Nasenspray, Augentropfen & Co. 5 gängige Medikamente, die Sie vermutlich falsch einnehmen

Augentropfen, Nasenspray und Schmerzgel: Was kann man da schon verkehrt machen? Erstaunlich viel! Studien zeigen, dass fast die Hälfte aller Medikamente falsch eingenommen wird. Wir verraten, welche Fehler Sie bei der Anwendung von gängigen Medikamenten unbedingt vermeiden sollten.

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Die häufigsten Fehler bei der Einnahme von gängigen Medikamenten

Wer ein Medikament falsch anwendet, muss mit einer geringeren Wirkung oder gar mit fatalen Folgen rechnen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich exakt an die Anweisungen auf der Packungsbeilage zu halten und Medikamente immer richtig einzunehmen. Doch wer liest die schon bei alltäglichen Mitteln wie Nasenspray und Augentropfen? Tatsächlich lohnt sich ein genauer Blick: Vermeiden Sie unbedingt diese klassischen Fehler bei der Einnahme.

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Nasenspray

Häufig landet das Mittel nicht dort, wo es sein soll. Nach der Verwendung des Nasensprays spüren Sie einen bitteren Geschmack im Rachen? Das zeigt, dass das Medikament durch die Nase in den Rachenraum geflossen ist und so nicht ausreichend in der Nase wirken kann. Der Fehler: Viele Menschen ziehen ihre Nase instinktiv hoch, nachdem sie das Mittel gesprüht haben. Gerade das ist aber das Problem! Das Spray muss in der Nase bleiben, um dort zu wirken. Besser: Halten Sie das Spray ein wenig schief, um es an die Nasenwände zu zielen – nicht nach oben. Danach normal weiteratmen, nicht hochziehen.

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Augentropfen

Kennen Sie das Problem, dass die Augentropfen nach der Einnahme sofort wieder heraustränen? Dann wenden Sie das Mittel falsch an. Der Fehler: den Tränenkanal offen lassen. Das führt dazu, dass die Tropfen sofort aus dem Auge fließen und über den Kanal im Rachen landen. Ein ekliger Geschmack ist das direkte Ergebnis, schlimmere Langzeitfolgen können Glaukomen sein.
So klappt es besser: Lassen Sie den Tropfen ins Auge fallen und drücken sofort mit Daumen und Zeigefinger an den Seiten der Nasenwurzel auf die Augen. Halten Sie dies für etwa zwei Minuten. So kann das Medikament nicht abfließen und wirkt dort, wo es gebraucht wird.

Ibuprofen

Um die Schmerztablette korrekt anzuwenden, muss man verstehen, wie sie wirkt. Laut Packungsbeilage sollte Ibuprofen zum Essen eingenommen werden. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, um bei längerer, regelmäßiger Einnahme die Magenschleimhaut nicht zu verletzen. Durch die Mahlzeit wird allerdings auch die Wirkstoffaufnahme verlangsamt, sodass eine Schmerzlinderung erst nach etwa 45 Minuten eintritt. Wer für eine Weile dauerhaft Ibuprofen einnimmt, sollte sich daran halten. Greifen Sie gelegentlich nach einer Tablette gegen akute Kopf- oder Rückenschmerzen, können Sie die Tablette auch auf leeren Magen einnehmen. Dann tritt eine Linderung schon nach etwa 15 Minuten ein.

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Schmerzgel

Chronische Gelenkschmerzen oder eine Sportverletzung? Dann hilft Schmerzgel! Allerdings nur, wenn es auch korrekt angewandt wird. Damit sich die volle Wirkung entfalten kann, muss das Gel nicht nur einfach schnell aufgetragen, sondern richtig einmassiert werden. Das kurbelt die Durchblutung an der gewünschten Stelle an und die Inhaltsstoffe werden von der Haut besser und schneller aufgenommen.

Asthmaspray

Noch gefährlicher ist die falsche Anwendung eines Inhalators. Häufig wird die Anwendung nicht ausreichend mit dem Behandelnden Arzt geprobt, sodass in dieser lebenswichtigen Prozedur viele Fehler passieren. Vor der Verwendung des Inhalators sollte der Asthmapatient so lange und tief wie möglich ausatmen. Je nach Art des Inhalators unterscheidet sich dann die Vorgehensweise.
Bei einem Pulverinhalator muss anschließend schnell und kräftig eingeatmet werden, während bei einem Dosieraerosol langsam, ruhig und tief eingeatmet wird. Danach kurz die Luft anhalten.

Datum: 03.06.2020
Autor: Silva Oldenburg