Gesundheit: 3 Tipps gegen schlechte Stimmung im Winter

3 Tipps gegen schlechte Stimmung im Winter

Sind Sie im Winter häufig schlecht gelaunt, leicht reizbar und ziehen sich am liebsten in die eigenen vier Wände zurück? Das klingt nach dem typischen Winterblues. Wir verraten Ihnen, worin sich ein normales Stimmungstief von einer manifesten Winterdepression unterscheidet und welche Tipps gegen saisonale Verstimmungen helfen können.

Winterblues: Nur schlechte Laune oder Depression?

Die dunklen, kalten Wintermonate schlagen wohl den meisten Menschen in Deutschland früher oder später aufs Gemüt. Spätestens im Februar, wenn wir bereits mehrere Monate Dunkelheit und nasskaltes Wetter hinter uns haben und noch immer kein Ende in Sicht ist, sind nicht wenige von uns betrübt, leicht reizbar und möchten sich am liebsten im Bett verkriechen, bis der Frühling zum Vorschein kommt. Das ist so weit jedoch nicht ungewöhnlich für die Bewohner:innen nördlich gelegener Länder und noch kein Zeichen für eine Depression. Tatsächlich leiden Schätzungen zufolge nur etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung an einer echten Winterdepression. Neben den typischen Depressions-Symptomen wie starker Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und negativen Gedanken über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen, kennzeichnet sich die saisonal abhängige Winterdepression durch einen gesteigerten Appetit anstelle einer Appetitlosigkeit und einer erhöhten Schlafdauer anstelle von Schlafschwierigkeiten.

Tipp: Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet hier einen Selbsttest an, mithilfe dessen Sie mögliche erste Anzeichen einer Depression erkennen können. Beachten Sie jedoch, dass er eine ärztliche Diagnose keinesfalls ersetzen kann!

Gesundheit: 3 Tipps gegen schlechte Stimmung im Winter

Gegen den typischen Winterblues, der bei vielen Menschen auftritt, aber noch keine saisonale Depression darstellt, können die folgenden Maßnahmen helfen. Bei leichten Formen der Depression können sie ebenfalls wirksam sein – an erster Stelle sollte jedoch stets eine ärztliche und psychotherapeutische Behandlung stehen!

1. Lichttherapie

Neben der natürlichen Lichttherapie – sich möglichst täglich nach draußen begeben und die wenigen Sonnenstrahlen auskosten – haben bereits mehrere Studien gezeigt, dass auch künstliches Licht gegen den Winterblues und sogar bei Winterdepressionen helfen kann. Dabei macht man sich helles, weißes Licht zunutze, welches über den Sehnerv im Gehirn die Ausschüttung stimmungsaufhellender Botenstoffe wie Dopamin veranlasst. Für die Therapie werden spezielle Tageslichtlampen verwendet, die Betroffene nicht selten bereits ab Oktober prophylaktisch einsetzen.

Interessant: Menschen mit einer bestimmten Augenfarbe sind besonders häufig von Winterdepressionen betroffen >>

2. Alltagsbewegung und Sport

Tägliche Spaziergänge, Radfahrten zur Arbeit oder Joggingrunden mit Freunden wirken sich nicht nur äußerst förderlich auf unsere körperliche Gesundheit aus, sondern können auch mental einiges bewirken. Insbesondere Ausdauersport hat erwiesenermaßen eine stimmungsaufhellende Wirkung, da die Bewegung unter anderem zur Ausschüttung des Glückshormons Serotonin führt. Darüber hinaus steigert das regelmäßige Training die Selbstwirksamkeit und ist bei leichten Depressionen laut Studien sogar ähnlich wirksam wie eine medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung.

Tipp: Die Deutsche Depressionshilfe bietet sogar zahlreiche regionale Lauftreffs an, um gemeinsam in Bewegung zu kommen.

3. Soziale Kontakte

Eine diagnostizierte Depression oder Winterdepression lässt sich zwar keineswegs nur mithilfe von sozialen Erlebnissen oder Treffen mit Freunden heilen. Allerdings ist gerade bei leichten Verstimmungen und dem typischen Winterblues das soziale Miteinander Gold wert. Der Kontakt mit Freunden und Familienmitgliedern hebt unsere Stimmung und kann davor schützen, dass wir uns in der kalten Jahreszeit nur in den eigenen vier Wänden einmauern und sozial verarmen. 

Wichtig: Wenn Sie den Verdacht hegen, dass Sie selbst oder eine Person in Ihrem Umfeld, möglicherweise an Depressionen erkrankt sein könnte, zögern Sie nicht damit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Als erste Anlaufstelle kann hierfür das Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe dienen: Rufnummer 0800-3344533.

Video: Januar-Blues – was steckt hinter dem saisonalen Stimmungstief?

Quellen: deutsche-depressionshilfe.de, aok.de, lzg-rlp.de

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