15. Dezember 2021
Leberzirrhose vorbeugen: 6 Tipps, um Ihre Leber zu schützen

Leberzirrhose vorbeugen: 6 Tipps, um Ihre Leber zu schützen

Bei einer Leberzirrhose sterben Leberzellen ab und werden durch Narbengewebe ersetzt. In der Folge schrumpft das Organ und kann seine Entgiftungsfunktion nicht mehr ausführen – es kommt zum Leberversagen. Damit das nicht passiert, können Sie mit den folgenden Tipps Ihre Leber schützen und einer Leberzirrhose vorbeugen.

Die meisten kennen die Leber als Entgiftungsorgan, das Alkohol und andere Zellgifte abbaut. Doch sie macht noch viel mehr: Sie produziert Gallensäuren, die unser Darm für die Aufnahme von Fett benötigt, und Transportproteine, die die aufgenommenen Nährstoffe im Körper verteilen. Ebenso ist die Leber für die Verarbeitung von Fett und Zucker zuständig – und für deren Speicherung, wenn wir mal wieder über die Stränge schlagen. Ohne das Multitalent könnten wir nicht überleben. Doch leider leidet die Leber auch unter ihrem breiten Aufgabenspektrum und kann über die Jahre verfetten, sich entzünden und vernarben. Mit den folgenden Tipps können Sie Ihr Risiko für eine lebensbedrohliche Leberzirrhose jedoch deutlich senken.

Leberzirrhose vorbeugen: 6 Tipps, um Ihre Leber zu schützen

  1. Gehen Sie maßvoll mit Alkohol um
    Aus Liebe zu Ihrer Leber sollten Sie davon absehen, täglich ein Feierabendbier oder ein Glas Wein zum Essen zu trinken. Denn in über 50 Prozent der Fälle ist übermäßiger Alkoholkonsum für die Entstehung einer Leberzirrhose verantwortlich. Das Entgiftungsorgan ist mit dem ständigen Abbau des Zellgifts schlichtweg überfordert, wodurch Leberzellen zugrunde gehen und funktionsloses Narbengewebe entsteht. Innerhalb von 10 Jahren kann Alkoholmissbrauch zu der irreversiblen Erkrankung führen. Männer sollten daher keinesfalls mehr als zwei Gläser Bier oder Wein am Tag trinken. Bei Frauen ist die toxische Schwelle sogar noch geringer. Ein kompletter Alkoholverzicht wäre natürlich die beste Möglichkeit, Ihre Leber zu schützen. 
  2. Lassen Sie sich gegen Hepatitis B impfen
    In knapp einem Drittel aller Fälle ist eine Hepatitis-Erkrankung für die Entstehung von Leberzirrhose verantwortlich. Hepatitis B ist sogar weltweit gesehen die häufigste Ursache dafür. Glücklicherweise gibt es bereits einen entsprechenden Impfstoff, mit dem Sie sich schützen können. Kramen Sie also Ihren Impfpass heraus und besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob Ihr Schutz noch ausreichend vorhanden ist. Gegen Hepatitis C gibt es leider noch keine Impfung.
  3. Bewegen Sie sich täglich
    Wer einer sitzenden Tätigkeit nachgeht und sich auch nach Feierabend kaum bewegt, erhöht sein Risiko für diverse Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Bluthochdruck und Adipositas. Und auch die Leber leidet unter dem Bewegungsmangel. Denn körperliche Aktivität führt dazu, dass der Zucker, den wir unserem Körper über die Nahrung zuführen, verbraucht wird. Überschüssiger Zucker wird hingegen in der Leber zu Fett umgewandelt und gespeichert – eine Fettleber entsteht.
  4. Meiden Sie Zucker und Transfette 
    Diese beiden Nährstoffe wirken entzündungsfördernd und sollten daher nicht im Übermaß in Ihrem Speiseplan vorkommen. Wer über die Ernährung jahrelang zu viel Zucker und Transfette aufnimmt, belastet seine Leber und erhöht sein Risiko, an einer nichtalkoholischen Fettleber zu erkranken. Um sich vor dieser Vorform der Leberzirrhose zu schützen, sollten Sie Transfette, welche in frittierten Lebensmitteln, Chips und Gebäck vorkommen, sowie Zucker in Form von Süßigkeiten, Fertigprodukten, Limonaden und Säften möglichst meiden. ​​​​​
  5. Seien Sie mit Vitaminpräparaten vorsichtig
    Während unser Körper die meisten wasserlöslichen Vitamine wie Vitamin C problemlos über die Nieren ausscheiden kann, falls ein Überschuss besteht, sieht dies bei den fettlöslichen Vitaminen anders aus. Denn die Leber speichert die Vitamine E, D, K und A. Wird sie nun durch unnatürlich hohe Dosen mit diesen Vitaminen überlastet, kann es im schlimmsten Falle zu Leberschäden kommen. Seien Sie daher vorsichtig im Umgang mit Vitaminpräparaten – insbesondere dann, wenn diese hochdosiert sind. Besprechen Sie jegliche Supplementierung mit dem Arzt Ihres Vertrauens und nehmen Sie sie nur ein, wenn tatsächlich ein diagnostizierter Vitaminmangel vorliegt.
  6. Wenn Getreide, dann Vollkorn!
    Die Leber profitiert enorm davon, dass wir unseren Zuckerkonsum reduzieren. Das heißt jedoch nicht, dass Sie auf jegliche Kohlenhydrate verzichten müssen. Sie sollten jedoch stets zur Vollkornvariante greifen. Denn Weißmehlprodukte wie Weißbrot oder gefärbtes Brot (Achten Sie auf die Bezeichnung „Vollkorn“ beim Brotkauf!), Pasta sowie weißer Reis, bestehen zu einem großen Teil aus kurzkettigen Kohlenhydraten. Deutlich besser für die Leber und Ihren gesamten Körper ist Vollkorngetreide, da es große Mengen an Ballaststoffen, Mineralstoffen und langkettigen Kohlenhydraten enthält.

Wichtig: Eine bereits fortgeschrittene Leberzirrhose führt in 65 Prozent der Fälle innerhalb von fünf Jahren zum Tod. Damit ist die irreversible Leberzirrhose ähnlich tödlich wie diverse Krebserkrankungen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie sich regelmäßig von Ihrem Arzt untersuchen lassen und bei einer bereits vorhandenen Fettleber alle Maßnahmen einleiten, damit sich diese nicht zu einer Leberzirrhose entwickelt.

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Quellen: deutsche-leberstiftung.de, unimedizin-mainz.de

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