Vorhautentzündung: Symptome, Ursachen und Hausmittel

Vorhautentzündung: Symptome, Ursachen und Hausmittel, die wirklich helfen

Durch Bakterien oder mechanische Reizungen kann sich die empfindliche Vorhaut an der Penisspitze entzünden. Was gegen Schwellungen und Schmerzen an der Vorhaut hilft, verraten wir hier.

Vorhautentzündung: Was ist das?

Die Eichel des männlichen Penis wird von Natur aus von einer schützenden Vorhaut umschlossen. Diese gegeneinander verschiebbare doppelte Hautschicht hat eine Schutzfunktion und verhindert Reizungen und Austrocknung der empfindlichen Eichel und der genitalen Schleimhäute. Die Vorhaut kann sich durch Bakterien und andere Krankheitserreger, mechanische Reizung oder Kontaktallergien entzünden. Solche Vorhautentzündungen werden medizinisch Posthitis genannt und verursachen Schmerzen, Rötungen und Schwellungen. Obwohl eine entzündete Vorhaut im frühen Stadium auch mit Hausmitteln selbst behandelt werden kann, sollten Männer bei stärker werdenden Beschwerden grundsätzlich einen Urologen oder eine Urologin aufsuchen. Was genau die Ursachen der Posthitis sind, welche Symptome auftreten, wenn die Vorhaut entzündet ist, und wie Sie selbst mit Hausmitteln Beschwerden lindern können, erfahren Sie hier.

Exkurs: Aufbau und Funktion der Vorhaut

Die Vorhaut ist eine Doppelhautschicht mit einer inneren Hautseite und einer äußeren Hautseite. Diese beiden Schichten werden als Innenblatt und Außenblatt bezeichnet. Beide Schichten sind nicht miteinander verwachsen und lassen sich sowohl gegeneinander verschieben als auch von der Eichel zurückziehen. Das Außenblatt der Vorhaut besteht aus Haut, das Innenblatt aus Schleimhaut. Die Vorhaut ist nur über das Vorhautbändchen mit der Eichel verwachsen. Die Vorhaut dient primär zum Schutz der Eichel und schützt diese vor Umwelteinflüssen, äußeren Reizungen, Austrocknung oder Sensibilitätsverlust. Als erogene Zone mit vielen sensiblen Nervenenden spielt die Vorhaut und das verbindende Vorhautbändchen auch eine Rolle bei der Erektionsfähigkeit und dem Ejakulationsreflex. Übrigens: Auch die weibliche Klitoriseichel hat eine schützende Vorhaut.

Symptome der Vorhautentzündung

Männer merken in der Regel bereits relativ frühzeitig, wenn sich die Vorhaut entzündet. Typische Symptome sind

  • Rötungen (punktförmig, flächig oder die gesamte Vorhaut betreffend)
  • Schwellungen der Vorhaut
  • Juckreiz
  • Brennen des entzündeten Areals
  • Schmerzen bei Berührung oder beim Wasserlassen
  • eitriger Ausfluss ist möglich
  • vermehrte Bildung von Smegma

Ist die Entzündung der Vorhaut bereits weit vorangeschritten und leiden Sie unter starken Schmerzen und anderen deutlichen Beschwerden wie Bläschenbildung auf der Vorhaut und eitrigem Ausfluss, sollten Sie unbedingt einen Urologen oder eine Urologin aufsuchen, der oder die eine professionelle Diagnose erstellt und die richtigen Möglichkeiten zur Behandlung einleiten kann.

Die Symptome der Vorhautentzündung können sich je nach Form und Schwere der Erkrankung unterscheiden. Oft einhergehend mit einer Vorhautentzündung ist eine Eichelentzündung. Medizinisch wird dies als Balanitis bezeichnet. Bei der Balanitis treten Schwellungen, Rötungen und Schmerzen bei Berührung auch an der Eichel auf. Das Krankheitsbild einer Eichelentzündung mit Vorhautentzündung wird Balanoposthitis genannt, zusammengesetzt aus Balanitis und Posthitis.

Posthitis Ursachen: Was löst die Vorhautentzündung aus?

Vorhautentzündungen entstehen in den meisten Fällen durch mangelnde Hygiene. Männer sollten bei der täglichen Körperpflege immer auch ihre Vorhaut zurückziehen und Smegma entfernen. Smegma sammelt sich natürlicherweise unter der Vorhaut und besteht aus abgestoßenen Zellen von Haut und Schleimhaut, Talg aus den Vorhauttalgdrüsen, Rückständen von Urin und Sperma und natürlich vorkommenden Bakterien. Mangelnde Hygiene erlauben Bakterien, sich ungehemmt im Smegma zu vermehren. So können schnell bakterielle Vorhautentzündungen entstehen. Die typischen Ursachen einer Posthitis sind

  • Bakterien
  • Pilze
  • Kontaktallergien
  • chronische Hautentzündungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis
  • Geschlechtskrankheiten

Risikofaktoren einer Vorhautentzündung

Bei der Vorbeugung einer Vorhautentzündung spielt eine gute Körperhygiene also eine entscheidende Rolle. Sie sollten es mit der Genitalpflege aber nicht übertreiben, denn durch zu häufiges Waschen mit Seifen und Duschspülungen können die empfindlichen Schleimhäute der Vorhaut austrocknen. Trockene Schleimhäute verfügen dann nicht mehr über eine natürliche Abwehrfunktion gegen Bakterien und Keime. Entzündungen können dann leichter entstehen.

