10. Dezember 2020
Tipps und Hausmittel bei Lungenentzündung

Tipps und Hausmittel bei Lungenentzündung

Gelenk- und Kopfschmerzen, hohes Fieber und grippeähnliche Beschwerden sind häufige Symptome einer Lungenentzündung. Wir haben die besten Tipps und Anwendungen, damit Sie schnell wieder gesund werden. Diese Hausmittel helfen bei einer Lungenentzündung!

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Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Ursachen: Was ist eine Lungenentzündung?

Bei einer Lungenentzündung oder Pneumonie genannt, handelt es sich um eine akute oder chronisch verlaufende Entzündung des Lungengewebes, deren Auslöser meist Bakterien, seltener Viren oder Pilze, sind. Eine bakterielle Lungenentzündung wird durch Erreger wie Pneumokokken verursacht, während eine virale Lungenentzündung z. B. durch Chlamydien, Legionellen und Mykoplasmen verursacht wird. Der häufigste bakterielle Auslöser für eine Lungenentzündung ist Streptococcus pneumoniae. Bei einer kalten Lungenentzündung hingegen treten die üblichen Symptome und auch Fieber nicht auf. Anzeichen für eine kalte Lungenentzündung können allgemeine Abgeschlagenheit, Atemprobleme, Gliederschmerzen, trockener Husten und Schmerzen im Brust-, Lungen- und Rückenbereich sein.

Die Erreger werden über die Luft und als Tröpfcheninfektion über das Sprechen, Husten und Niesen übertragen. Sie gelangen in die Atemwege und verursachen im dortigen Gewebe eine Entzündung. Für sonst immunstarke Menschen ist eine Lungenentzündung nicht lebensgefährlich. Anders sieht es bei immungeschwächten und kranken Menschen aus: Bei ihnen kann es häufiger zu Komplikationen kommen, sodass die Pneumonie auch tödlich enden kann.

Etwa 400.000 Menschen erkranken jährlich an Lungenentzündungen. Besonders im Winter und in Zeiten starker Grippewellen steigt die Zahl der Neuerkrankungen an.

Symptome einer Lungenentzündung erkennen

Bevor die Erkrankung zum Ausbruch kommt, treten bei einer viralen bzw. atypischen Lungenentzündung in der Regel grippeähnliche Beschwerden auf. Symptome sind:

  • trockener Husten ohne Auswurf
  • Glieder- und Kopfschmerzen
  • plötzliches hohes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Schüttelfrost und Appetitlosigkeit
  • Schmerzen im Brustkorb
  • eine flache Atmung
  • gelegentliche Atemnot
Bei einer klassischen Lungenentzündung treten folgende Symptome auf:
  • Schüttelfrost
  • hohes Fieber
  • Patienten fühlen sich häufig schwer krank
  • Husten
  • Auswurf
  • Atemnot
  • Brustschmerzen
  • bei Sauerstoffmangel kann es zu einer Blaufärbung von Lippen, Nase, Zehen- und Fingernägel kommen.

Kann aus einer Bronchitis eine Lungenentzündung entstehen?

Auf den ersten Blick unterscheiden sich eine Bronchitis und Lungenentzündung kaum voneinander. Bei einer Bronchitis sind die Schleimhäute der Bronchien und der Luftröhre entzündet. Bei einer Lungenentzündung hingegen sind die Lungenbläschen oder das Lungengewebe entzündet. Wird eine Bronchitis, die durch Viren ausgelöst wird, verschleppt, kann daraus eine virale Lungenentzündung werden. Das gilt auch für einen Husten, der verschleppt wird. Eine Lungenentzündung kann ebenfalls durch Viren oder Pilze verursacht werden, häufig sind jedoch Bakterien der Erreger. Sie sollten auf jeden Fall von einem Arzt abklären lassen, ob es sich um eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung handelt – vor allem dann, wenn die Krankheitssymptome länger andauern.

Therapie: Behandlung und Hausmittel bei einer Lungenentzündung

Treten die typischen Symptome auf, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. In fast allen Fällen von Lungenentzündungen ist eine Antibiotikabehandlung notwendig, da die Erkrankung meist durch Bakterien verursacht wird, die nur durch Medikamente wie Antibiotika effizient bekämpft werden können. Patienten werden zu Hause oder im Krankenhaus behandelt. Eine Einweisung in das Krankenhaus ist dann erforderlich, wenn es sich um einen besonders schweren Verlauf der Pneumonie handelt und Sie zum Beispiel unter Atemnot leiden. Dies betrifft meist ältere und immungeschwächte Personen sowie kleinere Kinder. Schon nach drei bis vier Tagen Antibiotikumeinnahme und ausreichend Bettruhe ist eine Ansteckung anderer Personen unwahrscheinlich. Treten keine weiteren Komplikationen auf, heilt eine Lungenentzündung meist innerhalb von zwei bis drei Wochen aus und ist somit überstanden.

