Trichotillomanie: Das müssen Sie über das zwanghafte Haareausreißen wissen

Trichotillomanie: Das müssen Sie über das zwanghafte Haareausreißen wissen

Menschen, die sich unkontrolliert und zwanghaft die Haare ausreißen, leiden unter der Verhaltensstörung Trichotillomanie. Welche Symptome und Ursachen die Zwangsstörung ausmachen, verraten wir Ihnen hier.

Was ist Trichotillomanie?

Trichotillomanie ist eine psychische Verhaltensstörung. Solche Verhaltensstörungen treten häufig als Impulskontrollstörungen. In diesem Fall haben Betroffene keine Kontrolle über den Impuls, sich selbst die Haare auszureißen. Die Handlung erfolgt unbewusst und geht häufig auch mit einer genauen Inspektion der ausgerissenen Haare einher. Patienten untersuchen dann etwa die ausgerissenen Haare auf auffällige Veränderungen oder nehmen besonders die Haarwurzel in Augenschein. Impulskontrollstörungen sind nicht so selten, wie gemeinhin angenommen. Zu ähnlichen Verhaltensstörungen, bei denen Kontrollverlust über bestimmte Handlungen besteht, zählen etwa auch Spielsucht, Kaufsucht, affektive Störungen, Angststörungen oder Kleptomanie.

An der Trichotillomanie erkranken zwischen 0,6 bis 3,4 Prozent der Menschen während ihrer Lebenszeit. Forscher nennen dies die „Lebenszeitprävalenz“. Statistisch gesehen leiden Frauen häufiger unter dem zwanghaften Haareausreißen. In der Forschung ist ebenfalls bekannt, dass die Trichotillomanie in fast zwei Dritteln der Fälle zusammen mit anderen affektiven Störungen auftritt, mehr als die Hälfte der Trichotillomanie-Betroffenen leidet zusätzlich unter Angststörungen, etwa ein Viertel erlebt weiter Zwangssymptome.

Symptome des zwanghaften Haareausreißens

Die Verhaltensstörung Trichotillomanie wird vor allem natürlich durch das zwanghafte Haareausreißen charakterisiert. Darüber hinaus, oder daran anschließend, gibt es aber weitere Symptome, die das Krankheitsbild beschreiben.

  • Symmetrisches Haareausreißen
  • Untersuchung der ausgerissenen Haare
  • mitunter werden ausgerissene Haare aufgehoben oder verschluckt
  • Spannungsgefühl und Erregung vor dem Ausreißen
  • Entspannung und Befriedigung nach dem Ausreißen der Haare
  • Kahle Stellen auf dem Kopf
  • wunde und gerötete Kopfhaut
  • Haarausfall
  • entzündliche Hautprobleme der Kopfhaut

Ursachen der Trichotillomanie

Genaue Auslöser für Zwangsstörungen und Verhaltensstörungen sind ungeklärt und von Person zu Person unterschiedlich. Traumatische Erlebnisse, vermindertes Selbstwertgefühl oder Ängste und Stress können Ursachen sein. Menschen mit besonders hoher Stressanfälligkeit neigen wahrscheinlich eher dazu, Verhaltensstörungen zu entwickeln. Forschende untersuchen zurzeit, inwiefern Zwangsstörungen vererblich sind oder genetische Prädispositionen bestehen.

Behandlung der psychischen Störung

Verhaltensstörungen und besonders Impulskontrollstörungen lassen sich etwa mit kognitiven Verhaltenstherapien behandeln. Betroffene erlernen dabei Techniken und Mechanismen zur Selbstkontrolle, wenn sie den Drang zum Haareausreißen spüren. Auch regelmäßige Entspannungsübungen, Stimuluskontrolle oder das Ausüben alternativer Handlungen, die die Hände beschäftigt halten, können hilfreiche Maßnahmen sein, mit denen Betroffene das eigene Haareausreißen stoppen können.

Lade weitere Inhalte ...