12. März 2021
Magersucht: Das sind die körperlichen Schäden

Magersucht: Das sind die körperlichen Schäden der Essstörung

Bei einer Magersucht wird der Körper nicht mit genügend Nährstoffen versorgt und es kommt zu Mangelerscheinungen, welche den gesamten Organismus beeinträchtigen. Welche genauen körperlichen Schäden dabei entstehen, erfahren Sie hier.

Was ist Magersucht?

Bei der Magersucht (Anorexie, Anorexia nervosa) handelt es sich um eine Essstörung, bei der betroffene Personen ein möglichst niedriges Körpergewicht erreichen oder halten möchten. Der Ausbruch der Magersucht hat meist ihren Beginn im frühen Jugendalter oder in der Pubertät. Betroffene Kinder oder Jugendliche sind etwa unzufrieden mit ihrem Gewicht oder ihrer Figur und möchten daher abnehmen. Damit einhergehend sind psychische und soziale Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt. 

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) leiden in Deutschland rund 3 bis 5 Prozent aller Erwachsenen an einer Essstörung – darunter fällt die Magersucht, aber auch andere Krankheiten wie Binge-Eating.
Etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen zeigt im Alter von elf bis 17 Jahren Anzeichen von Essstörungen. Mädchen und Frauen sind häufiger betroffen als Jungen und Männer.

Körperliche Schäden der Magersucht

Je länger die Magersucht besteht, desto schwerwiegender sind die körperlichen sowie psychischen Folgen. Eine langfristige Mangelversorgung wirkt sich negativ auf den gesamten Organismus aus.

  • Stoffwechsel: Aufgrund der wenigen Nahrung entsteht ein Energiemangel, der dafür sorgt, dass der Körper auf „Sparflamme“ schaltet. Das hat zur Folge, dass die Körpertemperatur abfällt, der Blutdruck sinkt und das Herz langsamer schlägt. Viele betroffene Magersüchtige frieren schnell und haben meist kalte Hände und Füße.
     
  • Immunsystem: Aufgrund der Mangelversorgung leidet auch die Immunabwehr. Der Körper ist anfälliger für Infektionen und Krankheiten. 
     
  • Gehirn: Die Unterernährung verursacht einen Schwund des Hirngewebes, der sich auf die Leistungsfähigkeit ausübt und für Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten sorgt. Die Gehirnsubstanz nimmt glücklicherweise auch wieder mit einem Gewichtsanstieg zu.
     
  • Darm: Essgestörte Personen leiden häufiger unter Verstopfungen, da sich aufgrund der verringerten Nahrungsaufnahme die Verdauung verlangsamt und verzögert. 
     
  • Haut und Haar: Aufgrund des Nährstoffmangels wird die Haut trockener, die Nägel werden brüchiger und die Haare werden dünner oder können sogar ausfallen. 
     
  • Knochen, Muskeln und Zähne: Der Körper baut Muskelmasse ab, wenn ihm weniger Energie zugeführt wird. Der Knochenstoffwechsel wird in Verbindung mit einem Mangel von Kalzium, Phosphat und Vitamin D gestört. Das hat zur Konsequenz, dass die Knochen brüchiger werden (Osteoporose). Betroffene, die an Bulimie erkrankt sind und häufig erbrechen, haben massive Zahnprobleme. Karies oder sogar Zahnausfall können aufgrund des aufsteigenden sauren Mageninhalts drohen.
     
  • Störung des Salzhaushalts: Extremes Hungern oder Erbrechen bringen den Salzhaushalt durcheinander und es fehlen lebensnotwendige Elektrolyte wie Kalium. Das kann zu Herzrhythmusstörungen führen.

Magersucht: Auch die Psyche leidet

Magersucht resultiert meist aus psychischen Problemen, welche daher Teil des Krankheitsbildes sind. Essgestörte Menschen leiden deswegen nicht selten unter Depressionen, Zwängen, Ängsten oder Persönlichkeitsstörungen.
Um sich Hilfe zu suchen, können sich Betroffene auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über Beratungs- und Therapiemöglichkeiten informieren.

Video: Magersucht – 5 Fakten über die missverstandene Essstörung

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