27. April 2021
Natürliche Seifen selber machen – einfache Rezepte

Rezepte für pflegende Seifen zum Selbermachen

Machen Sie Ihre Seife einfach selbst! Pflegende Öle, zarte Blüten: Entscheiden Sie, was genau in Ihre Seife kommt – und lassen Sie sich von unseren Rezepten für pflegende Seifen zum Selbermachen inspirieren. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Seifenherstellung!

Herkömmliche Seife aus dem Supermarkt oder der Drogerie steckt voller chemischer Zusätze und Inhaltsstoffe, die die Haut reizen, den natürlichen Schutzmantel herunterwaschen oder Allergien auslösen können. In vielen herkömmlichen Seifen wird Palmöl verwendet, welches aufgrund seiner Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima in der Kritik steht. Oft ist Seife auch in mehreren Schichten mit Plastik und Pappe eingepackt, sodass große Mengen Müll anfallen. Schon deshalb lohnt es sich, Naturseife selbst herzustellen. Mit unseren Tipps ist das ganz leicht.

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Seifenschale von Tranquillo

Warum sollte ich auf Naturseife setzen?

Reichhaltige Hautpflege

  • Selfmade-Seife besteht zwar oft aus einer Lauge, wird jedoch durch das Wasser unter der Dusche pH-Haut-neutral. Das schont den Säureschutzmantel der Haut. Die Seife wirkt rückfettend und reinigt mild.
  • Beim Duschen quillt die Haut durch das Wasser auf, wodurch Sie die reichhaltigen Inhaltsstoffe besser aufnehmen und speichern kann. Die Haut wird mit genug Feuchtigkeit versorgt, bis der Säureschutzmantel wieder regeneriert ist. Herkömmliche Seifen und Duschgels waschen die Feuchtigkeit und den Schutz eher von der Haut.
  • Feste Seife lässt sich schwer überdosieren, sodass nicht zu viel "Reinigungsmittel" auf die Haut gelangt und diese angreift.
  • Naturseife ist bei Neurodermitis und für sehr trockene Haut geeignet.
Keine Zusätze
  • Industrielle oder flüssige Seife enthält oft Konservierungsstoffe, die Allergien und Hautreizungen auslösen können.
  • Feste Seife kommt ohne die Zusätze aus.
  • Keime und Bakterien bleiben auf der Oberfläche von fester Seife nicht haften, auf Pumpspendern aber zum Beispiel schon.
Besser für die Umwelt
  • Naturseife ist ein reines Naturprodukt ohne chemische und synthetische Zusätze wie Tenside oder Duft- und Farbstoffe.
  • Sind die Zutaten Bio, ist die Seife sogar Naturkosmetik.
  • Es werden kein Erdöl oder tierische Fette verwendet.
  • Es werden weniger oder keine Verpackungen mehr gebraucht, was Plastik reduziert und so die Umwelt schont
 
Günstige Kosten
  • Einzig die Anschaffung der Zutaten kostet Geld. Aus den Zutaten kann jedoch eine große Menge qualitativ hochwertige Seife hergestellt werden.
  • Selbstgemachte Seife hält länger als herkömmliches Duschgel.
DIY-Geschenk
  • Selbstgemachte Seife ist ein einfach hergestelltes und persönliches Geschenk.

Das benötigen Sie, um Seife selber zu machen

  • Schutzbrille (z. B. aus dem Bastelladen)
  • Gummihandschuhe
  • Küchenschürze oder ein altes T-Shirt
  • 2 Edelstahltöpfe (groß und klein)
  • Holz-Kochlöffel
  • Küchenthermometer (bis 100 Grad Celsius)
  • Küchenwaage
  • Seifenformen aus Silikon
  • Natriumkarbonat
  • Öle
  • Düfte
  • Seifenfarbe
Wenn Sie Seife selber machen, ist es wichtig, dass Sie diese "überfetten". Jedes Öl besitzt eine sogenannte Verseifungszahl, die aussagt, wie viel Lauge benötigt wird, um das jeweilige Öl komplett zu verseifen. Bleibt ein gewisser Anteil des Öls unverseift, kommt es zu einem Fettüberschuss. Dieser soll die Haut pflegen und dem Austrocknen beim Waschen entgegenwirken. Wichtig ist es, dass Sie für die DIY-Seifenherstellung ein hochwertiges Öl verwenden. Schauen Sie am besten im Supermarkt – die dort erhältlichen Pflanzenöle wie Raps, Kokos oder Olive sind nicht nur preiswerter, sondern haben vor allem auch Lebensmittelqualität. Das bedeutet, dass sie qualitativ noch hochwertiger sind als Öle in Kosmetikqualität.