Wir haben die besten Tipps, mit denen Sie die ärztliche Behandlung Ihrer Lungenentzündung unterstützen können – Hausmittel, natürliches Antibiotika und weitere Anwendungen helfen, schnell wieder gesund zu werden.

Lungenentzündung vorbeugen

Um sich vor einer Lungenentzündung zu schützen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin folgende Maßnahmen:

  • Die Grippeschutzimpfung kann das Risiko einer Lungenentzündung, die durch Viren ausgelöst wird, mindern.
  • Personen über 60 Jahren sowie chronisch Kranke sollten eine Impfung gegen Pneumokokken haben. Zu den chronisch Kranken zählen Immungeschwächte, Diabetiker, Herz-, Nieren- und Leberpatienten, sowie Personen mit einem erhöhten Risiko für Hirnhautentzündungen. Auch Kindern bis zum 2. Lebensjahr wird eine Pneumokokken-Impfung empfohlen.
Um das Immunsystem zu stärken, sollten Sie sich zudem ausreichend an der frischen Luft bewegen, ausgewogen ernähren und auf eine gesunde Darmflora achten. Auch empfiehlt es sich, Stress zu vermeiden. So haben Krankheitserreger und Bakterien keine Chance!
 

Risikofaktoren, die eine Lungenentzündung begünstigen:

  • Direkter Körperkontakt mit erkälteten oder an einer Lungenentzündung erkrankten Menschen. Die Erkrankung wird mittels Tröpfcheninfektion übertragen.
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Rauchen und Passivrauchen
  • Untergewicht bzw. Unterernährung
  • Unzureichende Mundhygiene
Halswickel bei Mandelentzüngung
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Kurieren Sie eine Erkältung immer gut aus.

1. Erkältung auskurieren

Jeder kennt es: ein leichtes Kratzen im Hals, Husten, Schnupfen oder Heiserkeit, hinzu kommen häufig Kopfschmerzen und leichtes Fieber. Wenn die Temperaturen im Herbst sinken, beginnt die Erkältungszeit! Das Immunsystem ist geschwächt, der Körper sollte geschont werden – kurieren Sie die Erkältung aus und gönnen Sie sich eine Pause in Form von Bettruhe. Nicht selten kann sonst eine Lungenentzündung als Spätfolge einer Erkältung auftreten.

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Bei Fieber sollten Sie viel trinken.

2. Angenehme Raumtemperatur, Wadenwickel und ausreichend Flüssigkeitszufuhr

Als angenehme Zimmertemperatur bieten sich 21 Grad an, wobei auf die Luftfeuchtigkeit geachtet werden sollte, da das Klima nicht zu trocken sein darf. Feuchte Handtücher auf der Heizung erhöhen die Luftfeuchtigkeit und tragen dazu bei, dass Sie freier atmen können. Brust und Füße sollten stets warmgehalten werden.

Wenn das Fieber nach oben schnellt und die Gelenke schmerzen, können kühle Wadenwickel Abhilfe schaffen. Tauchen Sie zwei kleine Handtücher in eine Wasserschüssel, drücken Sie diese leicht aus und wickeln Sie um jeden Unterschenkel ein nasses Tuch. Der kalte Wadenwickel kann als fiebersenkendes Mittel eingesetzt werden, entzieht dem Körper Wärme und lindert die Entzündungen.

Achten Sie unbedingt darauf, genug zu trinken – durch das Fieber und die hohe Körpertemperatur ist der Flüssigkeitsbedarf erhöht. Ein Tee reguliert nicht nur den Flüssigkeitshaushalt, sondern wirkt auch wohltuend für Hals und Rachen.

Inhalieren bei Mandelentzündung
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Warmer Wasserdampf wirkt wohltuend.

3. Inhalation bei Lungenentzündung

Inhalieren können Sie auf zwei Arten: Mit einer Schüssel und einem Handtuch oder einem Dampfinhalator.

Geben Sie einige Tropfen ätherisches Öl dem warmen, nicht zu heißen Wasser hinzu. Besonders gut eignen sich Lavendel- oder Eukalyptusöl. Inhalieren Sie nun den aufsteigenden Wasserdampf – der Heilungsprozess wird unterstützt, zudem wirkt die Inhalation entzündungshemmend und entkrampfend auf die Bronchien.

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Ein warmes Bad ist entspannt und lässt die Atemwege öffnen.

4. Ein warmes Bad bei Lungenentzündung

Ein entspannendes, etwa 20-minütiges Bad kann helfen, die Lungenentzündung zu reduzieren, den Schleim zu lösen und die Atemwege zu öffnen. Füllen Sie die Badewanne mit heißem Wasser und geben Sie 150 Gramm grobes Salz und Pfefferminz- oder Thymianöl hinzu. Die ätherischen Öle befreien die Atemwege und helfen, leichter zu atmen.

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Ein echter Geheimtipp: Sesam bei Lungenentzündung nehmen.

