13. Juli 2021
Eisenmangel: Was darf ich essen und was nicht?

Was darf ich bei Eisenmangel essen und was nicht?

Nicht nur Veganer, sondern auch Vegetarier, Fleischesser und Frauen während der Menstruation können an einem Eisenmangel leiden. Dieser führt zu Anämie oder Blutarmut. Wir verraten Ihnen, welche 10 Lebensmittel die Eisenaufnahme hemmen und welche Sie stattdessen essen sollten.

Eisen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und muss über die Nahrung zugeführt werden. Es sorgt als Hämoglobin in den roten Blutkörperchen für den Sauerstofftransport über unser Blut, hilft bei der Hormonproduktion und Bildung von Enzymen, unterstützt das Immunsystem und versorgt Zellen mit Energie. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden knapp zwei Milliarden Menschen an einem Eisenmangel. Mit der richtigen Ernährung kann man jedoch dagegen ankämpfen.

Eisenmangel: Was darf ich essen und was nicht?

Zuerst stellen wir Ihnen 10 Lebensmittel vor, die im Dünndarm die Eisenaufnahme hemmen und daher bei Eisenmangel nur in Maßen verzehrt werden sollten. Anschließend verraten wir Ihnen, mit welchen Lebensmitteln Sie Ihre Eisenspeicher auffüllen können.

Eisenräuber: 10 Lebensmittel, die Ihre Eisenaufnahme hemmen​

Wenn Sie aufgrund eines Eisenmangels Eisentabletten oder eisenreiche Mahlzeiten zu sich nehmen, sollten Sie zu der Einnahme der folgenden Lebensmittel 60 Minuten Abstand lassen.
Wichtig: Liegt bei Ihnen keinerlei Verdacht auf einen Eisenmangel vor, und haben Sie keine Probleme damit, Ihren Eisenbedarf zu decken, dürfen Sie diese Lebensmittel auch weiterhin regelmäßig verzehren, da viele von ihnen sogar gesundheitsförderliche Nährstoffe enthalten!

Spinat, Rote Bete und Rhabarber

Diese drei Gemüsesorten enthalten Oxalsäure, auch Oxalat genannt. Diese ist außerdem in Mangold, Sauerampfer und schwarzem Tee enthalten und senkt die Eisenaufnahme. Die gute Nachricht: Durch Kochen oder Blanchieren geht viel Oxalsäure verloren. Das Kochwasser sollte man daher allerdings nicht weiterverwenden, sondern wegschütten.

Cola und Schmelzkäse

Cola und Schmelzkäse – zwei sowieso nicht gerade gesunde Lebensmittel – enthalten Phosphate, die ebenfalls die Eisenaufnahme hemmen. Sie erkennen Phosphate zudem an den E-Nummern E 338 bis E 343 und E450 bis E 452. Ein Blick auf die Inhaltsliste von Fertigprodukten kann sich daher lohnen.

Rotwein, Kaffee und Tee

Diese Getränke enthalten ​​Polyphenole. Diese sind auch als Gerbstoffe oder Tannine bekannt. Eisenpräparate sollten Sie nicht mit Kaffee oder Tee einnehmen, da sonst die Aufnahme eingeschränkt ist. Ungesund sind diese sekundären Pflanzenstoffe jedoch ganz und gar nicht. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) geht sogar davon aus, dass bestimmte Polyphenole schützend vor Alzheimer und anderen Krankheiten wirken könnten.

Getreide

Verschiedene Getreidesorten enthalten die sogenannte Phytinsäure. Die Säure kann im Magen und Darm die Mineralstoffe Calcium, Magnesium, Eisen und Zink binden und unlöslich machen, sodass der Darm sie nicht aufnehmen kann. Wer keinen Eisenmangel zu befürchten hat, darf und sollte allerdings weiterhin Vollkorngetreide essen. Denn Phytinsäure senkt den glykämischen Index dieser Lebensmittel und flacht somit die Blutzuckerkurve nach dem Essen ab.

Tierische und pflanzliche Eisenquellen

Eisen aus tierischen Quellen wird im Körper besser aufgenommen als Eisen aus den meisten pflanzlichen Quellen. Das liegt an der sogenannten Bioverfügbarkeit. Diese ist beim tierischen Häm-Eisen aus Fleisch und Milchprodukten höher als bei Pflanzen. Allerdings sind hiervon nicht alle Pflanzen betroffen. Die Gruppe der Hülsenfrüchte ist nach neuesten Erkenntnissen eine dem Fleisch fast ebenbürtige Eisenquelle, da kürzlich entdeckte Eisentransporter im Dünndarm ihr pflanzliches Eisen vermehrt aufnehmen. Dieses sogenannte Ferritin-Eisen kommt vor allem in Linsen und Sojabohnen sowie grünen und gelben Erbsen vor.

Faktoren, die die Eisenaufnahme beeinflussen

Vitamin C begünstigt die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Lebensmittel wie Paprika, Orangen, Zitronen oder Brokkoli unterstützen daher Ihren Darm bei der Eisenaufnahme. Des Weiteren sorgt auch ein niedriger Eisenspiegel im Körper dafür, dass vermehrt Eisen aufgenommen wird. Der Körper versucht dadurch, einen mangelhaften Eisenstatus von selbst zu beheben.

Eisenpräparate richtig einnehmen

Sollten Sie Anzeichen eines Eisenmangels wie Abgeschlagenheit, Erschöpfung, erhöhte Anfälligkeit für Infekte, beeinträchtigte Leistungsfähigkeit oder eine gestörte Wärmeregulation bei sich bemerken, sollten Sie Ihren Eisenwert bei einem Arzt überprüfen lassen. Dieser kann bei einem tatsächlich vorliegenden Eisenmangel oder gar einer Eisenmangelanämie (Blutarmut) ein geeignetes Präparat mit einer an Ihren Körper angepassten Dosierung verschreiben.

Wenn Sie ein Eisenpräparat einnehmen müssen, sollten Sie dies ungefähr eine Stunde vor dem Frühstück auf nüchternen Magen zu sich nehmen und z.B. eine Vitamin-C-Quelle wie ein kleines Gläschen Orangensaft dazu trinken, um die Aufnahme zu unterstützen. Möchten Sie das Eisen tagsüber einnehmen, achten Sie darauf, dass Sie zu den oben genannten hemmenden Lebensmitteln mindestens 60 Minuten Abstand lassen. So füllen Sie optimal Ihre Eisenspeicher auf und bekämpfen die Ursache der Anämie!

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