Heilmethoden Schmerzpatienten durch Hypnose schmerzfrei?

Sie war immer umstritten, fasziniert uns aber seit Jahrzehnten. Schon Sigmund Freud behandelte Kranke in Hypnose. Jetzt überzeugen uns Studien mit aufsehenerregenden Fakten über ihre Wirkung aufs Gehirn.

Hypnose-Therapie

Angeblich können Schmerzpatienten durch Hypnose auf bis zu zwei Drittel ihrer Arzneien verzichten. Wunsch oder Wirklichkeit?
Wirklichkeit. Von der Hypnose profitieren sogar Menschen mit chronischen Schmerzen. Denn der Therapeut kann einerseits auf der Basis der Schmerzverarbeitung arbeiten und dem Patienten einen anderen Umgang, ein anderes Erleben mit seinem Schmerz ermöglichen. Andererseits lässt sich die Aufmerksamkeit auf einen anderen Lebensbereich fokussieren, sodass der Schmerz nicht mehr im Mittelpunkt allen Erlebens steht. Und, sehr wichtig: Der Therapeut kann innere Spannungsfelder bearbeiten, die Probleme des Patienten, die hinter seinem Schmerz stehen. Auf organischer Ebene lässt sich durch Hypnose z.B. die Durchblutung verbessern. Schon das allein kann den Schmerz dämpfen.

Aktuelle Studien berichten, dass Hypnose zu „plastischen Veränderungen“ im Gehirn führt. Was heißt das genau?
Die Gehirnfunktion wird durch Hypnose so verändert, dass es in der Folge auch zu einem veränderten Bewusstseinszustand kommt. Das bedeutet praktisch, dass der Patient sich in Trance einen eigenen virtuellen Raum schaffen kann, der mit Lebendigkeit und eben plastischen Erlebnissen ausgefüllt wird und so der „Realität“ sehr nahekommt. Dadurch wird das in Hypnose erzeugte Bild in diesem Sinn gleichgesetzt mit einem tatsächlich erfahrenen Erlebnis.

Und wie schaffen Sie das?
Indem ich dem Patienten im hypnotischen Trance-Zustand möglichst viele verschiedene Wahrnehmungsmöglichkeiten mit möglichst vielen Sinneseindrücken wie z.B. Gerüchen, Geräuschen oder Geschmackserlebnissen anbiete. Diese „Sprache“ versteht unser Unterbewusstsein besonders gut und kann dann auch alles intensiv erlebbar umsetzen.

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