10. Juli 2019
Muskelzittern - Ursachen und Behandlung von Tremor

Ursachen und Behandlung von Muskelzittern

In der Medizin wird Muskelzittern als Tremor bezeichnet und ist ein Symptom, das bei Kälte, Erschöpfung oder bei verschiedenen Krankheiten auftritt. Was genau dahinter steckt, lesen Sie hier!

Hände
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Hände

Was ist Tremor?

Mediziner beschreiben Tremor als Muskelzittern verschieden starker, manchmal auch kaum merklicher, Ausprägung. Dabei zieht sich die Muskulatur unwillkürlich und meist rhytmisch zusammen. Jeder zittert ein wenig unbewusst. Dieses Zittern wird leichter Tremor genannt und geschieht unbewusst. Es gibt aber auch Tremore, bei denen das Zittern stärker wird und Handlungsabläufe erschwert, z.B. beim Frieren oder wenn vor Aufregung die Knie schlottern. Allerdings gibt es auch Krankheiten, bei denen die Muskeln zittrig werden.

Behandlung von Tremor

Wie ein Tremor behandelt wird, hängt mit der diagnostizierten Krankheit zusammen. Ist es nur ein leichtes Zittern, welches durch Stress und Unruhe ausgelöst wird, können Sie selbst etwas dagegen tun. Mit Entspannungsübungen wie Autogenem Training, Yoga oder Meditation lässt sich ein Tremor bessern.

Tremor: Die Diagnose

Bei einem lang anhaltenden Tremor können natürliche Auslöser wie Stress & Co. ausgeschlossen werden. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, der in der Regel ein MRT durchführt. Im MRT wird zumeist eine Diagnose der Nervenfunktionen und des Gehirns vorgenommen. Hier muss die Ursache zu finden sein. Schließlich schickt das Gehirn über die Nerven nötigen Signale an die Muskeln, damit diese sich bewegen.

Um den Tremor genauer eingrenzen zu können, wird zudem geschaut, wie oft das Zittern auftritt, wie schnell die Zitterbewegung erfolgt und wie ausladend sie ist.

Wann tritt das Zittern auf?

  • Ruhetremor: Das Zittern setzt dann ein, wenn die betroffene Körperregion gerade nicht bewegt wird.
  • Aktionstremor: Das Zittern beginnt bei einer Aktion des Muskels. Der Aktionstremor wird noch einmal in drei Varianten unterschieden: Beim Bewegungstremor setzt das Zittern bei willentlich gesteuerten Bewegungen ein, während das Zittern beim Intentionstremor erst beginnt, wenn ein bestimmtes Ziel angesteuert wird. Beim Haltetremor kommt es zu Zitterbewegungen, sobald etwas hochgehalten wird.
Wie schnell erfolgt die Zitterbewegung?

Das Zittern wird von Ärzten anhand seiner Frequenz in niederfrequenten Tremor, mittelfrequenten Tremor und hochfrequenten Tremor unterschieden.

Wie ausladend ist das Zittern?

Unterschieden wird in grobschlägiges, mittel- und feinschlägiges Zittern.

Ursachen von Tremor

Muskelzittern ist eine natürliche Reaktion auf körperliche Überanstrengung und kann auch durch Angst, Stress oder Schock ausgelöst werden. Beim psychogenen Tremor kann es als Folge seelischer Belastungen auftreten.

Die Ursachen von Tremor

  • essentieller Tremor: Er ist die häufigste Form und kommt meist familiär vor. Was ihn auslöst, ist jedoch nicht bekannt.
  • orthostatischer Tremor: Er zeichnet sich durch hochfrequentiertes Zittern in den Beinen aus, ist jedoch nicht immer sichtbar. Die Ursache dafür ist unbekannt. Er kann jedoch bei Morbus Parkinson und nach einer Schädigung des Kleinhirns auftreten.
  • Morbus Parkinson: Bei der Krankheit sind bestimmte Schaltstellen im Gehirn geschädigt, sodass Bewegungsstörungen und Zittern ausgelöst werden.
  • Schilddrüsenüberfunktion: Bei der Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, welche den Patienten unruhig machen. Dieser reagiert zappelig und nervös.
Weitere Krankheiten, die als Ursache in Frage kommen sind:
  • Basedow-Krankheit
  • Multiple Sklerose
  • Schlaganfall
  • Morbus Wilson
  • Gehirnentzündung
  • Nierenversagen
  • Leberversagen
  • Nervenschädigung
  • Alkoholmissbrauch
  • Medikamentennebenwirkung
  • Vergiftungen
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