Traktionsalopezie: Symptome, Behandlung, Ursachen

Traktionsalopezie: Haarausfall durch strenge Frisuren?

Wenn Zöpfe, Dutts oder enge Kopfbedeckungen zu Haarverlust führen, spricht man von Traktionsalopezie. Welche Anzeichen auf den Haarausfall hindeuten, welche Ursachen zu dieser Form der Alopezie führen und ob Sie eine Traktionsalopezie rückgängig machen können, lesen Sie in diesem Artikel.

 

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem. Häufig ist der Haarverlust erblich bedingt. Die sogenannte androgenetische Alopezie betrifft bis zu 80 Prozent der Männer und über 40 Prozent der Frauen in Deutschland. Doch nicht immer ist eine genetische Veranlagung schuld am Haarausfall. Wir erklären, was es mit der Traktionsalopezie auf sich hat, welche Ursache dahintersteckt – und was Sie gegen diese Art des Haarausfalls tun können.

Was ist eine Traktionsalopezie? 

Traktionsalopezie ist eine Form des Haarausfalls. Jedoch handelt es sich nicht um eine körperliche Erkrankung. Denn: Bei der Traktionsalopezie sind mechanische Belastungen, starkes Ziehen und Reibungen die Ursache für den Haarausfall, etwa durch straffe Zöpfe, Dutts oder enge Kopfbedeckungen. Genetische Faktoren oder körperliche Krankheiten spielen keine Rolle.

Welche Angewohnheiten können dazu führen? 

Pferdeschwänze und Co. sind nicht grundsätzlich schädlich fürs Haar. Wer jedoch jeden Tag sehr enge Frisuren trägt, bei denen die Haare fest zusammengebunden werden, riskiert auf Dauer eine Traktionsalopezie. Welche weiteren Faktoren den Haarausfall begünstigen können, lesen Sie weiter unten im Text.

Wer ist von Traktionsalopezie am meisten betroffen?

Im Gegensatz zum erblich bedingten Haarausfall, unter dem hauptsächlich Männer leiden, betrifft die Traktionsalopezie größtenteils nur Frauen. Schließlich haben eher Frauen lange Haare, die sie in engen Frisuren und Pferdeschwänzen zusammenbinden. Auch Kinder, die sich beim Raufen oder Spielen an den Haaren ziehen, haben ein höheres Risiko. Grundsätzlich jedoch kann eine Traktionsalopezie jegliche Altersgruppen betreffen.

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Welche Ursachen stecken dahinter?

Theoretisch kann ein einzelnes Haar bis zu 100 Gramm Gewicht tragen. Bei einem strengen Zopf wirken jedoch weitaus stärkerer Zugkräfte aufs Haar und die Haarfollikel. Darunter leiden vor allem die Haarwurzeln.

Die Folge? Auf Dauer verändert sich die Haarstruktur der Frau oder des Mannes. Ihre Mähne wächst dünner und feiner nach und verliert an Kraft. Die Wachstumsphasen der Haare verkürzen sich und das Haar fällt schneller aus.

Verändert sich nichts an dieser Dauerbelastung, kann es passieren, dass die Haarwurzel gar nicht mehr arbeitet – und keine neuen Haare mehr wachsen.

Zu den extremen Belastungen für Haare im Alltag zählen unter anderem:

  • das ständige Tragen von Extensions (insbesondere jene, die am Haaransatz befestigt werden)
  • lange Haare mit hohem Eigengewicht
  • regelmäßige Dauerwellen
  • häufige Nutzung von Lockenwicklern
  • Anwendung von Lockenstab und Glätteisen
  • zu heißes Föhnen
  • aggressives Kämmen oder Bürsten
  • Stirnbänder oder andere Kopfbedeckungen, die man täglich trägt
  • Strenge Zöpfe, Cornrows und Dreadlocks 

Hinweis: Auch eine Trichotillomanie kann zu einer Traktionsalopezie führen. Dabei handelt es sich um eine psychische Störung, bei der sich Erkrankte zwanghaft ihre eigenen Haare ausreißen.

Wie erkennt man eine Traktionsalopezie? 

Zu den ersten Anzeichen des Haarverlustes durch übermäßiges Ziehen, Drücken oder Reiben zählen Frizz und Haarbruch. Aus Zöpfen oder Dutts stehen immer mehr Härchen hervor, die sich kaum noch bändigen lassen. Sprich: Ihnen stehen sprichwörtlich die Haare zu Berge – vor allem am Haaransatz. 

Insbesondere an den stark beanspruchten Stellen auf dem Kopf kann es zudem zu lokalem Haarausfall kommen. Am stärksten durch die mechanischen Belastungen betroffen ist dabei oft der Haaransatz an der Stirn, an den Schläfen und an den Seiten. Je nach Art und Stärke der Belastung kann auch Ihre Haarlinie immer weiter zurückgehen.

Darüber hinaus können noch weitaus unangenehmere Symptome auf eine Traktionsalopezie hindeuten:

  • Juckreiz und Schmerzen auf der Kopfhaut
  • empfindliche Kopfhaut, zu erkennen an geröteten Stellen
  • vermehrtes Aufkommen von Schuppen
  • kleine Entzündungen rund um die Haarwurzel
  • Pickel auf der Kopfhaut
  • glänzende und vernarbte Kopfhaut

Therapie: Wie wird der Haarverlust behandelt? 

Eine Traktionsalopezie kann man gut behandeln. Zu bleibenden Schäden kommt es in der Regel nicht. Zu drastischen Maßnahmen, etwa einer Haartransplantation, muss es nicht kommen. Voraussetzung: Sie greifen frühzeitig ein und beherzigen folgende Tipps.

  1. Gönnen Sie Ihrem Schopf Verschnaufpausen und regelmäßige Erholung von der Belastung. Tragen Sie Ihr Haar zwischendurch offen oder in lockeren Hochsteckfrisuren.
  2. Wenn Sie auf einen Zopf oder Pferdeschwanz nicht verzichten mögen, versuchen Sie, das Zopfgummi nicht zu festzubinden, um die Traktion zu mildern.
  3. Reduzieren Sie darüber hinaus den Gebrauch von Hitzetools, wie einem Glätteisen.
  4. Bei sehr langen und dicken Haaren kann es zudem sinnvoll sein, das Haar um ein paar Zentimeter zu kürzen.
  5. Außerdem können spezielle Bürsten Haarbruch reduzieren und somit eine Traktionsalopezie vermeiden. Dieser Tipps eignet sich auch gut zur Vorbeugung der Alopezie.

Traktionsalopezie: Behandlung mit richtiger Ernährung unterstützen

Zusätzlich zur Stressreduktion können Sie Ihre Haare mit verschiedenen Nährstoffen stärken. Das gelingt vor allem mit einer vitaminreichen und gesunden Ernährung. Insbesondere die Nährstoffe Eisen, Zink, Proteine und verschiedene Vitamine kräftigen Ihre Haarwurzeln. 

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Traktionsalopezie rückgängig machen, ist das möglich? 

Ja, eine Traktionsalopezie ist reversibel – wenn die Stressbelastungen für Ihre Haare frühzeitig erkannt und eingestellt werden. Dann können sich Ihre Haarwurzeln erholen. Nach etwa 6 bis 12 Monaten wächst das Haar schließlich wieder normal nach. 

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