4. Mai 2021
Wie finde ich meine Blutgruppe heraus?

Wie finde ich meine Blutgruppe heraus?

Wissen Sie Ihre eigene Blutgruppe? In vielen Situationen ist es von Vorteil, die eigene Blutgruppe zu kennen. Wir erklären, wie Sie von zu Hause aus Ihre Blutgruppe mit einem Schnelltest ganz einfach selbst herausfinden können und verraten Ihnen spannende Fakten rund um die Blutgruppen.

In verschiedenen Lebenssituationen ist es nützlich zu wissen, welche Blutgruppe man eigentlich hat. Besonders bei Operationen, Bluttransfusionen, Organtransplantationen und in der Schwangerschaftsvorsorge bzw. der Erstellung des Mutterpasses wird die Blutgruppe wichtig. Wir erklären Ihnen das Blutgruppensystem und wie Sie herausfinden, ob Sie A, B, AB, 0, Rhesus-positiv oder Rhesus-negativ sind.

Blutgruppenbestimmung von zu Hause

Neben einem Besuch beim Arzt oder bei der Blutspende können Sie auch Ihre Blutgruppe von zu Hause aus bestimmen. Mit einem Blutgruppen-Schnelltest aus der Apotheke ist das ganz einfach. Die gängigen Schnelltests sind einfach in der Anwendung und werden mit einer ausführlichen Bedienungsanleitung verkauft. Sie kosten um die 25 Euro.

Blutgruppenbestimmung: So geht der Schnelltest!

  • Der Test beinhaltet ein Kärtchen mit vier Feldern, auf denen sich jeweils eine getrocknete Flüssigkeit befindet. Diese Felder müssen mit ein wenig Wasser angefeuchtet werden.
  • Desinfizieren Sie nun gründlich Ihre Fingerkuppe mit dem beigelegten Alkoholtupfer und piksen Sie mit der Lanzette in die Haut, sodass etwas Blut fließt.
  • Nehmen Sie einen Stick, um die Bluttropfen aufzufangen. Tröpfeln Sie nun in jedes der vier Felder einen Bluttropfen, sodass sich das Blut und die Flüssigkeit auf dem Kärtchen miteinander vermischen. Wichtig: Für jedes Feld müssen Sie einen neuen Stick verwenden!
  • Im Anschluss gleichen Sie die Felder der Karte mit der Bedienungsanleitung ab. Das Feld, welches sich durch den Bluttropfen verändert hat, gibt Aussage über Ihre Blutgruppe und über Ihren Rhesusfaktor an. Dieser kann entweder positiv oder negativ ausfallen.

Übrigens: Mithilfe der Mendelschen Erbregeln können Sie ebenfalls im Vorhinein Blutgruppen ausschließen, da bestimmte Merkmale dominant oder rezessiv gegenüber anderen sind. Wenn beispielsweise beide Eltern das Merkmal 0 haben, können ihre Kinder ebenfalls nur das Merkmal 0 vererbt bekommen. Gewissheit haben Sie jedoch, wenn Sie Ihre Blutgruppe mithilfe eines Tests bestimmen lassen.

Was bedeuten die Blutgruppen?

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind ringförmige Zellen, die Sauerstoff und Kohlendioxid durch die Blutbahn befördern. In der Hülle (Membran) der roten Blutkörperchen stecken unterschiedlich viele Eiweiße, die den Oberflächen der Blutkörperchen bestimmte Oberflächenstrukturen verleihen. Diese werden als Antigene bezeichnet. Menschen können entweder die Blutgruppe A, B, AB oder 0 haben.

Hier erfahren Sie, welche Blutgruppen es gibt >>

Blutspende und Bluttransfusion – Kompatibilität der Blutgruppen

  • Personen mit Blutgruppe 0 haben keine Blutgruppen-Antigene auf der Oberfläche ihrer roten Blutkörperchen. Somit können sie an alle anderen Blutgruppen spenden, selbst jedoch nur von Spendern der gleichen Blutgruppe Blut erhalten. Universalspender sind Personen mit der Blutgruppe 0 negativ. Allerdings ist diese besondere Gruppe eher selten und daher sehr gefragt.
  • Bei der Blutgruppe A können Personen an Menschen mit A oder AB spenden, aber selbst nur von Personen mit A oder 0 entgegennehmen.
  • Menschen mit Blutgruppe B können an Personen mit B oder AB spenden und ebenfalls nur von Gruppe B oder 0 annehmen.
  • Hat man aber die Blutgruppe AB, kann man nur für die Gruppe AB spenden, jedoch von allen anderen Blutgruppen Blut empfangen.

