22. April 2014
Salz auf unserer Haut

Salz auf unserer Haut

Nirgendwo sind wir so frei und unbeschwert wie auf einer Insel im Meer. Ist gerade keine in Sicht? Dann holen Sie sich das Gefühl von Barfuß im Sand, den Duft von Meersalz in der Nase, den Wind im Haar nach Hause – verwöhnende Ideen, die uns von Kopf bis Fuß umschmeicheln und Herz wie Seele erfrischen.

Salz
© Thinkstock
Salz

Machen Sie blau

Der Blick wandert bis zum Horizont, wo sich das Blau des Wassers mit dem des Himmels vereint: ein unvergleichliches Gefühl von Freiheit. Das Lichtwellenspektrum der blau-grün-türkisfarbenen Töne wirkt beruhigend, entkrampfend und stressmindernd. Ein Grund, warum Psychologen empfehlen, den PC-Bildschirmhintergrund mit „Ozean“ oder zumindest in Blau zu wählen. Die Wissenschaftler Ravi Mehta und Juliet Zhu (University of British Columbia in Vancouver) berichten, dass Blau die Kreativität anregt. „Die Farbe signalisiert Sicherheit, das ermutigt uns, außerhalb des gewohnten Rahmens zu denken und kreativ zu sein“. Wird Ihr Blick aufs Meer von Wolken abgelenkt, dann ist das Buch „Wolken, die aussehen wie Dinge“ (Riva, 14,99 Euro) von Gavin Pretor-Pinney eine schöne Inspirationsquelle. Mehr bei: www.cloudappreciationsociety.org

Urlaubsbrise zum Lesen

Warum es hilft, sich in Träume vom Meer zu flüchten, weiß Eva Tenzer. In ihrem nach wie vor sehr aktuellen Buch „Einfach schweben. Wie das Meer den Menschen glücklich macht“ gibt sie dazu viele praktische Tipps (288 Seiten, Fischer, 8,95 Euro)

Florian Schmid-Höhne ist Psychologe und beschäftigt sich bereits während seines Studiums intensiv mit dem „Meer in uns“. Inzwischen hat er „Swellness“ gegründet und bietet Coachings am Meer an. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass stark gestresste Teilnehmer schon kurze Zeit nach Ihrer Ankunft am Meer wie ausgetauscht wirken: Ich kann ihnen förmlich dabei zusehen, wie sie entspannter, gelöster und dadurch konzentrierter und aufnahmefähiger werden. Am Meer können sie Alltagsprobleme mit der nötigen Distanz betrachten und sinnvolle Lösungsansätze erarbeiten.“ Im Juni nächs- tes Coaching auf Sylt. (www.swellness.de)

Sole für die Seele

Die „Sole-Inhalationen“ wirken nicht nur positiv auf die Atemwege, sie verleihen dem Wohlgefühl einen Kick. Auf 2 Liter kochendes Wasser 20 g grobes Meersalz (ca. 2 EL) geben und warten, bis es sich aufgelöst hat. Halten Sie ihr Gesicht über den Dampf und atmen ihn 10 Minuten ein. Nach einer halben Stunde spürem Sie den Effekt.

Der Ursprung allen Lebens ...

... entstand im Meer vor ungefähr vier Milliarden Jahren in Form von winzigen, einzelligen Blaualgen (Cyanobakterien), die das Son- nenlicht als Energiequelle nutzten. So konnten sie aus Kohlendioxid und den im Meerwasser gelösten Mineralien organische Substanzen aufbauen. Vier Algenfamilien unterscheiden wir heute: Rotalgen (Rhodophyceae), Grünalgen (Chlorophyceae), Braunalgen (Phaeophyceae) und Mikroalgen.

