert und seinen Sinn hat. Doch manchmal ist das Leben einfach unfair und die Welt grausam. Wem etwas Schlimmes widerfährt, der darf wütend, traurig oder frustriert sein – und muss keinen vermeintlichen Sinn in seinem Schicksal suchen.

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