Dermatillomanie: Definition, Ursachen und Behandlung

Dermatillomanie: Wenn ständiges Hautzupfen krankhaft wird

Sie knibbeln, quetschen, zupfen, drücken, pulen und kratzen: Betroffene von Dermatillomanie können Ihre Haut einfach nicht in Ruhe lassen. Welche Ursachen hinter der Skin-Picking-Störung stecken – und was Erkrankte tun können, lesen Sie in diesem Artikel.

Was ist Dermatillomanie? 

Dermatillomanie ist die lateinische Bezeichnung für Skin Picking Disorder. Der englische Begriff setzt sich aus skin „Haut“, to pick „kratzen“ und disorder „Störung“ zusammen und beschreibt den unwiderstehlichen Drang, an der eigenen Haut zu knibbeln, an ihr herumzudrücken oder sie aufzukratzen. Die Erkrankung ist mit einer Sucht vergleichbar: Menschen mit Dermatillomanie fällt es sehr schwer, mit ihrem krankhaften und schädlichen Verhalten aufzuhören. Dermatillomanie weist Ähnlichkeiten zur Trichotillomanie auf. Die psychische Störung zwingt Betroffene dazu, sich wiederholt die eigenen Haare auszureißen. 

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Skin Picking als psychische Erkrankung 

Dermatillomanie wird seit dem Jahre 2013 zur Gruppe der Zwangsstörungen zugeordnet. Es handelt sich demnach um eine Erkrankung, deren Ursache und Auslöser in der Psyche eines Menschen verankert sind. Seit 2018 zählt Skin Picking auch zu den sogenannten körperbezogenen, repetitiven Verhaltensstörungen. Wie viele Menschen unter der Zwangsstörung leiden, ist unklar und differiert je nach Studie. Experten schätzen, dass zwischen 1,4 und 5,2 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal im Leben betroffen sind. Dabei sollen Frauen weitaus häufiger erkranken als Männer.

Ist Skin Picking gefährlich? 

Jeder hat schon mal an einem Pickel herumgedrückt oder einen Mückenstich aufgekratzt. Doch ständiges Hautzupfen ist zwanghaft – und hinterlässt meist sichtbare Folgen in Form von Wunden. So können durch die Störung beispielsweise Narben auf der Haut, unschöne Hautverletzungen oder Krater im Hautbild entstehen. Die verursachten Wunden und Hautschäden können wieder verschwinden – oder für immer sichtbar bleiben. Das hängt von der Schwere der Verletzungen ab. 

Welche Ursachen hat Skin Picking ? 

Die psychische Störung ist noch wenig erforscht und relativ unbekannt. Wissenschaftler ziehen verschiedene Faktoren in Betracht, die als Ursache beziehungsweise Auslöser der Haut-Picking-Störung in Betracht kommen können. Als Hauptursache werden negative Gefühlszustände und individueller Stress vermutet, etwa Streit mit dem Partner, Angst, Trauma, Anspannung, Leistungsdruck und Überforderung im Job oder akute Lebenskrisen. Darüber hinaus wird auch Langeweile als Ursache diskutiert. 

Häufig ist der primäre Auslöser für das Skinpicking eine Kruste auf der Haut, etwa von einer vorherigen Hautverletzung, ein Pickel, Mückenstich oder pellende Haut als Folge eines Sonnenbrandes. In Zusammenhang mit den negativen Gefühlszuständen kann so eine Skin-Picking-Episode ausgelöst werden, die den Stress abbauen soll.

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Was hilft gegen Skin Picking? 

Es gibt verschiedene Methoden und Wege, um die Skin Picking Disorder zu behandeln. Da es sich um eine psychische Störung handelt, ist ein Besuch bei einem Psychotherapeuten ratsam. Er oder sie führt eine Diagnostik durch und kann Ihnen Methoden und Tricks zur Überwindung der Zwangsstörung an die Hand geben.

Grundsätzlich gilt: Jegliche Dinge, die Ihr Stresslevel senken, helfen auch gegen das Skin Picking. Mehr über Tipps zur Skinpicking-Selbsthilfe lesen Sie in diesem Ratgeber: So können Sie sich Skin-Picking abgewöhnen >>

Psychotherapeutische Therapien bei Dermatillomanie 

Sie können gegen Skin Picking mit einer Psychotherapie vorgehen. Bei diesem Krankheitsbild ist die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie eine gute Option. Dieser psychotherapeutische Behandlungsansatz hilft Ihnen, den Zusammenhang zwischen verschiedenen Verhaltensmustern zu erkennen – und aufzubrechen. Das Ziel? Das zwanghafte, repetitive Verhalten zu mindern oder ganz einzustellen.

Medikamentöse Therapien bei Dermatillomanie 

Medikamente können ebenfalls dabei helfen, zwanghafte Verhaltensweisen zu mindern. Verschiedene Antidepressiva, etwa Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, können solch einen Effekt auf das schädliche Hautzupfen haben. Jede medikamentöse Therapie sollten Sie vorab mit einem Arzt abklären.

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