Blutgruppenbestimmung Wie finde ich meine Blutgruppe heraus?

In vielen Situationen ist es von Vorteil die eigene Blutgruppe zu kennen. Wir erklären, wie Sie von zu Hause aus Ihre Blutgruppe selbst bestimmen können.

Bluttest

In verschiedenen Lebenssitutationen ist es nützlich zu wissen, welche Blutgruppe man eigentlich hat. Besonders bei Operationen, Bluttransfusionen, Organtransplantationen und in der Schwangerschaftsvorsorge bzw. der Erstellung des Mutterpasses wird die Blutgruppe wichtig. Wir erklären, wie Sie herausfinden, ob Sie A, B, AB, 0, positiv oder negativ sind.

Blutgruppe von zu Hause aus bestimmen

Neben einem Besuch beim Arzt oder beim Blutspendedienst können Sie auch Ihre Blutgruppe von zu Hause aus bestimmen. Mit einem Blutgruppen-Schnelltest aus der Apotheke ist das ganz einfach. Die gängigen Schnelltests sind einfach in der Anwendung und werden mit einer ausführlichen Bedienungsanleitung verkauft. Sie kosten um die 25 Euro.

Blutgruppentest richtig anwenden

  • Der Test beinhaltet ein Kärtchen mit vier Feldern, auf denen sich jeweils eine getrocknete Flüssigkeit befindet. Diese Felder müssen mit ein wenig Wasser angfeuchtet werden. 
     
  • Desinfizieren Sie nun Ihre Fingerkuppe mit dem beigelegten Alkoholtupfer und pieksen Sie mit der Lanzette in die Haut, sodass etwas Blut fließt.
     
  • Nehmen Sie einen Stick, um die Bluttropfen aufzufangen. Tröpfeln Sie nun in jedes der vier Felder einen Bluttropfen, sodass sich das Blut und die Flüssigkeit auf dem Kärtchen miteinander vermischen. Wichtig: Für jedes Feld müssen Sie einen neuen Stick verwenden!
     
  • Im Anschluss gleichen Sie die Felder der Karte mit der Bedienungsanleitung ab. Das Feld, welches sich durch den Bluttropfen verändert hat, gibt Aussage über Ihre Blutgruppe.

Was bedeuten die Blutgruppen?

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind ringförmige Zellen, die Sauerstoff und Kohlendioxid durch die Blutbahn befördern. In der Hülle (Membran) der roten Blutkörperchen stecken unterschiedlich viele Eiweiße, die den Oberflächen der Blutkörperchen bestimmte Oberflächenstrukturen verleihen. Diese werden als Antigene bezeichnet. Menschen können entweder die Blutgruppe A, B, AB oder 0 haben. 
 
Blut spenden und Blut erhalten – Kompatibilität der Blutgruppen
  • Personen mit Blutgruppe 0 haben keine Blutgruppenantigene auf der Oberfläche ihrer roten Blutkörperchen. Somit können sie an alle anderen Blutgruppen spenden, selbst jedoch nur von Spendern der gleichen Blutgruppe Blut erhalten.
  • Bei der Blutgruppe A können Personen an Menschen mit A oder AB spenden, aber selbst nur von Personen mit A oder 0 entgegennehmen.
  • Menschen mit Blutgruppe B können an Personen mit B oder AB spenden und ebenfalls nur von Gruppe B oder 0 annehmen.
  • Hat man aber die Blutgruppe AB, kann man nur für die Gruppe AB spenden, jedoch von allen anderen Blutgruppen Blut empfangen.

Häufigkeiten der Blutgruppen

Häufigkeiten der Blutgruppen in Deutschland
Blutgruppe A positiv 37 Prozent
Blutgruppe A negativ 6 Prozent
Blutgruppe B positiv 9 Prozent
Blutgruppe B negativ 2 Prozent
Blutgruppe 0 positiv 35 Prozent
Blutgruppe 0 negativ 6 Prozent
Blutgruppe AB positiv 4 Prozent
Blutgruppe AB negativ 1 Prozent

 

Was bedeutet der Rhesusfaktor?

Der Rhesusfaktor ist ein Eiweiß auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Man unterscheidet ihn in positiv und negativ. Wenn das Merkmal auf der Oberfläche der Blutkörperchen vorhanden ist, spricht man von einem positiven Rhesusfaktor. Fehlt das Merkmal, ist der Faktor negativ.
Wichtig wird der Rhesusfaktor in der Schwangerschaft, wenn die Frau z. B. Rh negativ ist, das Kind aber Rh positiv. Die Frau bildet Antikörper gegen das Blut des Kindes. Wird die Frau erneut schwanger, können diese Antikörper die kindlichen Blutzellen angreifen, was zu Schädigungen bis hin zur Fehl- oder Totgeburt führen kann. Um das zu verhindern, wird Rh negativen Schwangeren ein Medikament gespritzt, welches die kindlichen, positiven Blutkörper im Körper der Mutter vernichtet.
 
 
Datum: 19.08.2020

Autor: Christina Liersch