Frauengesundheit Zusatzleistungen beim Frauenarzt im Überblick

Beim Gynäkologen müssen wir in der Regel selbst darüber entscheiden, welche Zusatzleistungen wir in Anspruch nehmen möchten. Wir verraten Ihnen, welche Untersuchungen dabei wirklich sinnvoll sind – und welche eher nicht.

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Kaum nehmen wir im Wartezimmer unseres Gynäkologen Platz, wird uns meist auch schon eine Liste mit möglichen Zusatzuntersuchungen in die Hand gedrückt. Viele Frauenärzte bieten individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, an, die nicht von der Krankenkasse, sondern vom Patienten selbst bezahlt werden. Für Individuelle Gesundheitsleistungen gibt es keine festen Preise. Ärzte können die Kosten für IGeL-Leistungen innerhalb eines Gebührenrahmens selbst festlegen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt demnach einen Preisvergleich in verschiedenen Arztpraxen.

Doch Vorsicht: Die IGeL-Leistungen sind nicht in jedem Fall sinnvoll und es lohnt sich, wenn Sie sich schon Vorhinein über den Nutzen der einzelnen Untersuchungen informieren. Dies können zum Beispiel auch mithilfe des IGeL-Monitores machen, der auf Grundlage wissenschaftlicher Studien den Nutzen von Selbstzahlerleistungen bewertet. Wir haben uns für Sie ein paar typische Zusatzleistungen beim Frauenarzt angeschaut.

Zusatzleistungen beim Frauenarzt im Überblick

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

Für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs nutzen Ärzte die sogenannte "Dünnschichtzytologie", bei der sie Zellmaterial vom Gebärmutterhals entnehmen, das sie dann in einem Zytologielabor auf verdächtige Zellen hin untersuchen lassen. Diese Methode soll genauer sein als der etwas simplere "Pap-Test", den gesetzliche Krankenkassen einmal im Jahr für alle Frauen ab 20 Jahren zahlen. Die IGel-Leistung jedoch, kostet laut IGeL-Monitor in der Regel zwischen ca. 23 und 53 Euro.

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Frühererkennung von Eierstockkrebs

Von den gesetzlichen Krankenkassen wird ein jährliches Abtasten ab dem 20. Lebensjahr bezahlt. Darüber hinaus gibt es Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke, die oft im Rahmen einer gynäkologischen Krebsvorsorge durchgeführt werden. Besteht ein Verdacht auf Eierstockkrebs, ist der Ultraschall eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, ohne Verdacht jedoch eine IGeL-Untersuchung, die zwischen 25 und 53 Euro liegen kann. Viele ärztliche Fachgesellschaften raten laut IGeL-Monitor jedoch von der Untersuchung ab.

Früherkennung von Brustkrebs

Frauen im Alter von 50 bis 69 werden jedes zweite Jahr zur Mammografie-Untersuchung eingeladen. Ein Ultraschall der Brust zur Krebsfrüherkennung wird hingegen als IGeL angeboten. Die kosten dafür liegen zwischen 26 und 60 Euro. Bisher ist laut IGeL-Monitor jedoch leider auch nicht erwiesen, ob die Ultraschall-Untersuchung einen Nutzen für die Frauen hat.

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Früherkennung von Harnblasenkrebs

Eine Zusatzleistung, die vom IGeL-Monitor als "tendenziell negativ" bewertet wurde, ist die Früherkennung von Harnblasenkrebs. Mit dem sogenannten "NMP22-Test", der ca. 31 bis 41 Euro kostet, kann eine von Tumoren vermehrt gebildete Substanz im Harn nachgewiesen werden. Doch leider wurde die Treffsicherheit des Tests bisher nur sehr mangelhaft untersucht. Die allermeisten positiven Testbefunde stellten sich am Ende sogar als Fehlalarm heraus.

Übrigens: Ab dem 20. Lebensjahr wird ein jährlicher Vorsorge-Termin beim Frauenarzt empfohlen. Nach einem Anamnesegespräch werden hier meist eine Tastuntersuchung und eine Untersuchung mit dem Spekulum durchgeführt. Über das Spekulum kann der Frauenarzt einen Abstrich von Scheidenwand und Gebärmutterhals nehmen. Bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr zahlt die Kasse zudem eine Brustuntersuchung pro Jahr.

Datum: 16.07.2020
Autor: Lara Rygielski