5. Sesam bei Lungenentzündung

Sesam ist reich an ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel Linolsäure, welche die Strukturen der Zellmembranen sowie der Haut stabilisiert. Zudem enthält Sesam Lecithin, das am Fettstoffwechsel beteiligt ist, Gehirn- und Nervenzellen stärkt und die Leberzellen schützt.

Um der Lungenentzündung entgegenzuwirken, lösen Sie 20 Gramm Sesamkerne in 250 ml Wasser auf. Dazu kann ein Teelöffel Leinsamen sowie ein Esslöffel Honig gegeben werden, der dem Ganzen einen leicht süßlichen Geschmack verleiht.

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Die scharfe Ingwerknolle wirkt entzündungshemmend.

6. Ingwer bei Lungenentzündung

Ingwer ist als eine gesundheitsfördernde Wurzel bekannt, die als natürliches Antibiotikum verwendet werden kann. Geschmacklich würzig-scharf, wird es gerne bei Atemwegserkrankungen, wie zum Beispiel einer Lungenentzündung, eingesetzt. Ingwer ist reich an Antioxidantien, die eine entzündungshemmende Wirkung gegen die Symptome der Lungenentzündung aufweisen.

Den Ingwer schälen, in kleine Stücke schneiden und in einem Topf mit Wasser aufkochen. Schon zwei Tassen Ingwertee täglich können helfen, die Symptome zu lindern.

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Knoblauch ist für seine antibakterielle Wirkung bekannt.

7. Knoblauch bei Lungenentzündung

Wer an einer Lungenentzündung erkrankt, leidet häufig unter Schmerzen in der Brust. Um diese zu lindern, kann Knoblauch eingesetzt werden. Knoblauch enthält wichtige Mineralstoffe, wie Calcium, Kupfer, Kalium sowie Eisen und zudem die Vitamine B und C. Durch die entzündungshemmenden Eigenschaften hilft der Knoblauch die Lungen zu reinigen und die Abwehrkräfte gegen Infektionen zu stärken. Sie können die Knoblauchzehen roh essen oder einen Teelöffel vom Saft der Knolle trinken.

Auch wenn dieses Hausmittel nicht unbedingt schmeckt und einen unangenehmen Mundgeruch zurücklässt, ist es effektiv zur Behandlung von Lungenentzündungen, führt zur Besserung der Symptome und somit zu einer schnelleren Genesung.

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Kurkuma wirkt präventiv gegen Atemwegserkrankungen.

8. Kurkuma bei Lungenentzündung

Kurkuma, das gelbe Ingwerkraut, wirkt entzündungshemmend und führt zur Stärkung des Immunsystems. Geben Sie einen Teelöffel Kurkuma in ein Glas mit warmer Milch – gut verrühren und langsam trinken. Auch wenn die Erkrankung überstanden ist, kann Kurkuma zur Prävention von Atemwegserkrankungen und Infektionen eingesetzt werden.

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Honig ist nicht nur süß, sondern auch gesund.

9. Honig bei Lungenentzündung

Auch Honig kann als natürliches Heilmittel einer Lungenentzündung entgegenwirken. Lösen Sie zwei Teelöffel Honig in warmem Wasser auf. Zwei bis drei Gläser täglich beruhigen den Organismus, wodurch der Körper sich besser auf den Heilprozess konzentrieren kann. Zudem wirkt Honig antiseptisch und das warme Getränk beruhigt einen wunden Hals.

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In Karotten stecken vielen Nährstoffe, die Ihr Körper bei einer Lungenentzündung benötigt.

10. Karottensaft bei Lungenentzündung

Vor dem Abendessen empfehlen wir ein Glas Möhrensaft, da dieser wertvolle Antioxidantien enthält und zudem reich an Vitamin A, Kalzium, Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor und B-Vitaminen ist. Bereiten Sie den Saft mit dem Entsafter oder Blender zu – einfach 2 bis 3 Karotten und ein Glas Wasser zusammengeben und genießen.

Obst und Gemüse Regenbogen
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Essen Sie reichlich Obst und Gemüse, um gesund zu bleiben.

11. Obst und Gemüse

Während Erkrankungen und auch zur Vorbeugung ist eine ausreichende Obst- und Gemüsezufuhr wichtig. Die enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente unterstützen das Immunsystem bei der Abwehr gegen Krankheitserreger. Achten Sie deshalb auf Ihren Vitamin-C-Bedarf, sowie Vitamin D, Zink und Selen.

12. Atemübungen machen

Bei einer Lungenentzündung oder auch zur Vorbeugung helfen Atemübungen, die die Lungenfunktion verbessern und stärken.

  1. Strecken Sie beim Einatmen die Arme nach oben und behalten Sie die Position 3 Sekunden lang bei.
  2. Senken Sie die Arme beim Ausatmen langsam wieder ab.
  3. Entspannen Sie 10 Sekunden.
  4. Wiederholen Sie die Übung insgesamt fünfmal.
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