19. Oktober 2021
Milz vergrößert: Diese Folgen drohen bei Splenomegalie

Diese Folgen drohen bei einer vergrößerten Milz

Eine Milzvergrößerung (Splenomegalie) kann verschiedene Ursachen haben und geht meist mit starken Schmerzen im Oberbauch einher. Erfahren Sie, welche gesundheitlichen Folgen bei einer krankhaft vergrößerten Milz drohen.

Dieses wenig beachtete Organ ist ungefähr so groß wie eine Faust und liegt im linken Oberbauch hinter dem Magen. Starke Schmerzen in dieser Region, die auch nach 48 Stunden nicht von alleine verschwinden, könnten auf ein Problem mit der Milz hindeuten. Auch Schweißausbrüche und ein Völlegefühl oder Druckgefühl im linken Oberbauch sowie Rücken können auftreten. In manchen Fällen lässt sich das geschwollene Organ sogar unter dem linken Rippenbogen der Betroffenen ertasten. Ursächlich für eine Milzvergrößerung sind häufig Krankheiten wie Leukämie, die das Blutsystem oder Lymphsystem betreffen. Auch eine Leberzirrhose kann zu einem Blutrückstau führen, der die Milz anschwellen lässt.

Milz vergrößert: Diese Folgen drohen bei Splenomegalie

Ist die Milz vergrößert, steigert sich in der Folge meist auch ihre Funktion – was jedoch keine gute Sache ist. Da die Milz für den Abbau von alten, roten Blutkörperchen zuständig ist, kann eine Splenomegalie dazu führen, dass das Organ zu viele Erythrozyten abbaut. Die Folge ist eine Blutarmut, auch als Anämie bekannt. Ebenso speichert die Milz Blutplättchen (Thrombozyten), weswegen ein sogenannter Thrombozytenmangel infolge einer Milzvergrößerung auftreten kann. Dadurch wird die Blutgerinnung gestört und es entsteht eine vermehrte Blutungsneigung. Abschließend bildet die Milz weiße Blutkörperchen aus, die für die Immunantwort essentiell sind. Da das vergrößerte Organ diese Leukozyten vermehrt einlagert, wird das Immunsystem dadurch beeinträchtigt und Betroffene werden anfälliger für Infekte.

Kann man ohne Milz leben?

Liegt eine Grunderkrankung vor, die die Milz größer werden lässt, führt die erfolgreiche Behandlung jener Krankheit normalerweise auch zur Rückbildung der Milz. Reißt das Organ jedoch in der Folge der Vergrößerung oder besteht eine dauerhafte Überfunktion der Milz, muss sie unter Umständen operativ entfernt werden. Da die Milz nicht überlebensnotwendig ist, können Menschen auch ohne Milz mit gewissen Einschränkungen weiterleben. Nach der sogenannten Splenektomie sind Patient:innen üblicherweise anfälliger für Infekte sowie Blutvergiftungen, da das Immunsystem und der Abbau alter Blutkörperchen beeinträchtigt sind. Aufgrund dieser erhöhten Infektanfälligkeit empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI), dass sich Menschen ohne Milz gegen Pneumokokken und Meningokokken impfen lassen. Außerdem rät es zur jährlichen Grippeschutzimpfung im Herbst.

Quellen: klinikum.uni-heidelberg.de, msdmanuals.com, rki.de

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