21. Juli 2021
Starke Unterleibsschmerzen: Wann sind sie nicht mehr normal?

Starke Unterleibsschmerzen: Wann sind sie nicht mehr normal?

Jede Frau kennt sie – Unterleibsschmerzen. Bei manchen treten sie stärker auf, andere hingegen merken kaum etwas davon. Wenn die Beschwerden Sie aufgrund der Stärke jedoch in Ihrem Alltag einschränken, könnte das ein Grund zur Sorge sein. Wir erklären, wann starke Unterleibsschmerzen nicht mehr normal sind.

Wenn sie einmal im Monat ihre Periode bekommen, leiden viele Frauen unter Unterleibsschmerzen und anderen Beschwerden. Bei manchen tritt in dieser Zeit nur ein leichtes Ziehen auf, andere hingegen sind so stark von den Schmerzen betroffen, dass sie vollkommen außer Gefecht gesetzt sind. Die meisten Frauen nehmen das Leid einfach so hin, weil sie davon ausgehen, dass die Schmerzen normal sind. Übermäßig starke Unterleibsschmerzen können jedoch auch ein Grund zur Sorge sein.

Unterleibsschmerzen: Wie entstehen sie?

Die Unterleibsschmerzen während der Periode werden durch Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur ausgelöst. Wenn keine Befruchtung stattgefunden hat, zieht diese sich krampfartig zusammen, um die Gebärmutterschleimhaut abzustoßen. In der Regel treten die Schmerzen im Unterbauch auf und äußern sich stechend oder krampfartig, aber auch ein dumpfer Schmerz ist möglich. Bei manchen Frauen strahlen sie auch in den Rücken aus.

Starke Unterleibsschmerzen: Wann sind sie nicht mehr normal?

Krampfartige und lange andauernde Unterleibsschmerzen während der Menstruation werden medizinisch als Dysmenorrhö bezeichnet. Es wird zwischen Schmerzen unterschieden, die bereits seit dem Beginn der Periode auftreten (Primäre Dysmenorrhö) und solchen, die erst mit der Zeit einsetzen (Sekundäre Dysmenorrhö). Hinter der sekundären Dysmenorrhö können verschiedene Ursachen stecken. 

Wenn die Schmerzen plötzlich deutlich stärker auftreten als sonst, sich auch außerhalb der Periode einstellen oder dermaßen stark sind, dass ein normaler Alltag nicht bewältigt werden kann, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hinter den Symptomen kann die Erkrankung Endometriose stecken, bei der sich meist gutartiges Gewebe außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Im Verlauf der Erkrankung kann sich das Gewebe im Unterleib ausbreiten und auch andere Organe wie die Blase befallen kann. Neben starken Unterleibsschmerzen können auch Schmerzen beim Sex oder beim Stuhlgang auftreten. Schätzungen zufolge leidet in Deutschland jede zehnte Frau an Endometriose – viele davon, ohne es zu wissen.

Aber auch andere Erkrankungen können die starken Schmerzen verursachen. Dazu zählen Myome, Gebärmutterpolypen, Eierstock- oder Gebärmutterzysten, Entzündungen von Gebärmutter, Eileiter sowie Eierstöcken, eine Eileiterschwangerschaft oder Krebserkrankungen. Auch als Nebenwirkung einer eingesetzten Spirale können starke Unterleibsschmerzen während der Periode auftreten. Suchen Sie Ihren Gynäkologen auf, der dann eine Diagnose stellen kann.

Video: Unterleibsschmerzen, aber keine Periode? Das sollten Frauen wissen!

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