Den Urlaub herbeidenken

Mentaler Strandspaziergang

Setzen Sie sich in einen bequemen Sessel und schließen Sie die Augen. Folgen Sie Ihrem Atem, spüren Sie, wie sich Brustkorb und Bauch beim Einatmen heben und beim Ausat- men wieder senken. Stellen Sie sich nun vor, dass Sie in eine Dünenlandschaft hineingehen. Wie ist das Licht? Das Wetter? Lassen Sie sich Zeit, bis sich die sinnlichen Eindrücke vor Ihrem inneren Auge zeigen. Nun stehen Sie am Meer, sehen, wie die Sonnenstrahlen auf dem Wasser tanzen und lauschen den Rufen der Seevögel. In Gedanken können Sie jederzeit an Ihren Lieblingsort zurückkehren ...

Mare Mio

Thalasso (aus dem Grie- chischen von „Thalassa“ für Meer) in der eigenen Badewanne zu zelebrieren, ist mit fertigen Zusätzen ganz einfach (z.B. in Tablettenform „Sprudelbad“ von Dresdner Essenz oder als Kristalle „Close your Eyes Organic Bath Salts“ von Sparitual). Selbstgemacht wirkt es natürlich genauso und ist mit grobem Meer- salz (500 g) und einem Schuss Lieblingsöl oder Milch schnell gemischt.

Algen- das pure Anti-Aging

Die Einsatzmöglichkeiten von Algen in der Kosmetik sind schier unerschöpflich. Ihre Proteine versorgen Hautzellen mit Energie und bilden einen Schutz vor dem Austrocknen. Vitamine und Beta-Karotin aktivieren die Haut, schützen sie vor Umwelteinflüssen, bekämpfen Freie Radikale und wirken als natürlicher Anti-Aging-Komplex. Warum wir so auf Algen ansprechen? Ihre Mineralien und Spurenelemente haben eine ähnliche Zusammensetzung in Quantität und Konzentration wie unsere Körperzellen (reine Meereskosmetik z.B. bei Thalgo, La Mer aus Cuxhaven, Daniel Jouvance, Biomaris).

Wellen dämpfen Schmerzen

Entspannungs- und Hypnotherapeuten setzen Wellenrauschen ein, weil es unserem Atemrhythmus ähnelt. Die Vorstellung, am Strand zu sitzen, wirkt derart positiv auf die Psyche, dass man selbst eine schmerzhafte Behandlung besser übersteht. Wissenschaftler der Uni Witten/Herdecke untersuchten, wie Wellenrauschen das Erleben von Zahnarzt-Patienten beeinflusst. Ergebnis: Die mit Meeresrauschen beschallten Patienten blieben ruhiger, sie empfanden weniger Schmerzen und Angst. Der Effekt verstärkte sich, wenn sie zusätzlich Videoaufnahmen von Meer und Strand sahen.

Esst Meergemüse

Da Algen keine Wurzeln haben nehmen sie Mineralstoffe und Spurenelemente aus dem Meer durch Osmose über die gesamte Oberfläche auf. So gelangen die wertvollen Nährstoffe auch in hoher Konzentration direkt ins Innere der Zelle. Das macht sie zu den Pflanzen mit der höchsten Nährstoffdichte. 1 kg frische Algen enthält Aminosäuren, Mineralsalze, Spurenelemente (z.B. Jod) und Vitamine (A, B2, B12, C, D, E, und K), Polyphenole und Flavonoide aus rund 100.000 Litern Meerwasser. Das Meeresgemüse kann 1000-mal mehr Jod , 100-mal mehr Kalzium und 10-mal mehr Magnesium und Kupfer speichern als Landpflanzen.

Thalasso-Landgang

Auch Day Spas bieten „Thalasso“ an. Zumindest die Beautyvariante, denn ohne direkte Pipeline aus dem Meer ist „Thalasso“ eigentlich nicht echt. Doch wenn im Meeresbrandungsbad (eine „Hydroxeur“-Wanne) aus 180 Düsen gepresstes Wasser und dazu ein Algengemisch auf den Körper prasselt, fühlt man sich dem Meer schon ganz nah. Auch, weil es so unglaublich echt nach Seetang riecht. (120 Minuten, ab ca. 150 Euro; z.B. „Cocon Day Spa“ in Hamburg, „Face & Body Thalasso Day Spa“ in München).
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