Übrigens: Statistisch gesehen wird das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Der Bedarf an Blutspenden in Deutschland ist hoch – täglich werden etwa 14.000 Blutspenden benötigt. Doch nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung spenden regelmäßig Blut.

>> Sie wollen mehr über Blutgruppen erfahren? Das Sachbuch „4 Blutgruppen - 4 Strategien für ein gesundes Leben“ von Dr. Peter J. D'Adamo und Catherine Whitney erklärt Ihnen, wie Sie sich gemäß Ihrer Blutgruppe richtig ernähren und welche körperlichen Aktivitäten sinnvoll sind.

Frau bei der Blutspende
© lightpoet / Adobestock
Bei einer Blutspende erfahren Sie, welche Blutgruppe Sie haben.

Blutgruppensystem: Häufigkeiten der Blutgruppen

Häufigkeiten der Blutgruppen in Deutschland

Blutgruppe A positiv 37 Prozent
Blutgruppe A negativ 6 Prozent
Blutgruppe B positiv 9 Prozent
Blutgruppe B negativ 2 Prozent
Blutgruppe 0 positiv 35 Prozent
Blutgruppe 0 negativ 6 Prozent
Blutgruppe AB positiv 4 Prozent
Blutgruppe AB negativ 1 Prozent

Was bedeutet der Rhesusfaktor?

Der Rhesusfaktor ist ein Eiweiß auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Man unterscheidet ihn in positiv und negativ. Wenn das Merkmal auf der Oberfläche der Blutkörperchen vorhanden ist, spricht man von einem positiven Rhesusfaktor. Fehlt das Merkmal, ist der Faktor negativ. Während dieses Merkmal für Rhesus-positive Patienten keine Bedeutung hat, dürfen Rhesus-negative Patienten nur Rhesus-negatives Blut erhalten.
 
Wichtig wird der Rhesusfaktor in der Schwangerschaft. Zu Beginn wird die Blutgruppe und der Rhesusfaktor der werdenden Mutter bestimmt. Wenn die Frau z. B. Rhesus-negativ ist, das Kind aber Rhesus-positiv, dann bildet die Frau Antikörper gegen das Blut des Kindes. Wird die Frau erneut schwanger, können diese Antikörper die kindlichen Blutzellen angreifen, was zu Schädigungen bis hin zur Fehl- oder Totgeburt führen kann. Um das zu verhindern, wird Rh-negativen Schwangeren ein Medikament gespritzt, welches die kindlichen, positiven Blutkörper im Körper der Mutter vernichtet. 

Ist es gefährlich, wenn man seine Blutgruppe nicht kennt?

In einigen Situationen ist es von Vorteil die eigene Blutgruppe zu kennen. Ihre Blutgruppe könnte im Mutterpass oder in Ihrem Impfpass stehen. Sie finden den Eintrag auf den hinteren Seiten Ihres Passes – genauer auf den Notfall-Seiten, auf denen auch Ihre Geburtsdaten und Personalausweisnummer stehen sollten. Wenn Sie regelmäßig Blut spenden, dann ist Ihre Blutgruppe in Ihrem Blutspenderausweis vermerkt, den Sie nach Ihrer ersten Spende erhalten haben.

Wenn Sie Ihre Blutgruppe im Ernstfall aber nicht wissen, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Bei Operationen oder Notfällen wird die Blutgruppe im Krankenhaus grundsätzlich bestimmt, was ungefähr 45 Minuten dauert. Sollte dringend Blut benötigt werden, bekommt der Patient eine Bluttransfusion mit der Blutgruppe 0 negativ, die von allen Blutgruppen empfangen werden können.

Video: Corona-Studie bestätigt – diese Blutgruppen sind anfälliger für Covid-19

Eine deutsch-norwegische Studie soll herausgefunden haben, dass die Blutgruppen offenbar Einfluss darauf haben, wie schwer wir an Covid-19 erkranken. Die Forscher stellten fest, dass das Risiko, einen schweren Verlauf einer Infektion zu erleben, für Menschen mit der Blutgruppe A+ um 50 Prozent höher ist. Personen mit der Blutgruppe 0 erkranken hingegen weniger schwer. Die anderen Blutgruppen AB und B liegen dazwischen. Warum manche Blutgruppen anfälliger sind als andere, konnten die Forscher nicht erklären.

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