Diabetes Typ 1 oder 2: Hier liegen die Unterschiede

Diabetes Typ 1 oder 2: Hier liegen die Unterschiede

Bei Diabetes leiden Betroffene unter erhöhten Blutzuckerwerten. Es gibt zwei Hauptformen: Diabetes Typ 1 und Typ 2. Erfahren Sie hier die Unterschiede!

Diabetesmedikamente und Blutzuckermessgeräte vor orangem Hintergrund
© Unsplash/Towfiqu barbhuiya
Welche Unterschiede gibt es eigentlich zwischen Diabetes Typ 1 und 2? Wir klären auf!

Das sind Unterschiede zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2

Diabetes mellitus bezeichnet immer eine Art von Stoffwechselstörung, die mit erhöhtem Blutzucker einhergeht. Mediziner unterscheiden zwischen zwei Hauptformen: Diabetes Typ 1 und Typ 2. Vielleicht kennen Sie die Erkrankung bereits unter dem Namen „Zuckerkrankheit“ – doch wissen Sie auch, inwiefern sich die beiden Arten unterscheiden?

Diabetes Typ 1: Absoluter Insulinmangel

Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon: Es sorgt dafür, dass der durch Nahrung aufgenommene Zucker in die Körperzellen transportiert und dort in Energie umgewandelt wird. Normalerweise produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin und gibt es im Blut ab.

Bei Typ-1-Diabetes ist genau das gestört – die Zellen der Bauchspeicheldrüse versagen mit der Zeit, weil das eigene Immunsystem sie zerstört. Der Körper leidet an Insulinmangel, wodurch sich ein Zuckerüberschuss im Blut entwickelt. Meist beginnt Diabetes Typ 1 im Kindes- oder Jugendalter und äußert sich durch Symptome wie:

  • häufiges Wasserlassen
  • erhöhtes Durstgefühl
  • Müdigkeit und Antriebsschwäche
  • Übelkeit
  • Schwindel

Bei sehr stark erhöhtem Blutzuckerspiegel können auch Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeitsphasen (diabetisches Koma) eintreten.

Ursachen für Diabetes Typ 1 und Therapiemöglichkeiten

Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes greift das eigene Immunsystem die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an. Wie genau das abläuft und welche Faktoren dazu führen, steht aktuell noch im Kern der Untersuchungen. Sicher ist aber, dass eine Reihe von Genen daran beteiligt ist und die Erkrankung deshalb erblich bedingt sein kann. Auch Umwelteinflüsse wie frühkindliche Ernährung und Infektionen sind Blickpunkte der Forschung.2

Bisher gilt Diabetes Typ 1 als unheilbar. Betroffene sind auf eine lebenslange Insulintherapie angewiesen: Dabei müssen sie sich das Hormon täglich je nach Bedarf verabreichen.3 Wieviel Insulin der Körper benötigt, können Betroffene heutzutage nicht nur per Blutzuckermessung in einem Blutstropfen ermitteln. Auch kontinuierliche Gewebezuckermessung (kurz: CGM) mithilfe eines Sensors auf der Haut kommt zum Einsatz. Der Vorteil von CGM: Die Abbildung der Messwerte hat keine Lücken.

Anschließend ist die entsprechende Insulin-Menge per Spritze, Pen oder Pumpe zu verabreichen. Eine relativ neue Form der Insulinbehandlung sind hybride Closed-Loop-Systeme: Hierbei misst ein CGM-Sensor den Blutzuckerwert, während ein Algorithmus die Entwicklung beobachtet und Insulin über eine Pumpe automatisch dosiert.

Was macht Diabetes Typ 2 aus?

Der Unterschied zwischen den beiden Diabetestypen: Bei Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen nicht empfindlich genug auf Insulin; das Hormon wird immer schlechter aufgenommen und verwertet. Daneben kann auch durch jahrelange Insulin-Überproduktion die Bildung des Hormons in der Bauchspeicheldrüse „erschöpft“ sein – der erhöhte Bedarf ist nicht mehr abzudecken.

Diabetes Typ 2 gilt als die häufigere Diabetesform: Circa 90 bis 95 Prozent aller Zuckerkranken leiden daran. Die Krankheit entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange ohne Symptome. Ärzte erkennen sie häufig daran, dass bereits diabetische Folgeerkrankungen vorliegen,

  • Patienten unter auffälliger Müdigkeit und Schlappheit leiden und
  • andere klassische Diabetes-Symptome wie zum Beispiel häufiges Wasserlassen oder verstärktes Durstgefühl eher selten auftreten

Früher war diese Diabetesform auch als „Altersdiabetes“ bekannt, weil sie oftmals erst ab dem 40. Lebensjahr aufgetreten ist.i Mittlerweile erkranken jedoch auch zunehmend junge Erwachsene, zum Teil schon Jugendliche daran.4 Gründe dafür sind unter anderem der steigende Zuckerkonsum und die mangelnde Bewegung.

Typ-2-Diabetes: Ursachen und Therapie

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Diabetestypen: Bei Typ-2-Diabetes spielen neben genetischen Veranlagungen auch Lebensstil und Ernährungsweise eine Rolle. So können beispielsweise Faktoren wie

  • Übergewicht,
  • Bewegungsmangel,
  • unausgewogene Ernährung und
  • Rauchen

die Entstehung der Zuckerkrankheit begünstigen.

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten: Wichtig sind zunächst regelmäßige Bewegung, angepasste Ernährung und ein gesundes Körpergewicht. Das verbessert die Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin und kann so den Bedarf an dem Hormon senken. Bleiben diese Maßnahmen ohne Erfolg, stehen unterschiedliche Medikamente zur Verfügung. Erst wenn auch mit Arzneimitteln der gewünschte Erfolg ausbleibt, müssen sich Diabetiker Insulin spritzen.

Was tun bei Symptomen von Diabetes?

Diabetes mellitus kann unbehandelt zu einer Reihe von schweren Folgeerkrankungen führen. Deshalb ist es unerlässlich, frühzeitig gegen die Krankheit vorzugehen – oder ihre Entstehung zu verhindern. Letzteres ist natürlich nur bei Diabetes Typ 2 möglich.

Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung sowie gesunder Ernährung: Bauen Sie zum Beispiel viele ballaststoffreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte in Ihren Speiseplan ein. Verzichten Sie dagegen möglichst auf Fast Food, Fertigprodukte und Alkohol.

Bei Unsicherheiten und ersten Symptomen von Diabetes sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um gegebenenfalls mit der Therapie zu beginnen.

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