1. November 2011
Die Kraft der Natur

Die Kraft der Natur

Sie erscheinen vielen Menschen immer noch rätselhaft. Doch anthroposophische Arzneimittel schöpfen Kraft aus der Natur und unterstützen die Gesundung. Nebenwirkungen? Minimal.

Mit Krankheitserregern macht die Schulmedizin kurzen Prozess: Sie tötet sie ab, z.B. mit einem Antibiotikum. Bei einem schweren akuten Infekt durchaus sinnvoll, geradezu unumgänglich. Das gehört auch zum therapeutischen Selbstverständnis der Anthroposophischen Medizin. Doch mit ihren Arzneimitteln, die sie ja als Ergänzung zu schulmedizinischen Medikamenten versteht, wählt sie noch einen anderen, einen zusätzlichen Weg: Sie will die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken und aus der Balance geratene Funktionsgrößen wie einen zu hohen Blutdruck wieder ins Lot bringen. Zudem harmonisieren ihre Heilmittel das Zusammenspiel körperlicher, seelischer und geistiger Regulative, die durch eine Krankheit in Dysbalance geraten sind.

Arzneien aus der Natur

Die Ausgangsstoffe der Medikamente bilden Substanzen aus dem Pflanzen- und Tierreich, Mineralien und Metalle. Dazu gehören z.B. Heilpflanzen wie der Blaue Eisenhut, Arnika, Rosen, Gelber Enzian oder die Kamille. Typisch sind auch Mineralien wie Schwefel oder Kalzium, die Metalle Gold, Silber und Eisen sowie Bienengift und Ameisensäure. Häufig werden die Ausgangsstoffe kombiniert, was komplexe Kompositionen ergibt. So lässt sich z.B. die Wirkung von Pflanzen mit der Heilkraft bestimmter Metalle veredeln, indem man den Nährboden der Pflanzen mit Metallsalzen düngt.
Zur Bandbreite der anthroposophischen Arzneimittel zählen konzentrierte pflanzliche Extrakte genauso wie hoch verdünnte (potenzierte) homöopathische Mittel. Ob diese äußerlich oder innerlich angewandt werden, entscheidet der Arzt. Denn der kennt vielfältige Wege, um den Organismus zu regulieren, z. B. über den Blutkreislauf, die Atmung, das Verdauungssystem oder über die Haut.

Die Haut nimmt Heilwirkungen wahr

Als größtes Sinnesorgan des Menschen spielt die Haut eine besondere Rolle in der Therapie. Sie spürt, welche Heilqualitäten die Substanzen haben, die auf sie aufgetragen werden. Etwa die beruhigende Wirkung von Lavendel oder die durchblutungsfördernde von Senfmehl. Weil die Haut verschiedene Reflexzonen aufweist, können auf diese Weise gezielt innere Organe behandelt werden.
So sitzt z.B. die Reflexzone für Gallenblase und Leber unter dem rechten Schulterblatt. Spritzt man dort ein Heilmittel, erzielt das eine unmittelbare Wirkung. Arzneimittel der Anthroposophischen Heilkunde werden in vier Stoffgruppen gegliedert: Pflanzliche Mittel wirken vor allem auf die seelische Sphäre des Menschen, sie regulieren den Astralleib. Mitte aus dem Tierreich und Metalle sprechen vorwiegend die Lebensfunktionen des Ätherleibes an. Substanzen aus dem Mineralreich beeinflussen die Ich-Kraft des Patienten.
Ein Großteil der anthroposophischen Arzneimittel besteht aus homöopathischen Globuli. Die kleinen Streukügelchen enthalten stark potenzierte, also verdünnte Inhaltsstoffe. Je stärker die Verdünnung, desto tiefer geht ihre Wirkung.

Dem Körper helfen, sich selbst zu helfen

Hergestellt im Rhythmus der Natur
Die Produktion anthroposophischer Arzneimittel variiert: Heilsalze werden kristallisiert. Pflanzenextrakte wie z.B. die aus dem Blauen Eisenhut (botanisch: Aconitum napellus) gewinnt die Anthroposophische Medizin durch einen wässrigen, alkoholischen oder öligen Auszug. Gelegentlich werden zerkleinerte Pflanzen auch mit Milchsäurebakterien fermentiert. Oder man gewinnt die flüchtigen ätherischen Öle der Pflanze in einem Destillierkolben.
Gemeinsam haben alle Verfahren, dass sehr oft rhythmische Prozesse ablaufen. Etwa dadurch, dass der Extrakt regelmäßig dem Sonnenlicht ausgesetzt oder erwärmt wird. Außerdem weisen die Heilpflanzen eine sehr hohe Qualität auf. Sie kommen aus biologisch-dynamischem Anbau, aus den eigenen Heilpflanzengärten, die die Herstellerfirmen betreiben, oder aus einer zertifizierten Wildsammlung. Sehr viele dieser Heilpflanzen werden sofort nach der Ernte frisch verarbeitet.
Die Mittel, die kaum Nebenwirkungen haben, decken die Bandbreite aller Beschwerden ab. So lindert z.B. ein Gel aus Arnika und der Kleinen Brennnessel einen Insektenstich, ein Aconitöl (aus dem Blauen Eisenhut) Muskel- und Nervenschmerzen.

Rosen gegen Opium

Alternative
Statt Schlafmohn – dem Ausgangsstoff für Opium und Heroin – bauen Landwirte im Bergland von Ost-Afghanistan jetzt Rosen an. Auf 42 Hektar Ackerland gewannen sie 2007 36 Liter des begehrten Rosenöls, 2008 schon 17.

Faire Preise
Das Pharmaunternehmen WALA zahlt ihnen für das organisch produzierte Öl Weltmarktpreise, um es z. B. als Grundsubstanz für seine „Euphrasia Augentropfen“ zu nutzen.

Infos:

Was bedeutet homöopathisch? Der Begründer der Homöopathie ist Samuel Hahnemann (1755–1843). Er entdeckte bei Selbstversuchen mit der Chinarinde, dass Arzneimittel dann heilen, wenn sie an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen können wie die, die der Kranke aufweist. Beispiel: Zwiebelsaft lässt die Nase laufen, kuriert also Schnupfen. Seitdem gilt der Grundsatz „Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt”. Die Substanzen werden in starker Verdünnung (Potenz) verabreicht und regen die Selbstheilungskräfte des Körpers an.

Was bedeutet allopathisch? Das Wort bezeichnet Heilmethoden, die nicht homöopathisch ausgerichtet sind, etwa die Therapie mit Medikamenten aus dem Bereich der Schulmedizin. Die setzt allopathische Mittel ein, um Krankheitsprozesse zu regulieren oder fehlerhafte Körperfunktionen zu ersetzen.

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