22. Dezember 2020
Ausfluss riecht: Diese Krankheiten sind der Grund

Ausfluss riecht: Diese Krankheiten stecken hinter dem Geruch

Der vaginale Ausfluss schützt die Scheide, reinigt sie und ist meist geruchslos. Wenn sich der Geruch Ihres Ausflusses jedoch verändert, kann dies ein Anzeichen für verschiedene Krankheiten sein.

Warum haben Frauen Scheidenausfluss?

Scheidenausfluss ist ganz normal und dient dazu, die Vagina vor Krankheiten zu schützen. Die enthaltenden Milchsäurebakterien sorgen für eine gesunde Scheidenflora und halten den pH-Wert der Vagina in einem sauren Milieu, in dem andere Erreger und Pilze nicht überleben können. Außerdem reinigt der Ausfluss die Vagina, transportiert abgestorbene Hautzellen ab und spült somit Bakterien hinaus. Gesunder Scheidenausfluss wird auch als Weißfluss bezeichnet, da er meist eine weißliche Farbe aufweist und geruchslos ist. Während des Zyklus verändern sich Menge und Aussehen des Ausflusses. An den fruchtbaren Tagen ist der sogenannte Zervixschleim sehr flüssig und durchsichtig. Bestimmte Gerüche Ihres Ausflusses können allerdings ein Anzeichen für Intimkrankheiten sein.

Fischig-riechender Ausfluss

Wenn Ihr Ausfluss unangenehm streng und nach Fisch riecht, handelt es sich um eine bakterielle Vaginose. Der Ausfluss hat eine gräulich-weiße Farbe und kann schaumig sein. Zwar ist die Vaginose keine klassische Geschlechtskrankheit, jedoch begünstigt Sex die Übertragung. Die bakterielle Infektion ist die häufigste mikrobiologische Störung des Scheidenmilieus.
Ihr Frauenarzt verschreibt Antibiotika, die die Ausbreitung der Keime stoppt und den pH-Wert der Vagina wieder normalisiert. Begleitend dazu können Milchsäurebakterien in Form von Zäpfchen oder Tabletten helfen, die Scheidenflora wieder aufzubauen.

Süßlich riechender Ausfluss

Wenn Ihr Ausfluss plötzlich süßlich riecht, sie aber keine weiteren Symptome haben und Ihr Zervixschleim weiß-klebrig ist, können hormonelle Veränderungen, eine Ernährungsumstellung oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel die Ursache dafür sein.

Hefeähnlicher Geruch bei Scheidenpilzinfektion

Bei einer Scheidenpilzinfektion kann der Geruch des Ausflusses unverändert bleiben oder einen süßlichen, hefeähnlichen Geruch annehmen. Äußerliche Merkmale wie ein weißer, krümelig-bröckliger Ausfluss und rote, geschwollene Schamlippen deuten auf eine Infektion mit dem Pilz Candida albicans. Ein geschwächtes Immunsystem, die Einnahme von Antibiotika oder eine Schwangerschaft können zu einem Ausbruch von einem Scheidenpilz führen. Mithilfe von frei verkäuflichen Vaginalcremes, -tabletten oder -zäpfchen klingen die Symptome nach etwa drei Tagen ab.

Unangenehm riechender, schleimig-eitriger Ausfluss

Chlamydien zählen zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten und treten meist beschwerdefrei auf. Nur rund 30 Prozent der betroffenen Frauen bemerken Veränderungen wie einen unangenehmen, stark riechenden Ausfluss, eine juckende und schmerzende Vagina oder häufigen Harndrang. Ein Abstrich oder ein Urintest weisen eine mögliche Infektion nach. In der Regel ist eine Chlamydien-Infektion mit Antibiotika gut behandel- und heilbar. Das Benutzen von Kondomen kann das Risiko einer Ansteckung reduzieren.

Metallisch-riechender Ausfluss

Wenn Ihr Ausfluss eine rötliche Farbe aufweist, dünnflüssig ist und metallisch bzw. nach Blut riecht, dann kann dies auf eine Chlamydien-Infektion oder bösartige Gewebewucherungen bei den Geschlechtsorganen hinweisen. Sie sollten umgehend Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Vagina riecht nach Zwiebeln oder Knoblauch

Wer viel Knoblauch oder Zwiebeln verzehrt hat, dünstet dies über Schweiß, Urin und über den vaginalen Ausfluss aus. Ihr Ausfluss sollte nach 24 bis 48 Stunden wieder seinen normalen Geruch angenommen haben.

Grundsätzlich gilt: Wenn der Geruch über mehrere Tage andauert, weitere Symptome hinzukommen oder sich verschlimmern, sollten Sie einen Gynäkologen aufsuchen.

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