Wichtig: Achten Sie beim Herstellen der Seife darauf, dass Sie sich vorher genau über die Inhaltsstoffe der Zutaten informieren, damit Sie nicht allergisch reagieren oder im schlimmsten Fall verunreinigte Zutaten verwenden. Ebenso sollten Kinder während der Herstellung nicht anwesend sein. Tragen Sie unbedingt bei der Verwendung von heißen Materialien und Chemikalien Schutzkleidung! Wer sich an die Arbeitsschritte hält und vorsichtig und sorgfältig mit den Zutaten umgeht, wird sich keiner Gefahr beim Seifenherstellen aussetzen.

Grundrezept: Seife ohne Lauge selber machen

Wer Seife nicht aus Lauge herstellen möchte, kann auch Gylcerinseife oder Kernseife verwenden.

Grundrezept für Seifenherstellung ohne Lauge:

  • 500 g Seifenflocken, Glycerinseife oder Kernseife
  • 2 Töpfe
  • ein Holzlöffel
  • Seifenformen aus Silikon
  • Duft und Farbe nach Wahl
So geht's
  1. Die Seifenflocken in einem Wasserbad schmelzen. Den Duft, Seifenfarbe und z. B. Kräuter, Blüten oder Orangenschale mit der Seife mischen.
  2. Die Seifenmischung in Silikonförmchen gießen und aushärten lassen.
  3. Die Seifenstücke aus den Formen lösen und die Seifen vor dem ersten Gebrauch nochmal 24 Stunden aushärten lassen.
Bei der Seifenherstellung kommt es gut und gerne mal zu typischen Fehlern. Zum Beispiel kann es manchmal sein, dass Ihnen die Rohseife nicht andicken möchte oder das genaue Gegenteil der Fall ist und der Seifenleim viel zu schnell fest wird und sich demnach nicht mehr verarbeiten lässt. Meistens sind Wiege- oder Berechnungsfehler schuld. Doch keine Sorge: Übung macht den Meister!

Übrigens: Nach der Herstellung einer Seife, muss diese mindestens 24 Stunden in der gewählten Seifenform verbleiben!

Grundrezept: Seife mit Lauge selber machen

Mit dieser Anleitung stellen Sie eine Lauge her – bitte seien Sie sehr vorsichtig bei der Herstellung!

So geht's

  1. Möchten Sie Seife mit einer Lauge herstellen, sollten Sie spätestens jetzt eine Schutzbrille und Gummi-Handschuhe anziehen. Als Lauge verwenden Sie eine Natriumhydroxid-Lösung – ein weißes Pulver, das in Wasser gelöst eine stark alkalische und ätzende Lauge ergibt. Hier ist also Vorsicht gefragt!
  2. Nun etwas kaltes Wasser in die Spüle einlassen und einen großen Topf zur Kühlung in ein Wasserbad stellen.
  3. Wiegen Sie die benötigte Menge Flüssigkeit auf das Gramm genau ab. Mit dem Natriumhydroxid genau so verfahren.
  4. Nun das Natriumhydroxid in das Wasser geben. Wichtig: erst das Wasser, dann das NaOH, nicht anders herum
  5. Mit einem Schneebesen gut verrühren.
  6. Die Lösung gut abkühlen lassen
Benutzte Töpfe und Schüsseln sollten Sie nach dem Seifen immer 1-2 Tage stehen lassen, bis der Verseifungsprozess vollzogen ist. Erst dann sollten Sie die Utensilien von den fertig verseiften Resten befreien. Das funktioniert am besten per Hand und mit viel Wasser und Spüli. Gerätschaften, die mit einer Lauge in Berührung gekommen sind, sollten Sie aus Sicherheitsgründen jedoch sofort mit reichlich kaltem Wasser abspülen.