Auch eine Vorhautverengung, medizinisch Phimose genannt, kann die Entstehung von Vorhautentzündungen begünstigen. Lässt sich die Vorhaut aufgrund einer Verengung nicht komplett oder gar nicht über die Eichel zurückziehen, ist es schwer bis unmöglich, Smegma, Erreger und Bakterien zu entfernen. Auch sind normale, schmerzfreie Erektionen mit einer Vorhautverengung kaum möglich. Wenn Sie unter einer Phimose leiden, sprechen Sie unbedingt mit einem Urologen oder einer Urologin. Möglicherweise muss dann die Vorhaut chirurgisch entfernt werden. Vorhautverengungen sind bei Säuglingen und kleinen Kindern übrigens normal. Erst mit den ersten paar Lebensjahren lösen sich Vorhautverengungen für gewöhnlich. In manchen Fällen kann es bis zur Pubertät dauern, bis eine Vorhautverengung von allein verschwindet.

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Auch Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, haben ein höheres Risiko, eine Vorhautentzündung oder Eichelentzündung zu entwickeln. Da ihr Urin mehr überschüssigen Zucker enthält, kommt es durch Rückstände des Urins unter der Vorhaut hier öfter zu Entzündungen. Zucker ist ein entzündungsfördernder Stoff. Auch die Entstehung einer Balanitis tritt in diesen Fällen wesentlich häufiger ein. Wer aufgrund der Zuckerkrankheit regelmäßig unter Balanitis oder Vorhautentzündungen leidet, sollte mit einem Arzt oder einer Ärztin besondere Behandlungen und Möglichkeiten besprechen, Infektionen zu vermeiden oder diesen bestmöglich vorzubeugen.

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Hausmittel, die helfen, wenn die Vorhaut entzündet ist

Bei leichten Entzündungen der Vorhaut können bereits einfache Hausmittel helfen, die Beschwerden zu lindern und die gereizte Vorhaut zu beruhigen. Sitzbäder mit Kamille, Teebaumöl oder Natron haben entzündungshemmende Wirkungen und können beim Abheilen helfen. Kochsalzspülungen und sanfte Wäschen der betroffenen Stellen sind ebenfalls empfehlenswert. Die Sitzbäder können bis zu zweimal täglich auch als kleine, zeit- und wassersparende Version durchgeführt werden. Geben Sie ein bis zwei Tropfen des gewünschten Wund- und Heilbadzusatzes in einen Becher mit lauwarmen Wasser. Tauchen Sie den Penis mit der entzündeten Vorhaut in den Becher. Vermeiden Sie bei Wäschen und Sitzbädern aber zu alkalische Seifen.

Salben zur Wundheilung oder Beruhigung entzündeter Stellen können ebenfalls als Hausmittel eingesetzt werden. Achten Sie darauf, unparfümierte Salben zu benutzen, um weiter Reizungen zu vermeiden.

Urologische Behandlung der Posthitis

Bei schweren Entzündungen der Vorhaut mit Bläschenbildung, eitrigem Ausfluss, starken Schwellungen und Schmerzen sollten Sie in jedem Fall einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Nach der professionellen Diagnose, bei der immer auch ein Abstrich erfolgt, kann festgestellt werden, welcher Erreger die Infektion auslöst. Mit Antibiotika wird dann gegen Bakterien vorgegangen. Liegt die Ursache der Vorhautentzündung oder Eichelentzündung in einer Infektion mit Pilzen, können Antimykotika helfen. Oft werden hier Salben mit den Wirkstoffen verschrieben. Hat sich die Entzündung aber bereits über den Harnleiter auf die inneren Organe wie Blase oder Nieren ausgebreitet, können auch Tabletten verabreicht werden.

Vorhaut geschwollen: Was tun?

Erste Anzeichen einer Vorhautentzündung sind oft Schwellungen. Ist Ihre Vorhaut geschwollen, beobachten Sie die Entwicklung zunächst genau, reinigen Sie die Vorhaut gründlich und vorsichtig. Mitunter können bereits jetzt schon pflegende Salben und Kamillenbäder helfen, entstehende Entzündungen einzudämmen. Verschlimmern sich die Symptome und kommen weitere Beschwerden wie Rötungen, Schmerzen, übler Geruch oder Ausfluss hinzu, sollten Sie unbedingt einen Urologen oder eine Urologin aufsuchen. Informieren Sie auch mögliche Geschlechtspartner über Erkrankungen und Entzündungen Ihres Genitalbereichs.

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