25. Januar 2021
Neurodermitis: Symptome und Ursachen

Ursachen und Symptome einer Neurodermitis

Neurodermitis gehört zu den Hautkrankheiten, die oft schon im Kindesalter auftreten und die Betroffenen dann ein Leben lang begleiten. Die Veranlagung ist genetisch bedingt - eine Ansteckung durch Körperkontakt dagegen ausgeschlossen.

Neurodermitis
© Tharakorn/iStock
Neurodermitis

Leiden Sie an Juckreiz? Das muss noch keine Neurodermitis sein. Um die sichere Diagnose auf diese Erkrankung der Haut stellen zu können, müssen noch weitere Symptome der Neurodermitis berücksichtigt werden. Hierzu zählt neben dem starken Juckreiz, die Veränderung der für diese Hautkrankheit typischen Hautstellen. Dies sind die Armbeugen, die Kniekehlen sowie das Gesicht. Auch eine immer wiederkehrende Bindehautentzündung an den Augen, kann ein Anzeichen für eine Neurodermitis sein.

Der Name "Neurodermitis" weist auf eine Hauterkrankung aufgrund seelischer Belastung hin. Doch diese Bezeichnung stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist aus heutiger Sicht überholt. Dennoch wird der Begriff weiterhin verwendet.

Ursachen der Hautkrankheit

Die Ursachen an einer Neurodermitis zu erkranken, sind vielfältig. Kleinkinder und Babys erkranken im Durchschnitt weit häufiger an der Krankheit. Jedoch lässt sie im Laufe des Lebens meistens nach. Oft geschieht dies mit dem Beginn der Pubertät. Nur ein bis drei Prozent erkrankt an dieser Krankheit im Erwachsenenalter. Nach heutigem Kenntnisstand der Medizin ist die Hauterkrankung bzw. die Veranlagung daran zu erkranken, erblich bedingt. Jedoch können auch scheinbar banale Dinge wie zum Beispiel Stress die Krankheit auslösen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Stress positiv oder negativ ist. Ob dieser akut oder latent ist, ist dabei nicht ausschlaggebend.

Selbst eine Störung der Darmflora kann für die Neurodermitis verantwortlich sein. So ist häufig ein vorheriger Befall des Darms mit einem Hefepilz mitverantwortlich für Neurodermitis. Die Auslösefaktoren dieser Erkrankung sind vielfältig.

Auch ein Allergen, wie es die Hausstaubmilben sind, können der Auslöser für diese Krankheit sein. Daher wird diese Dermatitis (medizinischer Oberbegriff für Hautkrankheiten) auch als atopisches Ekzem oder atopischer Hautausschlag bezeichnet. Menschen, die im Laufe ihres Lebens an Neurodermitis erkranken, haben auch ein erhöhtes Risiko unter einer weiteren Allergie wie Heuschnupfen oder Asthma zu leiden.

Symptome bei Neurodermitis

Das Immunsystem reagiert bei Menschen mit Neurodermitis überempfindlich auf bestimmte Stoffe.

Neurodermitiker weisen, je nach Schweregrad der Krankheit, unterschiedlich schwere Veränderungen der Haut auf. Das Hautbild der Patienten ist an den betroffenen Stellen gerötet und schuppt. Der Haut fehlen wichtige Fette, wodurch ihre Barrierefunktion beeinträchtigt wird. Darüber hinaus jucken die Hautpartien sehr. Der so genannte Milchschorf ist eine Schuppung der Kopfhaut. Da das Jucken, welches mit dem Schorf einhergeht, zum Kratzen verleitet, entzünden sich die betroffenen Hautpartien. Der Milchschorf verdankt seinen Namen seinem Aussehen. Er ist häufig ein erstes Anzeichen für eine spätere Neurodermitis.

Da eine Neurodermitis auch an der Kopfhaut auftreten kann, tritt neben dem bekannten Krankheitsbild (Schuppenbildung und starker Juckreiz), oft auch ein regelmäßiger Haarausfall mit den Krankheitsphasen auf.

