22. März 2021
Reizblase: Diese Hausmittel helfen gegen Harndrang

Reizblase: Diese Hausmittel helfen gegen den ständigen Harndrang

Eine Reizblase ist unangenehm und kann das alltägliche Leben beeinträchtigen. Welche Ursachen für eine Reizblase verantwortlich sind und welche Hausmittel gegen den ständigen Harndrang helfen, lesen Sie hier.
 

Was ist eine Reizblase?

Menschen mit einer Reizblase leiden unter häufigem und unkontrollierten Harndrang, der so stark sein kann, dass Betroffene den Urin nicht immer halten können. Die Reizblase ist eine weit verbreitete Krankheit. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse leiden rund 16 Prozent der Deutschen unter einer Reizblase. Frauen ab 40 sind häufiger betroffen als Männer. Für erkrankte Personen ist das Leben mit einer Reizblase belastend und mit Beeinträchtigungen gespickt. Dennoch zählt die Reizblase immer noch als Tabu-Thema, da Betroffene sich schämen und den Arztbesuch aufschieben.

Ursachen einer Reizblase

Bei einer Reizblase signalisieren fehlgeleitete Nervenimpulse dem Gehirn, dass die maximale Blasenfüllung erreicht ist und verursachen Harndrang. Es gibt verschiedene Ursachen, die für eine Reizblase sorgen. Möglicherweise sind vergangene Erkrankungen oder bestimmte Medikamente für das Blasenproblem verantwortlich.

Dementsprechend ist ein ausführliches Anamnesegespräch mit einem Urulogen und eine gründliche Untersuchung entscheidend, um andere Krankheiten wie Harnwegsinfekte, Nieren- oder Blasensteine oder schwerwiegende Krankheiten wie Blasentumore auszuschließen. Nicht selten kommt es nach einer überstandenen Blasenentzündung zu einer Reizblase, da die Blasenregion noch gereizt und empfindlicher für Infektionen ist. Es ist nicht immer ganz so leicht, eine Reizblase von einer Blasenentzündung zu unterscheiden, da sich die Symptome sehr ähneln. Die Symptome sind bei einer Reizblase allerdings weniger ausgeprägt und es können keine krankmachenden Keime nachgewiesen werden.

6 Hausmittel, die bei einer Reizblase helfen

In der Regel kann eine Reizblase medikamentös gut behandelt werden. Betroffene, die stark unter den Beschwerden leiden, bekommen Anticholinergika verschreiben, die das Zusammenziehen des Blasenmuskels und somit den plötzlichen Harndrang unterbinden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Hausmittel und pflanzliche Arzneien, die Ihre Blase schützen und stärken.

1. Beckenbodentraining

Eine gute trainierte Beckenbodenmuskulatur kann unfreiwilligem Wasserlassen entgegenwirken. Der Beckenboden ist dafür zuständig, dass die Blase verschlossen bleibt und gestützt wird. Aufgrund von Schwangerschaften, Übergewicht oder Alter erschlafft die Beckenbodenmuskulatur. Umliegende Organe drücken zu stark auf die Blase. Das hat zur Folge, dass die Schließmuskeln bei Anstrengungen, Niesen oder Lachen nicht standhalten können und es zum Harnabgang kommen kann. Gezieltes und regelmäßiges Beckenbodentraining kann dem entgegenwirken.

2. Echtes Goldkrutenkraut und Bärentraubenblätter

Die Heilpflanze ist ein alt bewährtes Mittel bei Blasenbeschwerden. Echtes Goldrutenkraut hilft, die verkrampfte Blasenmuskulatur zu entspannen. Das Dranggefühl und die Schmerzen nehmen ab. Langfristig wirkt das pflanzliche Arzneimittel reizlindernd auf die Blasenschleimhaut.

Außerdem regt das Kraut die Harnbildung an – somit werden Keime und Bakterien ausgeschwemmt. Zudem ist die Heilpflanze entzündungshemmend. Brühen Sie das Goldkrutenkraut zusammen mit Bärentraubenblätter als Tee auf. Bärentraubenblätter sind ebenfalls wegen ihrer antibakteriellen und entzündungs­hemmenden Wirkungen bekannt. Die Gerbstoffe der Pflanze schützen die Blasenschleimhaut und töten Keime ab.

3. Trinken Sie viel

Betroffen Personen mit einer Reizblase neigen dazu, ihre Trinkmenge zu reduzieren, um das ständige Wasserlassen zu unterdrücken. Dies ist jedoch alles andere gesund. Körper und Organe benötigen genügend Flüssigkeit. Eine geringere Trinkmenge kann Harnwegsinfekte begünstigen, da die Blase nicht ausreichend durchgespült wird. Trinken Sie am besten stilles Wasser und nehmen Sie harntreibende Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee sowie Alkohol in Maßen zu sich.

4. Lebensmittel mit Betacarotin

In rotem und dunkelgrünem Obst und Gemüse wie Paprika, Karotten oder Grünkohl steckt viel Provitamin A (Betacarotin), das die Schleimhaut der Blasenwand stärkt, da es Abwehrstoffe anregt und somit das Immunsystem unterstützt. Infektionen wie Blasenentzündungen werden vorgebeugt.

5. Cranberrys essen

Ebenfalls gut für die Gesundheit Ihrer Blase sind Cranberrys, die antibakteriell wirken und verhindern, dass sich Bakterien an die Blasenwand heften können. Ob in Tablettenform, als Saft oder roh – Sie sollten die kleinen roten Beeren essen, wenn Sie wiederholt mit Harnwegsinfekten zu kämpfen haben.

6. Entspannungstechniken

Stress und emotionale Anspannung haben Auswirkungen auf die Blase und führen dazu, dass bei einer geringen Harnmenge die Blase anschlägt. Hinzu kommt, dass eine Reizblase zusätzlich eine Belastung darstellt. Die ständige Angst, rechtzeitig eine Toilette zu finden und möglicherweise nicht einhalten zu können, stresst Geist und Blase.

Erlernen Sie spezielle Entspannungstechniken und Atemübungen, die Sie in Stresssituationen beruhigen. Ebenfalls hilfreich ist Yoga, um zur Ruhe zu kommen und zu entspannen. Achten Sie auch auf ausreichende Erholungsphasen, die Sie nur für sich nutzen.

Video: Tipps bei Konfirmandenblase – was tun gegen häufigen Harndrang?

 

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