Was kostet es, Seife selber zu machen?

Im ersten Moment erscheint die Anschaffung der verschiedenen Zutaten große Kosten zu verursachen, da gerade die Öle, der Duft und das Natriumkarbonat etwas teurer sind. Aus einem Rezept lassen sich jedoch viele Seifenstücke herstellen, sodass ein Stück Seife schätzungweise so viel kostet, wie ein hochwertiges Seifenstück aus dem Laden.

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Seife zum Selbermachen – diese Düfte können Sie verwenden

Stellen Sie selbst eine Seife her, sind Ihren Duft-Fantasien keine Grenzen gesetzt. Die folgenden Seifendüfte sind besonders beliebt – und haben eine individuelle Wirkung:

Lavendel

Lavendel gehört aufgrund seiner heilenden und lindernden Eigenschaften zu den ältesten Hausmitteln. Es sind besonders die antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften, die Lavendel besonders interessant für die Seifenherstellung machen.

Lemongras

Auch Lemongras ist ein beliebtes Heilmittel, das eine sehr reinigende, erfrischende und straffende Wirkung auf die Haut haben kann. Zudem wirkt Lemongras belebend und konzentrationsfördernd.

Rosmarin

Seifen mit Rosmarinöl sollen eine wärmende und durchblutungsfördernde Wirkung haben, was bei Cellulite und Akne besonders hilfreich ist. Gerade eine schlecht durchblutete, fettige bis normale Haut freut sich über Seifen mit Rosmarin.

Ylang Ylang

Ylang Ylang hat eine intensive und süßliche Note, die jedem Duft etwas Sinnliches verleiht. Zudem hat der Geruch eine sehr entspannende Wirkung. In Seifen soll Ylang Ylang Hautirritationen mindern, sowie beruhigend und entzündungshemmend wirken. Bei fettiger Haut soll es die Talgproduktion regulieren.

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Rosenseife
© IngridsI / iStock
Rosenseife

Rezept für Rosenseife

Zutaten:
  • 300 g Olivenöl
  • 250 g Rapsöl
  • 200 g Kokosöl
  • 150 g Sheabutter
  • 100 g Wildrosenöl
  • 20 ml Parfumöl Rose
  • 132 g Natriumkarbonat (Apotheke)
  • 260 ml destilliertes Wasser

Zubereitung

  1. Geben Sie Olivenöl, Rapsöl, Kokosöl, Sheabutter und Wildrosenöl (z. B. aus dem Reformhaus) in einen großen Topf. Schmelzen Sie die Öle langsam bei maximal 50°C. Das Rosenöl dazugeben.
  2. Geben Sie währenddessen das Natriumkarbonat zum destillierten Wasser. Die Lauge erwärmt sich von allein.
  3. Wenn sich alle Kristalle aufgelöst haben, geben Sie die Lauge vorsichtig zu den warmen Ölen. Rühren Sie solange vorsichtig mit einem Holzlöffel um, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Füllen Sie anschließend die Masse in Seifenformen.
  4. In der Form muss die Seife mindestens 48 Stunden trocknen, bevor Sie sie herausnehmen können. Anschließend muss die Seife noch mindestens einen Monat lang an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort reifen, z. B. im Keller.

Achtung!
Schützen Sie beim ein- bis zweistündigen Prozess Haut und Haare. Töpfe und Kochlöffel dürfen nicht aus Aluminium sein, sonst zerstört die Natronlauge sie. Ausrangierte Töpfe und Löffel nehmen, denn sie dürfen dann nicht mehr zum Kochen verwendet werden.