Nicht jedes Ekzem ist aber eine Neurodermitis. Die Ursachen sind völlig unterschiedlich: Während bei einem "herkömmlichen" Ekzem der Auslöser meist ein Stoff der Umwelt ist (Kontaktekzem), ist es bei einer Neurodermitis ein inneres Problem. So gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Darmflora und dem Hautzustand. Dies äußert sich in chronischen Hauterkrankungen wie Akne und Neurodermitis. Auch können individuelle Lebensmittelallergien der Auslöser sein.

Eine Neurodermitis tritt schubweise auf, wobei sich die einzelnen Schübe in Dauer und Intensität unterscheiden können.

Behandlung bei Neurodermitis

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle um die chronische Krankheit lindern zu können. Jedoch ist bisher kein Beweis erbracht worden, dass ein bestimmtes Lebensmittel die allergische Reaktion hervorruft. Nur Sie selbst können am besten feststellen, auf welche Lebensmittel Ihr Körper reagiert und diese dann meiden. Aber Vorsicht: Eine zu einseitige Ernährung kann schnell zu Mangelerscheinungen führen. Daher sollten Sie erst beobachten, welche Lebensmittel Ihre Neurodermitis, oder die Ihres Kindes verschlimmern und anschließend gemeinsam mit Ihrem Arzt einen Ernährungsplan aufstellen.

Natürlich sollte die Haut eine Basispflege erhalten. Da die Haut von Neurodermitis-Patienten oft sehr trocken ist (auch zwischen den Krankheitsschüben), empfiehlt die Dermatologie spezielle Duschgels und Badezusätze zu verwenden. Denn diese geben Fette und andere wichtige Stoffe an die Haut ab. Generell gilt: Duschen ist besser als Baden, da der Zeitraum kürzer ist. Diese antientzündliche Hautpflege kann Ihnen eine Linderung verschaffen, bevor Sie die Krankheit medikamentös (zum Beispiel mit Kortison für die äußere Anwendung) behandeln. Zusätzlich sollte die Haut mindestens zwei Mal am Tag mit speziellen Lotionen eingecremt werden.

Um den Juckreiz zu verringern, können Sie die Hautstellen mit einem feuchten Waschlappen kühlen. Um weitere Infektionen zu vermeiden, sollte nicht gekratzt werden.

Für Schwangere gilt immer auf die individuellen Auslöser so gut wie es geht, zu verzichten. Generell ist ein Schub nicht schädlich für das ungeborene Kind. In Absprache mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin sind, in besonders schweren Fällen, auch kurzzeitige Behandlungen der Allergie mit wirkstoffhaltigen Medikamenten denkbar. Ist Ihr Kind auf der Welt und entwickelt eine Neurodermitis im Kleinkindalter, gilt die gleiche Basispflege wie für einen Erwachsenen. Jedoch sollte bei der Auswahl der Cremes et cetera, darauf geachtet werden, dass das Kind den Geruch der Lotion mag. Und nicht alle Inhaltsstoffe sind von Vorteil. So kann Harnstoff beispielsweise bei Kindern auf der Haut brennen.

Um für eine gesunde Darmflora zu sorgen, können Sie auf sogenannte Probiotika zurückgreifen. Dabei handelt es sich um lebende Mikroorganismen, die beispielsweise in Joghurt oder Buttermilch vorhanden sind. Es gibt sie jedoch auch als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen.

Drei Hausmittel gegen Neurodermitis:

  • Wenn Sie Lavendel- und Mandelöl zu gleichen Teilen mixen und die betroffenen Hautpartien damit einreiben, lindert das den Juckreiz.
  • Gehen Sie an die frische Luft. UV-Licht und Vitamin D sind gut für die Haut. Nur vermeiden Sie es, einen Sonnenbrand zu bekommen.
  • Umschläge aus dem Saft der roten Beete lindern die Symptome ebenfalls.

Welche Auswirkung kann das Klima auf die Erkrankung haben?

Da die Haut bei kalter trockener Luft eher dazu neigt auszutrocknen, erfahren Betroffene in der Regel im Herbst und Winter stärkere Schübe als im Sommer oder Frühling. Außerdem soll die salzhaltige Luft an Nord- und Ostsee einen positiven Aspekt auf die Haut von Neurodermitis-Patienten haben.

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