Seife
© michaellinarcher / Pixabay
Seife

Rezept für Ziegenmilch-Seife

Zutaten:
  • 300 g Olivenöl
  • 300 g Rapsöl
  • 250 g Kokosnussöl
  • 100 g Kakaobutter
  • 50 g Jojobaöl
  • 50 g Zimtöl
  • 132 g Natriumkarbonat
  • 270 g Ziegenmilch

Zubereitung

  1. Ziegenmilch einfrieren.
  2. Geben Sie Olivenöl, Rapsöl, Kokosöl, Kakaobutter und Jojobaöl in einen großen Topf. Schmelzen Sie die Öle langsam bei maximal 50°C. Das Zimtöl dazugeben.
  3. Auf die gefrorene Ziegenmilch löffelweise das Natriumkarbonat geben. Diese taut dadurch auf und eine Lauge entsteht.
  4. Wenn sich alle Kristalle aufgelöst haben, geben Sie die Lauge vorsichtig zu den warmen Ölen. Rühren Sie solange vorsichtig mit einem Holzlöffel um, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Füllen Sie anschließend die Masse in Seifenformen.
  5. In der Form muss die Seife mindestens 48 Stunden trocknen, bevor Sie sie herausnehmen können. Anschließend muss die Seife noch mindestens einen Monat lang an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort reifen, z. B. im Keller.

Achtung!
Schützen Sie beim ein- bis zweistündigen Prozess Haut und Haare. Töpfe und Kochlöffel dürfen nicht aus Aluminium sein, sonst zerstört die Natronlauge sie. Ausrangierte Töpfe und Löffel nehmen, denn sie dürfen dann nicht mehr zum Kochen verwendet werden.

Seife
© Viktor Forgacs / Unsplash
Seife

Rezept für Küchen-Seife mit Kaffee

Zutaten:
  • 300 g Kokosfett
  • 250 g Olivenöl
  • 300 g Kakaobutter
  • 100 g Sonnenblumenöl
  • 200 ml destilliertes Wasser
  • 146 g Natriumkarbonat
  • 300 ml starker Kaffee

Zubereitung

  1. Kochen Sie starken Kaffee und lassen Sie ihn auf Raumtemperatur abkühlen.
  2. Geben Sie Kokosfett, Olivenöl, Kakaobutter und Sonnenblumenöl in einen großen Topf. Schmelzen Sie die Öle langsam bei maximal 50°C.
  3. Den Kaffee mit dem destillierten Wasser vermischen. Anschließend vorsichtig das Natriumkarbonat darin auflösen.
  4. Wenn sich alle Kristalle aufgelöst haben, geben Sie die Lauge vorsichtig zu den warmen Ölen. Rühren Sie solange vorsichtig mit einem Holzlöffel um, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Füllen Sie anschließend die Masse in Seifenformen.
  5. In der Form muss die Seife mindestens 48 Stunden trocknen, bevor Sie sie herausnehmen können. Anschließend muss die Seife noch mindestens einen Monat lang an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort reifen, z. B. im Keller.

Achtung!
Schützen Sie beim ein- bis zweistündigen Prozess Haut und Haare. Töpfe und Kochlöffel dürfen nicht aus Aluminium sein, sonst zerstört die Natronlauge sie. Ausrangierte Töpfe und Löffel nehmen, denn sie dürfen dann nicht mehr zum Kochen verwendet werden.

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Rezept für Honigseife

Zutaten:

  • 4 EL Honig
  • 50 g Bienenwachs
  • 350 g Hafermilch
  • 350 g Olivenöl
  • 250 g Kokosöl
  • 250 g Rapsöl
  • 150 g Reiskeimöl
  • 135 g Natriumhydroxid
Zubereitung:
  1. Stellen Sie unter Beachtung der Sicherheitshinweise eine Lauge her.
  2. Kokosöl und Bienenwachs in einem Wasserbad schmelzen, vom Herd nehmen und die flüssigen Öle hinzufügen. Lassen Sie die Mischung auf ca. 40 °C abkühlen.
  3. Die Lauge nun durch ein Sieb zu den Fetten geben und die Masse gut umrühren. Anschließend pürieren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  4. Nun den Honig hinzufügen und die Masse in Formen füllen. Lassen Sie die Seife im besten Fall zwei Tage in den Formen, damit sie vollständig ausreifen kann.

Video: Superstar im Badezimmer – Seife feiert ein Comeback!

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